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Turkish Airlines sichert sich ein Viertel der Anteile der Mallorca-Fluglinie Air Europa

Möglich gemacht wird der Einstieg durch eine sogenannte Wandelanleihe, die in Unternehmensanteile umgewandelt wird

Air Europa bekommt Kapital von Turkish Airlines.

Air Europa bekommt Kapital von Turkish Airlines. / DM

Die auf Mallorca ansässige Fluggesellschaft Air Europa baut ihre strategische Partnerschaft mit Turkish Airlines aus: Wie das Unternehmen in der Nacht auf Donnerstag (6.11.) mitteilte, wird die türkische Fluglinie künftig mit rund 26 Prozent an Air Europa beteiligt sein. Ermöglicht wird der Einstieg durch eine sogenannte Wandelanleihe in Höhe von 300 Millionen Euro, die – sofern die Behörden die Genehmigung für den Deal geben – in Unternehmensanteile umgewandelt werden soll.

Die Transaktion bewertet Air Europa mit insgesamt rund 1,175 Milliarden Euro. Die Fluggesellschaft befindet sich mehrheitlich in spanischem Familienbesitz. Die Familie Hidalgo bleibt über ihre Holding Globalia weiterhin Hauptaktionärin. Auch der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG (u. a. Iberia und British Airways) behält seinen aktuellen Anteil an Air Europa, indem er entsprechende Anteile von Globalia erwirbt.

Transaktion strukturell abgeschlossen

Die Gespräche mit Turkish Airlines hatten bereits vor dem Sommer begonnen. Nach einer verbindlichen Offerte im Laufe des Sommers sei die Transaktion nun strukturell abgeschlossen, heißt es. Die Wandelanleihe verschaffe Air Europa sofortige Liquidität, während regulatorische und wettbewerbsrechtliche Freigaben noch ausstehen.

Mit dem Einstieg von Turkish Airlines sieht sich Air Europa in einer neuen Liga der Luftfahrtbranche angekommen: Erstmals sind mit IAG (20 Prozent), Turkish Airlines und Air Europa selbst drei bedeutende Akteure des globalen Luftverkehrs in einem Unternehmen vereint – ein Meilenstein, wie Air Europa betont.

Staatshilfen aus der Corona-Zeit zurückzahlen

Mit der frischen Kapitalspritze und eigenen Mitteln will Air Europa nun sämtliche verbliebenen Staatshilfen aus der Corona-Zeit im Gesamtwert von knapp 500 Millionen Euro tilgen. Die Rückzahlung erfolgt damit ein Jahr vor dem ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt.

Bereits im Mai 2025 hatte das Unternehmen ein staatlich verbürgtes Bankdarlehen über 141 Millionen Euro aus dem Jahr 2020 vollständig samt Zinsen zurückgezahlt. Die Kredite des Staates in Höhe von insgesamt 475 Millionen Euro hätten laut dem Unternehmen nicht nur die vollständige Wiederaufnahme des Flugbetriebs nach der Pandemie gesichert, sondern auch eine „deutlich positive Wirkung auf die spanische Volkswirtschaft“ entfaltet. So seien rund 4.000 Arbeitsplätze erhalten geblieben und mehr als 600 neue Stellen geschaffen worden – heute beschäftigt Air Europa rund 4.600 Mitarbeitende.

70.000 Euro Zinsen gezahlt - täglich

Bemerkenswert: Allein an Zinszahlungen an den Staat hat die Airline nach eigenen Angaben rund 70.000 Euro täglich geleistet – insgesamt über 97,2 Millionen Euro. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 20 Prozent auf das ursprünglich gewährte Kapital. /jk

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