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"Playa de Palma den Einheimischen schmackhaft machen": Wie sieht die Zukunft der Urlaubsgegend aus?

Beim zweiten Forum Palma Beach diskutierten Vertreter der Tourismusindustrie und der Politik

Beispiel eines alteingesessenen Geschäfts an der Playa de Palma: die Boutique "Isabel", die nach 52 Jahren schließt.

Beispiel eines alteingesessenen Geschäfts an der Playa de Palma: die Boutique "Isabel", die nach 52 Jahren schließt. / Simone Werner

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Die Playa de Palma darf keine reine Urlaubsgegend sein, sondern muss sich für Mallorquiner und andere Residenten auf der Insel öffnen. Nur dann gelinge der dringend nötige Wandel des Areals. Das war eine der Forderungen, die beim zweiten Forum Palma Beach artikuliert wurden. Akteure aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik trafen sich am Donnerstagvormittag (20.11.) im erst im Juni 2025 eingeweihten Convention Center des Hotels Aubamar Bali. In diesem Zusammenhang besonders wichtig: Wie kann die Qualität des Angebots an der Playa de Palma sichergestellt werden?

Beim runden Tisch zu diesem Thema appellierte der Hotelierspräsident der Playa de Palma, Pedro Marín, direkt zu Beginn an die politischen Institutionen: "Die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit der Privatwirtschaft ist essenziell. Das Urlaubsziel Playa de Palma sind wir alle, Hoteliers, Urlauber, Politik und Residenten auf Mallorca." Das Urlaubsziel Playa de Palma müsse globaler gedacht werden. In einem stimmten alle Teilnehmer am runden Tisch überein: Die Playa de Palma der Zukunft funktioniert nur, wenn die Einwohner von Mallorca die Gegend selbst nutzen.

Der runde Tisch für mehr Qualität an der Playa de Palma mit (v. li.) Miquel Planas, Carolina Domingo, Pedro Marín, Journalistin Laura Marqués und María José Aguiló.

Der runde Tisch für mehr Qualität an der Playa de Palma mit (v. li.) Miquel Planas, Carolina Domingo, Pedro Marín, Journalistin Laura Marqués und María José Aguiló. / Agencia.com

Die Playa de Palma "den Einheimischen schmackhaft machen"

Carolina Domingo, die Vertreterin des Einzelhandelsverbandes Pimem, stimmte hier mit ein: "Wir müssen die Playa de Palma den Einheimischen schmackhaft machen und sie einladen, hier entlangzuflanieren und die Gegend neu zu entdecken", forderte sie. Die Meerespromenade soll nach ihrer derzeit laufenden Renovierung Passeig de la Platja de Palma heißen und Fußgängern eine noch wichtigere Rolle einräumen. Pedro Marín forderte einen Passeig, der "365 Tage im Jahr funktioniert". Die Leitlinie der neuen Playa de Palma solle das Zusammenleben zwischen Urlaubern und Residenten sein. "Dann beginnt der echte Wandel", sagte Marín.

Und das passiere automatisch, wenn sich herumspreche, dass es in dem Gebiet ein hochwertiges Angebot gebe, sowohl in der Gastronomie als auch im Einzelhandel. Ersteres hat sich in den vergangenen Jahren nach Einschätzung der Branchenvertreter gut entwickelt, Letzteres habe noch deutlichen Nachholbedarf.

Einzelhandelsangebot stark verbesserungswürdig

Vor allem Carolina Domingo wurde hier deutlich. "Früher gab es traditionelle Geschäfte mit Alleinstellungsmerkmalen, heute sind weite Teile der Meerespromenade von Supermärkten übersät", kritisierte Domingo. Hier gebe es noch einiges zu tun im Hinblick auf ein interessanteres Angebot und ein harmonischeres Erscheinungsbild. Es sei aber nicht unmöglich, den Wandel zu schaffen. "Das zeigt das Beispiel Passeig del Borne. Der war 1999 tot, als wir angefangen haben, dagegenzuarbeiten."

Man müsse ja auch das Rad nicht neu erfinden, warf María José Aguiló, die Vizepräsidentin der mallorquinischen Hoteliersvereinigung Fehm, ein. "Wir können uns doch ein Beispiel daran nehmen, was funktioniert." Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Neuausrichtung der Urlauberhochburg Magaluf, die in den zurückliegenden Jahren durch Investitionen der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand deutlich an Attraktivität gewonnen hat. "An der Playa de Palma haben wir diese nachhaltige und dauerhafte Entwicklung nicht gesehen", kritisierte Aguiló vor allem die Politik.

Vorbild Miami

Ein weiteres Beispiel für Urlaubsziele, die einen positiven Wandel durchgemacht haben, sei Miami, warf Pedro Marín ein. Die Stadt in Florida hat sich in den vergangenen Jahren von einer reinen Urlaubsdestination hin zu einem Zentrum für Lifestyle, Kunst und Mode entwickelt. Das wiederum lockt internationale Besucher an.

Miquel Planas, der als Berater für den Gastronomieverband CAEB zuständig ist, unterstrich die Bedeutung der Restaurants an der Playa de Palma als Schnittstelle zwischen Urlaubern und Einheimischen. Um das Angebot weiter zu verbessern, forderte er die Einführung von Qualitätssiegeln für die Gastronomie. Auch sei es im Sinne eines vielfältigen Angebots für Urlauber und Residenten wichtig, dass traditionelle Geschäfte an die Playa de Palma zurückkehren.

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