Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Mallorca zu teuer? Firmen sagen Kongresse wegen Hotelpreisen ab

Schon zwei deutsche Automobilfirmen verzichteten auf die Insel als Austragungsort. "Bei den Hotelpreisen muss einmal das Ende der Fahnenstange erreicht sein", warnt ein Anbieter

2023 von Mercedes gebucht: das Kongresszentrum in Palma.

2023 von Mercedes gebucht: das Kongresszentrum in Palma. / Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Seit Jahren versucht Mallorca, im MICE-Tourismus Fuß zu fassen. MICE, das ist die englische Abkürzung für Meetings (Treffen), Incentives (Firmenevents), Conventions (Kongressen) und Exhibitions (Messen und Ausstellungen). Die Insel ist dabei auch schon vorangekommen. Zu dem großen Kongresszentrum in Palma sind gerade in jüngster Zeit kleinere hinzugekommen. Dazu gehört etwa das Aubamar Convention Center an der Playa de Palma, in dem die Unternehmervereinigung Palma Beach am Donnerstag (20.11.) ein der Urlauberhochburg gewidmetes Forum veranstaltete. Und auch die Planung für eine richtige Messe, die 2029 eröffnen soll, macht sich zumindest auf den Bildern schon recht gut.

Jetzt aber schrillen die Alarmglocken: Die in den vergangenen Jahren stark angezogenen Hotelpreise entwickeln sich zu einem Wettbewerbsnachteil für die Insel. Besonders deutsche Kongressveranstalter und Firmen würden mittlerweile angesichts der hohen Unterbringungskosten abwinken, warnte am Donnerstag (20.11.) bei einem Forum der Unternehmervereinigung Palma Beach die Verkaufsleiterin des Kongresszentrums Karina Zaplana. Zwei große Kunden aus der Automobilbranche hätten es deswegen vorgezogen, ihre Veranstaltungen in Deutschland statt wie angedacht auf der Insel abzuhalten. "Unsere Kunden sind nicht dazu bereit, mehr für das gleiche Produkt zu zahlen als beim letzte Mal", sagte Zaplana.

Bei einer der Podiumsdiskussionen des Forums von Palma Beach am Donnerstag (20.11.).

Bei einer der Podiumsdiskussionen des Forums von Palma Beach am Donnerstag (20.11.). / Agencia.com

Von Hotels aufgerufene Preise haben sich regelrecht verdoppelt

"Auch bei den Hotelpreisen muss einmal das Ende der Fahnenstange erreicht sein", warnte auch Juan Miguel Caldentey, der CEO der auf diesen Bereich spezialisierten Maximice Event Group. Die im Saal anwesende Eventveranstalterin Marta Blasco bestätigte, dass viele der für ihre Kunden infrage kommenden Hotels ihre Preise dieses Jahr geradezu verdoppelt hätten. Zimmerpreise von 250 Euro und aufwärts sind auf Mallorca keine Seltenheit mehr. Auch die Preise in den Restaurants sind stark gestiegen.

Hinzu kommt, dass viele Hotels nicht auf die MICE-Gäste eingestellt sind, die meist nur für zwei, drei Tage anreisen. An der Playa de Palma, wo es an Hotels bekanntlich nicht mangelt, würde viele Häuser deswegen sogar abwinken und weiter lieber auf klassische Urlauber setzen, die über die Reiseveranstalter zu ihnen gelangen und oft mindestens eine Woche bleiben. Dabei wären diese Hotels für Kongressteilnehmer ideal, wie auch weitere Teilnehmer des Forums hervorhoben. Die Playa de Palma ist sehr gut an Palma angebunden und bietet auf jeden Fall nicht nur Strandfreuden, sondern auch Abwechslung vom Kongressgeschehen.

Über 3.000 Menschen auf einmal unterbringen

Bei großen Kongressen kann es schon mal vorkommen, dass über 3.000 Menschen untergebracht werden müssen. Unlängst habe eine solche Anfrage ihr Team und sie ganz schön ins Schwitzen gebracht, berichtete Karina Zaplana. Letztlich sei es gelungen, dem Kunden die Unterkünfte zu garantieren, aber es habe sehr viele Anrufe bei sehr vielen Hotels gekostet und nicht alle hätten sich kooperativ gezeigt.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents