Schlussverkauf auf Mallorca beginnt – aber viele machen nur widerwillig mit
Der Sommerschlussverkauf auf Mallorca startet dieses Jahr ungewohnt früh – und sorgt für Kritik. Kleine Läden fühlen sich von großen Ketten und Onlineplattformen unter Druck gesetzt.

Es geht wieder los: Der Sommerschlussverkauf beginnt. / Archivfoto: Mielniezuk
Der Einzelhandel auf Mallorca läutet am Freitag (27.6.) den Sommerschlussverkauf ein. Der ungewöhnlich frühe Termin wird von den Einzelhandelsverbänden auf der Insel als „unsinnig“ kritisiert. Trotzdem schließt sich die gesamte Branche dem Vorstoß der großen Ketten an, die ihre Rabattkampagnen im ganzen Land zeitgleich starten. Einige Franchise-Unternehmen haben sogar schon am 20. Juni begonnen, die Rabatte anzuwenden.
Die großen Ketten begründen den Vorabstart damit, dass sie vom letzten Juni-Wochenende profitieren wollen, da freitags und samstags traditionell die stärksten Verkaufstage sind. Am Sonntag (29.6.) dürfen laut den Vorgaben nur Geschäfte in stark touristisch geprägten Gebieten öffnen – etwa im Zentrum von Palma.
Kleine Läden unter Druck – Geringe Rabatte auf gefragte Ware
Die Vertreter der kleinen Läden zeigen sich über den frühen Beginn der Rabattschlacht alles andere als begeistert. Viele Geschäftsinhaber sehen sich gezwungen mitzumachen, obwohl die Sommerware – etwa Badebekleidung, Shorts oder Poloshirts – derzeit besonders gefragt ist.
Laut Pedro Mesquida, Präsident der Vereinigung der Läden im Carrer Jaume II, werden die Rabatte für diese Artikel daher kaum über zehn Prozent hinausgehen. Höhere Preisnachlässe soll es vor allem auf ältere und weniger gefragte Waren geben.
Onlinehandel als größter Druckfaktor
Auch die Präsidentinnen der Einzelhandelsverbände Afedeco und Pimeco, Joana Manresa und Carolina Domingo, kritisieren, dass die frühzeitigen Preisnachlässe den lokalen Einzelhandel schwächen – gerade in einem Moment, in dem viele Geschäfte noch voll mit unverkaufter Ware sind. Der ursprüngliche Zweck des Sommerschlussverkaufs – nämlich Restbestände zum Saisonende loszuwerden – werde so ad absurdum geführt.
Carolina Domingo fordert deshalb eine EU-weite Regelung, die faire Wettbewerbsbedingungen zwischen stationären Händlern und Onlineplattformen schafft. Sie warnt davor, dass langfristig ganze Einkaufsstraßen verwaisen könnten, wenn der traditionelle Einzelhandel weiter zurückgedrängt wird.
Große Ketten verweisen auf Druck durch Onlinehandel
Die großen Handelsketten bieten in der Regel einheitliche Preise auf nationaler Ebene an und kündigen umfassende Rabatte auf viele Waren an. Diese Unternehmen betonen gern, dass ein späterer Rabattstart auf Mallorca wenig Sinn ergebe – selbst angesichts der touristischen Hauptsaison –, da Verbraucher ohnehin online von denselben Angeboten profitieren könnten. /jk
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