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Wie zwei junge Männer die Charterszene auf Mallorca aufmischen

Pedro Palmer und Manuel Barber sind noch keine 30 und haben den Yachtcharterer Naizur aufgebaut

Das Naizur-Team: Pedro Palmer (li.) und Manuel Barber (re.) mit Víctor Moure (Kumbra) in der Mitte.

Das Naizur-Team: Pedro Palmer (li.) und Manuel Barber (re.) mit Víctor Moure (Kumbra) in der Mitte. / Privat

Pedro Palmer ist erst 26 Jahre alt, hat mit dem Yachtcharterer Naizur (vormals Sunset Yacht Space) aber schon seine erste eigene Firma gegründet. Was für den Mallorquiner als Hobby begann, hat sich längst zu einem Vollzeitjob entwickelt. Bei der Palma International Boat Show macht das Unternehmen nun den nächsten Schritt und stellt in Zusammenarbeit mit dem Yachtbauer Kumbra Yachts eine eigene Motoryacht vor, die dann für Charterzwecke in balearischen Gewässern zum Einsatz kommen soll. Zum Start der Boat Show spricht die Mallorca Zeitung mit Pedro Palmer. Am Telefon dazugeschaltet ist sein Geschäftspartner Manuel Barber.

Auch in Berlin habe ich schon ein paar Monate gelebt und dort in einem Start-up gearbeitet. Aber mit dem Klima dort bin ich nicht so richtig klargekommen.

Pedro Palmer

— CEO und Gründer Naizur

Wo kam Ihre Geschäftsidee her?

Meine Eltern hatten ein Sommerhaus in Colònia de Sant Pere und das Meer hat mich schon immer begeistert. Ich surfe gerne und wäre gerne gesegelt, was sich aber nicht ergab. Meine Eltern kauften dann ein Boot, das in Can Picafort und Alcúdia für Charterzwecke eingesetzt wurde. Wir vergaßen das Boot irgendwann beinahe ein wenig. Ich habe dann begonnen, in Barcelona Ingenieurswissenschaften zu studieren, was ich in Norwegen beendet habe. Dort habe ich auch angefangen zu arbeiten. Aber mir hat Mallorca gefehlt, und ich wollte etwas haben, das mich außer Familie und Freunden mit der Insel verbindet. Da habe ich mich an das Boot erinnert, das schon ziemlich heruntergekommen war. Mit einem Freund habe ich es hergerichtet und wieder flottgemacht.

Wie kam es zur Unternehmensgründung?

Ich habe das während meines Studiums 2020 angefangen. Es war etwas, das ich aus Spaß gestartet und nicht so ernst genommen habe. Im zweiten Jahr habe ich dann in Calanova ein zweites Boot dazugenommen, das mir ein Madrilene für Charterzwecke überließ. Und aus der Insolvenzmasse eines anderen Unternehmens bot man mir ein sehr günstiges Boot an, das ich gekauft habe. Da nahm das Geschäft Fahrt auf. Hier brauchte es dann eine Strategie. Ich beschloss, einen Master in Finanzwesen zu belegen, um nicht nur die technische Seite zu kennen. In dieser Zeit habe ich dann auch mit Manuel Kontakt aufgenommen, der viel gesegelt war in seinem Leben und den ich schon lange kannte. Der Master half mir sehr, auch die Seite des Marketing und der Buchhaltung zu verstehen.

In dieser Zeit habe ich dann auch mit Manuel Kontakt aufgenommen, der viel gesegelt war in seinem Leben und den ich schon lange kannte.

Pedro Palmer

— CEO und Gründer Naizur

Was waren Ihre ersten Schritte?

Wir starteten mit der „Bavaria“, als ich gemerkt habe, dass es einen großen Markt für die Idee gab. Beim dritten Boot zahlten wir eine Hälfte des Betrags in bar, die andere mussten wir durch unsere laufenden Einnahmen finanzieren. Wenn das Boot dann wegen eines Defekts oder etwas anderem nicht hätte auslaufen können, hätten wir kein Geld verdient und zusätzlich noch Geld für Reparaturen verloren. Es war sehr riskant und eine aufregende Zeit. Im August ging dann etwas am Boot kaputt, wir konnten es zum Glück aber ohne Verlust wieder verkaufen. Im Jahr darauf haben wir gemerkt, dass wir mit Werbung und der Zusammenarbeit mit Hotels deutlich mehr Charter an den Mann bringen konnten. Da haben wir das Brokergeschäft begonnen und auch andere Boote verchartert, die uns nicht gehörten. So hatten wir weniger Verantwortung. Seit diesem Jahr gehören uns nun fünf Boote. Unter anderem eines unseres neuen Kooperationspartners Kumbra, das im Hotel St. Regis Mardavall zum Einsatz kommen soll. Dort fahren wir an den Steg und holen die Kunden direkt dort ab.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Yachtbauer Kumbra?

