Einen Tag vor der großen Demo gegen den Massentourismus: Aktivisten veranstalten Protestaktion vor Sightseeing-Bus
Mit der Aktion will die Plattform "Menys turisme, més vida" für die Teilnahme an der Kundgebung am Sonntag werben

Die Plattform "Menys turisme, més vida" teilte Bilder von der Aktion auf Social Media. / Instagram
Einen Tag vor der geplanten großen Demonstration gegen den Massentourismus haben Aktivisten in Palma eine erste Protestaktion veranstaltet. Am Samstag (14.6.) hielt eine Gruppe junger Leute einen Sightseeing-Bus an der Avinguda Antoni Maura, unweit der Kathedrale, an. Sie hängten ein Plakat vom Bus und zündeten gelbe Rauchbomben, die sie auf der Straße platzierten. Die Plattform "Menys turisme, més vida" (Weniger Tourismus, mehr Leben) teilte ein Video von der Aktion auf Social Media.
Ein Sprecher der Gruppe ruft darin zur Teilnahme an der Demo auf, die am Sonntag ab 18 Uhr an der Plaça d'Espanya startet. "Wir prangern die touristische Monokultur an, die die Landschaft zerstört, uns in die Armut treibt und das Wohlergehen der Urlauber über die Interessen der Einheimischen stellt", erklärt der junge Mann. "Wir haben es satt und wir sind bereit, den touristischen Status Quo aufzubrechen. Für das Recht auf ein würdiges Leben müssen wir die Touristifizierung stoppen."
Proteste in zahlreichen Städten
"Menys turisme, més vida" organisiert die Demo, die – so die Hoffnung der Gruppe – ein Startschuss für ähnliche Kampagnen in diesem Sommer sein soll. Das Motto der zeitgleich in zahlreichen weiteren Städten in Südeuropa geplanten Protestaktion –„Für das Recht auf ein würdiges Leben“ – sei bewusst breit gehalten, erklärte kürzlich der Sprecher der Plattform, Pere Joan Femenia, gegenüber der MZ. „Damit sich möglichst viele Menschen mit der Demo identifizieren können.“ Bisher haben mehr als 70 Organisationen ihre Unterstützung zugesagt, es dürften noch mehr werden.
Dass die Aktivisten mit der Aktion vor dem Touristenbus am Samstag nochmal für die Kundgebung Werbung machen, könnte auch durch die Sorge motiviert sein, dass nicht ausreichend Teilnehmer kommen. Bei einer ersten Demonstration gegen die Wohnungsnot Anfang April kamen deutlich weniger Menschen als die Veranstalter gehofft hatten.
Femenia betonte kürzlich im Gespräch, dass sich Urlauber am Sonntag keine Sorgen machen müssen: Es seien keine gezielten Aktionen gegen Touristen geplant. Man betrachte nicht die Gäste als Problem, sondern die Tatsache, dass die Politik keine wirksamen Maßnahmen gegen den Massentourismus auf den Weg bringt.
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