Fàbrica Nova in Sóller: Inselrat will Industriedenkmal mit Investition von 9,2 Millionen Euro retten
Immer wieder wurde um das Gebäude gerungen, das seit 1971 geschlossen ist

Derzeit wenig einladend: Blick in die Fàbrica Nova in Sóller. / Joan Mora
Die Denkmalbehörde des Inselrats von Mallorca will am Dienstag (25.11.) den Kauf der Fàbrica Nova in Sóller beschließen – eine Investition von rund zwei Millionen Euro, mit der eines der wichtigsten Industriedenkmäler der Insel gerettet werden soll. Insgesamt belaufen sich die Kosten für Erwerb und Sanierung nach vorläufigen Schätzungen auf 9,2 Millionen Euro.
Das ehemalige Zentrum der Textilindustrie von Sóller befindet sich in einem stark verfallenen Zustand und ist in mehreren Bereichen einsturzgefährdet. Technische Gutachten haben ergeben, dass das Eingreifen der öffentlichen Hand die einzige Möglichkeit sein dürfte, das Bauwerk längerfristig zu erhalten. Geplant ist nun, ein zentrales Symbol des industriellen und immateriellen Erbes Mallorcas zu bewahren und in dem Gebäude künftig ein Textilmuseum von regionaler Bedeutung einzurichten.
Textilmuseum für die ganze Insel
Entstehen soll ein großes Museum mit einer Dauerausstellung über die Textilgeschichte in Sóller und auf der ganzen Insel Mallorca, in dem einerseits der architektonische Wert des Gebäudes erhalten bleiben soll und andererseits die historischen Maschinen und Arbeitsgeräte der ehemaligen Fabrik ausgestellt werden sollen.

Ganz schön Arbeit liegt vor den Bauarbeitern, die die Fàbrica Nova wieder herrichten sollen. / Joan Mora
Die Verantwortlichen des Inselrats wollen nun den Kaufvertrag noch vor Jahresende mit den derzeitigen Eigentümern unterzeichnen und direkt im Anschluss dringende Sicherungsarbeiten beginnen. Der Plan dafür liegt bereits vor. Danach folgen die strukturellen Sanierungen, die Ausarbeitung des Restaurierungs- und Ausstellungskonzepts sowie schließlich die vollständige Umsetzung der Bauarbeiten.
Allein die Restaurierung kostet 6,5 Millionen Euro
Die Gesamtkosten bis zur Eröffnung des Museums werden auf 9,2 Millionen Euro geschätzt. Der mit Abstand größte Posten dabei: die umfassende Restaurierung mit rund 6,5 Millionen Euro. Die Einrichtung des Museums mit allen Ausstellungsstücken und begleitenden Aktivitäten soll etwa 1,7 Millionen Euro kosten. Der Inselrat rechnet damit, dass das künftige Museum einen jährlichen Betriebshaushalt von rund einer Million Euro haben wird.
Bereits seit vielen Jahren wird um die Zukunft der Fàbrica Nova gerungen, die seit 1971 geschlossen ist. Im Jahr 2013 etwa wollte der deutsche Unternehmer Franz Kraus (Fét a Sóller) das Gebäude restaurieren und in ein Industriemuseum verwandeln. Kraus und Jaime Oliver, dessen Familie das Gebäude gehörte, wollten in Restaurierung und Umwandlung in ein Museum zwei Millionen Euro stecken.
Letztlich kam es nicht dazu, genausowenig wie zu anderen Restaurierungsplänen der Gemeinde. Mehrfach wollten das Rathaus von Sóller oder der Inselrat den Bau bereits herrichten lassen und in ein Museum verwandeln. Die Pläne scheiterten an den hohen Kosten. Diese sind nun allerdings noch deutlich höher als bei den letzten Versuchen der Rettung. /jk
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