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Plötzlich schüchtern? Deutsche buchen deutlich weniger Mallorca-Reisen in der Nebensaison

Dennoch bleibt Spanien laut einem Bericht der spanischen Tourismus-Agentur Turespaña mit Abstand das beliebteste Reiseziel

Auch in der Nebensaison kann man auf Mallorca noch Eis essen.

Auch in der Nebensaison kann man auf Mallorca noch Eis essen. / Nele Bendgens

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Deutsche Urlauber haben zwar nach wie vor ein Faible für Spanien – die Begeisterung für Mallorca und die anderen Balearen-Inseln aber nimmt neuerdings etwas ab. Das konstatiert die spanische Tourismus-Agentur Turespaña in ihrem neuen Bericht Winter 2025/2026 zum Quellmarkt Deutschland. Demnach ist Spanien mit 6,8 Millionen verfügbaren Sitzplätzen bei Flugverbindungen weiter das beliebteste Reiseland. Das sind 1,7 Millionen Plätze mehr als in die Türkei auf Platz 2.

Allerdings: Im Vergleich zum vorherigen Winter ist das ein Rückgang von 2,4 Prozent, während die Türkei um 18,4 Prozent zulegt. Auch bei den vor Beginn des Winterflugplans bereits gebuchten Plätzen liegt Spanien mit rund 475.000 Reservierungen weit vorne.

Balearen mit fast zehn Prozent Einbußen

Und: Während alle anderen Konkurrenzziele im Mittelmeerraum Einbußen hinnehmen mussten, blieb die Nachfrage nach Spanien gleich. Mit einer Ausnahme: Auf die Balearen gab es 9,8 Prozent weniger Buchungen als im Vorjahreszeitraum.

Der Bericht geht auch auf mögliche Gründe ein: Die gestiegenen Preise könnten sich inzwischen immer weniger Deutsche leisten. Zwar verfügten die Deutschen nach wie vor über eine hohe Sparquote von rund 20 Prozent und damit deutlich mehr als im EU-Durchschnitt (15 Prozent).

Familien sparen beim Urlaub

Dennoch verkürzten sie angesichts der hohen Preise von Hotels und Flügen ihre Urlaube oder wichen auf günstigere Ziele aus. Speziell Familien mit Kindern oder mit niedrigeren Einkommen müssten inzwischen immer häufiger ganz auf Auslandsreisen verzichten.

Aufgrund der stark gestiegenen Preise ist dennoch ein Plus an Ausgaben der Deutschen für ihren Spanien-Urlaub zu verzeichnen. Nach den Zahlen von Turespaña gaben die Deutschen zwischen Januar und August 2025 in Spanien rund 10,7 Milliarden Euro aus. Das waren rund 440 Millionen Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2024.

Proteste und Überfüllung könnten abschrecken

Speziell für die Balearen geht die Studie noch auf weitere mögliche Ursachen für den Rückgang der deutschen Urlauber ein. Dazu zählt Turespaña - allerdings ohne konkrete Belege - Faktoren wie die Überfüllung, die Erhöhung der Touristensteuer und die Proteste gegen den Massentourismus.

Insgesamt sei Spanien, zu diesem Ergebnis kommt die Studie dann aber auch, weiterhin ein robustes Reiseziel für den Herbst und Winter. Gerade auch für die Deutschen.

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