Der CEO von Kumbra, Víctor Moure, war ein langjähriger Freund und Rivale von Manuel bei Regatten. Die beiden kannten sich noch aus dieser Zeit. Víctor sah, dass Manuel mit mir das Unternehmen aufbaute. Und Manuel bemerkte, dass Víctor gleichzeitig ein qualitativ hochwertiges Yachtbauunternehmen hochzog. So kamen wir schnell zusammen. Im Winter 2024 haben wir dann den Vertrag unterschrieben. Ich war zu der Zeit in China und habe Manuel vertraut, ohne das Boot zu sehen. Auf der „Boot“ in Düsseldorf im Januar habe ich erstmals das Boot gesehen und das Team von Kumbra kennengelernt und wurde nicht enttäuscht.

Naizur ist eine sehr neue Marke. Bisher nannte sich Ihre Firma Sunset Yacht Space. Warum der Wechsel?

Wir wollten dem Ganzen einen etwas exklusiveren Anstrich geben. Und dank der Zusammenarbeit mit Kumbra wurde ich motiviert, unsere Firma neu aufzustellen. Unter anderem haben wir einen jungen Mann unter Vertrag genommen, der das Branding der spanischen Fußball-Liga verantwortet hat und der mit uns gemeinsam den neuen Markenauftritt konzipiert hat. Der Name Sunset Yacht Space war etwas sperrig. Naizur ist ein Kunstwort aus Nai, was im Altmallorquinischen so etwas wie „nahe am Meer“ bedeutet. Und die Endung „zur“ soll an das Blau des Meeres erinnern.

Naizur ist ein Kunstwort aus Nai, was im Altmallorquinischen so etwas wie „nahe am Meer“ bedeutet. Und die Endung „zur“ soll an das Blau des Meeres erinnern.

Pedro Palmer

— CEO und Gründer Naizur

Wer sind Ihre Kunden?

Wir haben viele chinesische Kunden. Darüber hinaus sind es häufig Urlauber, die in den Boutique-Hotels im Zentrum untergebracht sind: US-Amerikaner, Deutsche, Schweden und Briten. Viele der Kunden sind sehr wohlhabend oder sogar internationale Stars, weshalb sie uns um maximale Diskretion bitten. Dem Anliegen kommen wir gerne nach. Um unsere Kundenwünsche besser zu verstehen, bin ich zum Beispiel nach China gefahren, um die Kultur kennenzulernen. Auch in Berlin habe ich schon ein paar Monate gelebt und dort in einem Start-up gearbeitet. Aber mit dem Klima dort bin ich nicht so richtig klargekommen.

Sie haben nicht nur eigene Boote, sondern bieten auch Chartertouren mit Booten von Eigentümern an, die diese Ihnen zur Verfügung stellen. Wie funktioniert das?

Das ist eines der Standbeine. Es gibt Menschen, die kaufen ein Boot als Investition und geben es komplett in den Charterbetrieb. Für Deutsche ist das interessant, weil es eine Regelung gibt, dass sie nach ein paar Jahren darauf keine Steuern mehr zahlen, wenn sie damit Einnahmen generieren. Und am Ende können sie das Boot wahrscheinlich für einen höheren Preis verkaufen. Dann gibt es aber auch die, die das Boot selbst nutzen wollen, aber in der Zeit, in der sie nicht da sind, Einnahmen durch eine Vercharterung generieren wollen.

Was können die Kunden bei Ihnen erleben?

Maßgeschneiderte Touren um die Insel. Die Kunden können die Route wählen, der Kapitän empfiehlt aber auch Strecken und Orte. Dazu gibt es alle möglichen Extras, wie etwa Catering an Bord oder Badestopps, wo die Kunden möchten. Wir fahren beispielsweise gerne eine Höhle nahe Sant Elm an, die kaum jemand kennt.

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