Illegale Ferienvermietung auf Mallorca: Drei Angebote bei Airbnb beweisen, wie dreist die Vermieter vorgehen
Vom Camper-Van bis zur gefälschten Lizenz: Airbnb-Vermieter auf Mallorca umgehen weiterhin die Regeln

Eines der illegalen Angebote von Airbnb auf Mallorca. / Airbnb
Die Buchungsplattform Airbnb bewirbt weiterhin illegale Ferienunterkünfte auf Mallorca. Das irreguläre Angebot wächst auf den Balearen weiter und umgeht – auf die eine oder andere Weise – die meisten der eingerichteten Kontrollmechanismen. Dabei hatte Mallorcas Inselrat sich noch vor wenigen Tagen damit gebrüstet, seit Mai 4.400 illegale Angebote aus der Plattform entfernt zu haben. Doch ein Blick auf das Webportal zeigt, dass dreiste Anzeigen immer noch an der Tagesordnung sind.
Ein besonders extremer Fall: Ein gewisser Jesús, laut Airbnb mit 13 Jahren Erfahrung, bietet einen zum Camper umgebauten Lieferwagen für rund 3.400 Euro im Monat an – unter dem Vorwand, man könne „unter dem Mond schlafen“. Die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" hatte bereits im September über dieses illegale Angebot berichtet. Doch bislang wurde es nicht gelöscht. Dies könnte daran liegen, dass er eine falsche Registrierungsnummer angibt. Dies ist ein Trick, auf den viele Anbieter zurückgreifen. Dass es sich in dem Fall um Betrug handelt, ist noch offensichtlicher als sonst, denn Fahrzeuge können keine Ferienvermietungslizenz erhalten.
Lizenznummer geklaut
Ebenfalls mit einer geklauten Lizenz ausgestattet ist ein „gemütliches Apartment“ in Palma, das einfach die Registrierungsnummer von einer Ferienunterkunft in Sa Pobla kopiert hat. Im Angebot: Drei Nächte für 281 Euro. Manuel, der Gastgeber, verfügt über sieben Jahre Erfahrung. Ebenso lange ist die Vermietung von Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern in Palma verboten.
Und dann ist da noch Miguel, der über Airbnb ein „einfaches und günstiges Zimmer für 1 Person in Arenal“ für 125 Euro für zwei Nächte anbietet. Hier ist die Lizenznummer frei erfunden. Derselbe Eigentümer bietet in Palma zudem ein Zimmer mit Gemeinschaftsbad für 71 Euro an. Auch solche Angebote sind komplett verboten.
Kritik von der Opposition
Bei der Plenarsitzung am Donnerstag warf die Opposition dem zuständigen Tourismusdezernenten José Marcial Rodríguez vor, die illegalen Angebote nicht konsequent zu verfolgen. Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass 52 Sanktionen gegen illegale Angebote verbummelt worden waren. Rodríguez erklärte, er sei immer noch dabei, die Fehler der vorherigen Legislaturperiode zu korrigieren. /pss
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