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"Mallorca braucht keine Tourismus-Werbung": Was die Politik stattdessen mit den Urlaubern vorhat

Inselratspräsident Llorenç Galmés kündigt einige überraschende Maßnahmen in Sachen Tourismus-Politik an

11. April 2025: Urlauber im Zentrum von Palma

11. April 2025: Urlauber im Zentrum von Palma / PSS

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Die Konservativen auf Mallorca ringen mit ihrer Einstellung zur touristischen Überfüllung auf der Insel. Sowohl Balearen-Regierung als auch Inselrat fahren seit Monaten einen rasanten Zickzack-Kurs. Mal kündigt man "mutige" Maßnahmen an, die dann bald wieder einkassiert werden. Dann leugnet man, dass es überhaupt ein Problem gibt und wirft jenen, die sich beschweren, Touristenhass vor.

Bewusstsein der Urlauber schärfen

Nun scheint der Inselrat wieder an einem Punkt angelangt zu sein, an dem man die Gemüter der frustrierten Einheimischen besänftigen möchte. Inselratspräsident Llorenç Galmés kündigte am Montag (26.5.) bei der Plenarsitzung an, dass die Tourismusstiftung des Inselrats, die Fundació Mallorca Turisme, künftig den Selbstauftrag der Tourismuswerbung aus den Statuten streichen werde. "Mallorca braucht keine Werbung. Stattdessen müssen wir das Bewusstsein der Urlauber für einen verantwortungsvollen Tourismus schärfen, der respektvoll gegenüber unserer Kultur und der Umwelt ist." In diesem Jahr werde man zudem nur noch auf elf Tourismusmessen vertreten sein, das seien 70 Prozent weniger als noch 2019, als die Linksregierung an der Macht war.

In den zwei Jahren seit dem Amtsantritt habe man das Image der Insel als Reiseziel komplett geändert, erklärte Galmés. "Dieses entwächst den Dingen, die uns einzigartig machen, etwa unsere Kulturgüter, unsere Kultur und unsere Gastronomie. Mallorca ist mehr als nur Strand und Sonne." Deshalb werde man nicht nur die Statuten, sondern gleich den Namen der Tourismusstiftung ändern, kündigte der Inselratschef an. So werde diese in Zukunft "Fundació de turisme responsable de Mallorca" (Stiftung für verantwortungsbewussten Tourismus auf Mallorca) heißen.

Anzahl der legalen Gästebetten reduzieren

Zudem kündigte Galmés, allerdings ohne weitere Details an, dass man die Anzahl der legalen Gästebetten auf der Insel reduzieren werde. Der Linksregierung warf er vor, auf verantwortungslose Weise Gästebetten legalisiert zu haben.

Als weitere Maßnahme versprach Galmés, den Kampf gegen die illegale Ferienvermietung zu intensivieren. Neben einer engeren Zusammenarbeit mit der balearischen Steuerbehörde bei der Eintreibung von Strafen werde man auch zeitnah die Zahl der Inspektoren um 50 Prozent auf 30 erhöhen.

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