Overtourism-Debatte jetzt auch in Santanyí: Massifizierungs-Gegner sorgen mit KI-Bildern weiter für Wirbel
Nachdem eine ähnliche Aktion in Sóller für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, hat nun der Instagram-Account "welcome.to.santanyiland" mit dystopischen Bildern nachgezogen. In Sóller gingen Aktivisten derweil in einer polemischen Protestaktion noch einen Schritt weiter

"Früher konnte ich mich hinsetzen, um einen Kaffee zu trinken", so eine frustrierte Mallorquinerin auf einem KI-generierten Bild / Instagram / welcome.to.santanyiland
In der Diskussion um die Überfüllung der Insel haben Kritiker jetzt eine weitere aufmerksamkeitswirksame Social-Media-Kampagne ins Leben gerufen. Nachdem kürzlich bereits der Instagram-Account "Welcome to Sóllerland" mit KI-generierten Bildern für Wirbel sorgte, zieht nun der Account "welcome.to.santanyiland" mit einer ähnlichen Aktion nach.
Volle Orte und genervte Anwohner
Die visuelle Strategie ist dabei dieselbe: Die durch KI erstellten Bilder projizieren eine dystopische und bedrückende Zukunft für die bekanntesten Orte der Gemeinde, in diesem Fall nun Santanyí. Ziel der Initiative ist es, zum Nachdenken über die Folgen eines Tourismusmodells anzuregen, das an bestimmten Tagen die Kapazitäten der beliebten Orte überschreitet und das Alltagsleben der Bewohner beeinträchtigt.
Der erste Beitrag dieses neuen Accounts, Anfang vergangener Woche veröffentlicht, zeigt eine Zeichnung der Plaça Major in Santanyí im Jahr 2035 – mit der Kirche, den traditionellen Gebäuden und voller Besucher. Auf weiteren Bildern sind Einwohner der Gemeinde zu sehen, die sich darüber beklagen, wie schwierig es ist, alltäglichen Aktivitäten nachzugehen, wie beispielsweise durch das Dorf zu schlendern, einen Kaffee zu trinken oder einkaufen zu gehen.

Auch die Kritik an den horrenden Immobilienpreisen wird im Instagram-Account aufgegriffen / Instagram / welcome.to.santanyiland
Auch die horrenden Immobilienpreise werden thematisiert. Unter einem Bild, auf dem sich eine Menschenmenge um ein Immobilienbüro drängt, steht die Kritik: „Wenn sich Santanyí in ein Paradies nur für diejenigen verwandelt, die Millionen zahlen können – welchen Platz gibt es dann noch für die Einheimischen, die den Ort ein Leben lang gepflegt haben?“
Nachamer der Aktion dürfte es immer mehr geben: Auch Anwohner von Binissalem (Instagram: welcome.to.biniland) und von Son Servera (Instagram: welcome to sonservera-land) machten in diesen Tagen mit ähnlichen Kampagnen in den sozialen Medien ihren Sorgen zur Massifizierung Luft.
Rassismus-Vorwürfe nach polemischer Aktion in Sóller
Derweil spitzt sich die Tourismuskritik in Sóller weiter zu. Wie die Tageszeitung "Ultima Hora" berichtet, zogen Aktivisten, die sich zu keiner der einschlägigen Bürgerplattformen bekennen, im Zentrum des Ortes mit T-Shirts hereum, auf denen ein stilisierter, schwitzender Urlauber zu sehen ist. Darüber der Spruch: "Miris on miris, tot són guiris" (Wohin man sieht, überall Urlauber, wobei "guiris" eine abfällige Konnotation hat).
Die Anschuldigung einiger Reisender, dass die Aktion "rassistisch" oder "tourismophob" sei, wiesen die Protestler zurück: „Es ist keine Besucherfeindlichkeit, sondern eine Frage des Überlebens", sollen sie gesagt haben.
- Sturmtief 'Regina' im Anflug: Wetterdienst gibt Warnstufe Gelb für Mallorca aus
- So kann es nicht weitergehen': Wo Mallorca bereits Anfang März aus allen Nähten platzt
- Rekord eingestellt: Nächstes Sturmtief zieht nach Mallorca und vertreibt Frühlingswetter
- Alles nur Show': Mallorca-Auswanderer Herbert Hauer rechnet mit Reality-TV ab
- Frau auf Superyacht eines Deutschen auf Mallorca tot aufgefunden - Polizei ermittelt
- Nach erstem Geschäft an der Playa de Palma: Hier eröffnet auf Mallorca bald ein weiterer Aldi
- Konflikt in Nahost lässt Preise steigen: So teuer ist Benzin und Diesel momentan auf Mallorca
- Auswandern nach Mallorca – und dann allein: Der stille Alltag eines Deutschen Mitte 80