Nach 340 Jahren: Mallorcas ältestes Geschäft hat für immer dichtgemacht
Am Dienstag (30.12.) konnten Kunden zum letzten Mal in der Kurzwarenhandlung Ca Donya Àngela in Palma einkaufen

Der Betreiber von Ca Donya Àngela, Miquel Aguió, auf einem Archivbild. / B.RAMON
Die Kurzwarenhandlung Ca Donya Àngela im Zentrum von Palma hat ihre Türen am Dienstag (30.12.) für immer geschlossen. Die Insel verliert damit ihr ältestes bestehendes Geschäft. Der Laden im Carrer Jaume II, unweit der Plaça Major, wurde in den 340 Jahren seines Bestehens von derselben Familie geführt. Die letzten Betreiber waren Miquel Aguiló und Ester Gordiola.
In dem sozialen Netzwerk Instagram verabschiedeten sich Aguiló und seine Mutter von ihren Kunden und bedankten sich für deren Treue in all den Jahren:

Ein Traditionsgeschäft verabschiedet sich auf Instagram. / Instagram: merceriangela1685
Gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" erklärte Aguiló vor einigen Wochen, sein Geschäft habe sich quasi in eine Art Museum verwandelt. „Die Großeltern bleiben vor dem Laden stehen und sagen zu ihren Enkeln: ‚Schaut, das ist eine Kurzwarenhandlung.‘" Die Straße habe sich zu sehr verändert. "Wir passen hier nicht mehr her."
Die Geschichte des Geschäfts
Historischen Dokumenten zufolge beherbergte das Geschäft, bevor es zur Kurzwarenhandlung wurde, unter anderem das Amt für Stempelrecht – eine Steuer auf Stoffe, die 1376 von Peter IV. von Aragón eingeführt wurde. Im Jahr 1671 verkaufte Baltasar Contestí das Lokal an Rafel Martí, genannt „Barbassa“. 1679 wurde es von der Inquisition beschlagnahmt, und 1685 erwarb es Pere Fortessa, genannt „Botiguer“ (wörtlich: der Ladeninhaber), der erste der Familiendynastie, für 1.160 mallorquinische Pfund.
Miquel Aguiló und Ester Gordiola, die letzten Betreiber, sind die elfte Generation der Familie, die der Kurzwarenhandlung vorstanden. Seinen heutigen Namen erhielt das Geschäft zum Gedenken an Àngela Bonnín, die 1931 nach dem Tod ihres Schwiegervaters die Leitung übernahm. 1961 wurde eine umfassende Renovierung des Lokals durchgeführt, die die Erneuerung der Dekoration und des Mobiliars einschloss. Dennoch bewahrte es den Charme der alten Läden, die die Bevölkerung und die Näherinnen belieferten, als Kleidung noch von Hand gefertigt wurde.
Das Mobiliar war schlicht: eine Theke aus Holz und Glas, hölzerne Regale mit Schubladen zur Aufbewahrung von Knöpfen, Nadeln, Fingerhüten und anderem Kleinzubehör. An der Fassade bewahrte das Schaufenster aus Holz und Glas bis zuletzt den typischen Stil der sechziger und siebziger Jahre.

Maribel Moyà vom Geschäft Paraguas. / Guillem Bosch
Im Katalog der historischen Läden
Im Jahr 2020 verlieh der Inselrat der Kurzwarenhandlung die goldene Ehrenmedaille. Seit 2018 war sie zudem Teil des Katalogs der historischen Geschäfte der Stadt Palma.
In den Wochen vor der Schließung am Dienstag (30.12.) wurden die Restbestände veräußert, auch über Instagram.
Künftig will Aguiló den Laden vermieten, wie er gegenüber dem "Diario de Mallorca" schon vor einigen Wochen angekündigt hatte. "Es ist meine Pension, denn von der gesetzlichen Rente, die mir zusteht, kann ich nicht leben", so seine Worte. Das Aus für Mallorcas ältestes Geschäft hatte in Palma für Bestürzung gesorgt. Es ist nicht der einzige traditionsreiche Laden im Carrer Jaume II, der in diesem Jahr die Pforten dichtgemacht hat. Auch das Schmuckgeschäft Sant Joan hat 2025 seine Schließung angekündigt.

Joan Campins vom Schmuckladen Sant Joan. / Guillem Bosch
Die wenigen anderen verbliebenen ursprünglichen Einzelhändler von Jaume II schauten im Gespräch mit dem "Diario de Mallorca" ebenfalls pessimistisch auf die Entwicklung in der Straße. "Wir verlieren unseren Platz in der Stadt", beklagt etwa Maribel Moyà, die das Geschäft "Paraguas" betreibt. „Jaume II war ein Ort mit vielen Läden von Leuten von hier. Heutzutage sind es nur noch Eisdielen oder Souvenirshops, Saisonbetriebe, die in der Nebensaison schließen.“ /pss, sw
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