Von Mexiko bis Südkorea: Spaniens Tourismusagentur will die halbe Welt nach Mallorca locken
Das "Diario de Mallorca" hat die Berichte von Turespaña ausgewertet

Aus allen Richtungen kommen sie, die Mallorca-Urlauber. / Nele Bendgens
Mallorca ist stets darauf bedacht, neue Märkte zu erschließen. So zumindest die Auslegung des mit spitzer Feder schreibenden Kolumnisten des "Diario de Mallorca", Matías Vallés, der sich die 2025 erschienenen Analysen der spanischen Tourismusagentur Turespaña genauer angeschaut hat. Und zum Schluss gekommen ist, dass es verdammt eng auf der Insel wird, wenn es so kommt, wie sich Turespaña das vorstellt. Nachfolgend die Quellmärkte für Mallorca und dazu die Interpretation von Turespaña, wie es mit dem Tourismus von dort aus weitergeht.
- Mexiko: Die Balearen werden in den Analysen der Tourismusförderer als Region bezeichnet, "die einen Anstieg der Buchungen" aus Mexiko verzeichnen. Es werde in Zukunft ein "vorrangiges Reiseziel" der Mexikaner sein. Bisher geben das die Reisevorlieben der Amerikaner nicht her. Zwar gehört Spanien zu den beliebtesten Zielen in Mexiko, allerdings zieht es die Urlauber vor allem in die Großstädte Madrid und Barcelona sowie nach Andalusien.
- China: Die Zahlen von Turespaña sprechen von einem Anstieg der chinesischen Urlauber auf den Inseln um 16,3 Prozent. Zwar seien die Zahlen nach wie vor gering, doch die zunehmende Beliebtheit öffneten Raum, um an Flugverbindungen zu arbeiten, heißt es.
Die Wachstumsmärkte
- Region um den persischen Golf: Hierbei handle es sich um einen "strategischen" Markt. Die "Stabilität" in der Region begünstige das Wachstum des Tourismus. Die Einschätzung, dass die Urlauberzahlen aus dem Mittleren Osten ansteigen dürften, ist tatsächlich nicht besonders tollkühn. Immerhin gibt es im Jahr 2026 in den Sommermonaten eine Direktverbindung zwischen Palma und Abu Dhabi mit der Fluggesellschaft Etihad.
- Kanada: Ähnlich verhält es sich mit dem nordamerikanischen Land. Auch hier wird es ab 2026 eine Direktverbindung nach Mallorca geben. Von Montreal aus fliegt Air Canada zwischen Juni und September nach Mallorca. In den Analysen von Turespaña heißt es zum kanadischen Markt: "Das Wachstum auf den Balearen ist hervorzuheben, das Potenzial ist groß." Wünschenswert sei ein "kontinuierliches Wachstum" in der Ankunft von kanadischen Urlaubern. Kein Wort von Maßnahmen zum Stopp der Überfüllung auf Mallorca.
- USA: "Die Balearen sind mit einem Wachstum von 20,7 Prozent innerhalb eines Jahres führend bei Buchungen aus den Vereinigten Staaten", vor allem hervorgerufen durch die Direktverbindung mit United Airlines zwischen New York und Palma. Die Balearen seien ein "zentrales Reiseziel".

Air Canada bewirbt bereits die neue Verbindung. / DM
Wo es großes Potenzial gibt
- Argentinien: In diesem südamerikanischen Land habe Mallorca und die Balearen noch einiges Potenzial, heißt es bei Turespaña. Man erhoffe sich einiges, da Argentinier offenbar treue Urlauber sind, die gerne mehrfach an dieselben Orte fahren, wenn es ihnen dort gefallen hat. Genaue Zahlen darüber, wie viele argentinische Urlauberinnen und Urlauber in den zurückliegenden Jahren auf den Balearen waren, gibt es nicht. Wenn man sich den dazugehörigen Bericht ansieht, wird klar: Die Balearen haben viel Potenzial, weil sie quasi bei Null starten. Für den Winter 2025/26 gibt es kaum Buchungen auf die Balearen. Laut dem Bericht sind die Reservierungen um 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.
- Australien: Turespaña stellt bei Urlaubern aus Down Under einen "Anstieg bei Regionen wie den Balearen" fest. Konkrete Zahlen gibt es einmal mehr nicht, auch in den Daten der spanischen Statistik-Institute wird nicht explizit aufgeführt, wie viele Urlauber aus Australien nach Spanien oder auf die Balearen reisen. Im dazugehörigen Bericht liegen die Direktbuchungen auf die Balearen in einem ähnlich homöopathischen Bereich wie bei argentinischen Urlaubern. Hier zeigt sich allerdings ein Zuwachs von 44,2 Prozent für den Winter 2025/26, verglichen mit dem Vorjahr.
- Brasilien: Spanien sei "etabliert" als Reiseziel bei brasilianischen Urlaubern und könne mit anderen Sonnen- und Luxuszielen ohne Probleme konkurrieren – speziell die Costa del Sol und die Balearen, schreibt Turespaña. In Zukunft "wird der Marktanteil steigen".
- Südkorea: Konkrete Zahlen gibt es nicht, doch hat sich Mallorca in den zurückliegenden Jahren tatsächlich zu einem beliebten Reiseziel vor allem für junge südkoreanische Paare entwickelt, die ihre Flitterwochen auf der Insel begehen. Die Balearen werden als Region mit einem "hohen Potenzial" für den südkoreanischen Markt dargestellt.

Für Trauungen kommen viele Urlauber. / Mallorca Hochzeiten
Tendenz steigend
- Frankreich: In den zurückliegenden Jahren hat sich die Zahl der französischen Urlauber auf den Balearen stark erhöht. Turespaña geht davon aus, dass es bei dieser Tendenz bleibt. Zusätzlich dazu werde es einen "Anstieg der Flugverbindungen auf die Kanaren und auf die Balearen geben". Seit der Corona-Pandemie haben die Franzosen die Balearen als nahes Reiseziel entdeckt. Allein im Juli 2025 kamen 246.000 von ihnen auf die Inseln. Das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
- Niederlande: Auch hier seien die Balearen "vorrangiges Reiseziel". Turespaña wünscht sich aber noch einen Zuwachs bei den Buchungen "im ersten Quartal des Jahres".
- Israel: Vor dem Krieg mit Gaza gab es eine direkte Verbindung auf die Balearen, die gern genutzt wurde, nun aber unterbrochen ist. Je nachdem, wie die Situation im Land sich entwickelt, werde darüber nachgedacht, die Verbindung 2026 wieder aufzunehmen, weiß man bei Turespaña. /jk
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