Airbnb muss 65.000 Anzeigen für illegale Ferienwohnungen löschen – so reagiert Mallorca
Derzeit werden rund 7.000 touristische Unterkünfte auf den Balearen ohne die erforderliche Lizenznummer auf der Plattform beworben

Ein Schlüssel steckt im Schloss einer Airbnb-Ferienwohnung. / Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa
Das Tourismusdezernat des Inselrats hat die Anordnung des spanischen Verbraucherschutzministeriums begrüßt, über 65.000 illegale Ferienwohnungsangebote von der Plattform Airbnb zu entfernen. „Jede Hilfe ist willkommen, egal woher sie kommt“, erklärte die Behörde. Die Balearen gehören zu den sechs Regionen Spaniens, die von dieser Maßnahme profitieren sollen. Nach Angaben von Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy, der im Februar Ibiza besuchte, werden derzeit rund 7.000 touristische Unterkünfte auf den Balearen ohne die erforderliche Lizenznummer beworben.
Der Inselrat hatte bereits im Rahmen seiner Sommerkampagne gegen illegale Ferienvermietungen Maßnahmen eingeleitet, darunter die Entfernung von „offensichtlich illegalen“ Inseraten auf Airbnb – etwa für Zelte, Wohnwagen, Boote oder provisorische Hütten. Zudem existiert ein Kooperationsabkommen mit Airbnb zur Entfernung weiterer irregulärer Angebote. Die nun vom Ministerium angeordnete Löschung von rund 66.000 Anzeigen soll diese Bemühungen zusätzlich unterstützen – zum Nutzen Mallorcas und der gesamten Inselgruppe.
Airbnb wehrt sich gegen Anordnung
Airbnb wiederum bezeichnet die Anordnung zur Löschung der Inserate als rechtswidrig und sieht sie im Widerspruch zu spanischem und europäischem Recht.
Das Verbraucherschutzministerium hat bislang keine Aufschlüsselung der betroffenen Angebote nach Regionen veröffentlicht. Auch dem Inselrat liegt keine konkrete Zahl für Mallorca vor. Minister Bustinduy hatte jedoch im Februar bei seinem Besuch auf Ibiza ein digitales Dossier mit Daten der Analyseabteilung seines Ministeriums übergeben. Dieses enthält Informationen zu den rund 22.000 über digitale Plattformen wie Airbnb beworbenen Ferienwohnungen auf den Balearen.
Lutz MinknerDer gläserne Vermieter
30 Prozent der Angebote ohne Lizenz
Demnach seien etwa 7.000 der Inserate ohne die vorgeschriebene Lizenznummer veröffentlicht worden – ein Hinweis darauf, dass es sich möglicherweise um illegale Angebote handelt. Das entspricht rund 30 Prozent der Gesamtzahl. Bustinduy sprach in diesem Zusammenhang von einem Beispiel für „notwendige institutionelle Zusammenarbeit“, um das Problem anzugehen.
Drei Resolutionen, sechs betroffene Regionen
Das Ministerium für Verbraucherschutz hat der irischen Niederlassung von Airbnb – die für das Spaniengeschäft zuständig ist – insgesamt drei Resolutionen übermittelt. Diese enthalten die Aufforderung, die 65.935 identifizierten „illegalen Anzeigen“ zu blockieren.
Zur Begründung der Maßnahme nennt das Ministerium drei Hauptgründe: Erstens fehle in vielen Fällen die vorgeschriebene Lizenz- oder Registrierungsnummer – eine Pflicht in mehreren autonomen Regionen. Zweitens würden teilweise Nummern angegeben, die nicht mit offiziell vergebenen übereinstimmen, was Verbraucher in die Irre führen könne. Und drittens widersprächen viele Inserate regionalen oder lokalen Vorschriften, wie unter anderem aus einem Urteil des Obersten Gerichts von Madrid hervorgeht.
Die betroffenen Inserate beziehen sich auf Ferienwohnungen in Andalusien, Madrid, Katalonien, Valencia, den Balearen und dem Baskenland.
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