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"Das beste Weihnachtsgeschenk": So reagiert die Branche auf den Weggang des Tourismus-Dezernenten

José Marcial Rodríguez hat es sich in den zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit mit Hoteliers und Ferienvermietern verscherzt. Dass der Nachfolger keine Erfahrung im Tourismus hat, wird als das kleinere Übel empfunden

Der nun geschasste Tourismusdezernent des Inselrats von Mallorca, José Marcial Rodríguez, am Balearen-Stand auf der ITB in Berlin.

Der nun geschasste Tourismusdezernent des Inselrats von Mallorca, José Marcial Rodríguez, am Balearen-Stand auf der ITB in Berlin. / Johannes Krayer

Die Nachricht vom Aus des bisherigen Tourismusdezernenten im Inselrat, José Marcial Rodríguez, ist in der Branche mit Erleichterung aufgenommen worden. Der Politiker, der langjährige Erfahrung im Tourismus besitzt und vor seinem Einstieg in die Politik den Hoteliersverband von Cala Millor und Sa Coma leitete, hatte es sich in den zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit mit der Branche verscherzt. "Er hätte schon vor einem Jahr gehen sollen", sagen Insider gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Andere drückten sich noch deutlicher aus: "Das ist das beste Weihnachtsgeschenk."

Die Liste der Fehltritte ist lang. Allein in diesem Jahr machte der Dezernent des wohl wichtigsten Ressorts im Inselrat unter anderem mit Mobbing-Vorwürfen durch seine Mitarbeiter, eine vermasselte Vergabe von Ferienvermietungslizenzen und verbummelte Sanktionen für illegale Angebote von sich reden.

"Ich will gehen"

Das Unbehagen beruhte auf Gegenseitigkeit. Rodríguez hatte in den vergangenen Monaten immer wieder verlauten lassen, dass er eigentlich gar keine Lust mehr auf den Posten habe. Im November ließ er den Satz "Ich will gehen" auf der Tourismusmesse World Travel Market fallen. Das kam nicht gut an.

Guillem Ginard auf einem Archivfotovon 2023. Rechts im Hintergrund sein Vorgänger Marcial Rodríguez.

Guillem Ginard auf einem Archivfotovon 2023. Rechts im Hintergrund sein Vorgänger Marcial Rodríguez. / B. Ramon

Und doch hielten Hoteliers und Ferienvermieter lange still. Obwohl gerade letztere durchaus Grund zur Klage hatten. Inselratspräsident Llorenç Galmés bat die Branchenvertreter immer wieder um Geduld. "Wir werden die Probleme lösen", versprach er. Pustekuchen. Am 18. Dezember platze dem Ferienvermieterverband Habtur der Kragen, als Rodríguez ankündigte, die Vergabe von Lizenzen bis auf Weiteres zu verschieben.

Zweifel am Nachfolger

Offen ist derweil die Zukunft von Rodríguez Stellvertreterin Clara del Moral. Die meisten Vertreter der Branche haben die Nase voll von ihr und würden ihren Weggang befürworten. Dennoch herrscht die Sorge, dass das Dezernat ohne sie endgültig ins Chaos versinken könnte. Denn Rodríguez' Nachfolger Guillem Ginard hat keinerlei Erfahrung im Tourismus. So dürfte der Verbleib von del Moral für die verbleibenden anderthalb Jahre der Legislaturperiode das kleinere Übel darstellen.

Als die Ankündigung des Nachfolgers bekannt wurde, herrschte vor allem Ratlosigkeit unter den Touristikern. "Wer ist das denn?", war die Frage, die in zahlreichen Whatsapps kursierte. Und dennoch, so der Tenor, sei es immer noch besser als "weitere anderthalb Jahre Marcial Rodríguez zu ertragen." /pss

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