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Nur kurzer Schlussverkauf auf Mallorca - Handel startet in ein hartes Jahr 2026

Die Branchenverbände befürchten ein Jahr, das von Ladenschließungen und dem Überlebenskampf traditioneller Geschäfte geprägt sein wird

Der Handel prognostiziert gute erste Tage bei den "Rebajas", doch der Effekt wird wohl nur von kurzer Dauer sein.

Der Handel prognostiziert gute erste Tage bei den "Rebajas", doch der Effekt wird wohl nur von kurzer Dauer sein. / G. Bosch

Mallorcas Einzelhandel ist unter schwierigen Vorzeichen ins Jahr 2026 gestartet, unter anderem mit nur kurzen Winterschlussverkäufen. Die Vorsitzenden der Einzelhandels-Verbände Afedeco und Pimeco, Joana Manresa und Carolina Domingo, sind sich einig, dass auch weiterhin Traditionsgeschäfte verschwinden werden, teils wegen fehlender Nachfolge. Die gesamte Branche stecke in einem "Überlebenskampf".

"Rebajas" ab 7. Januar

Die meisten Geschäfte auf der Insel wollen den Schlussverkauf ab dem 7. Januar einleiten, einige sind bereits früher gestartet. Erwartet wird zwar ein spürbarer Anstieg der Verkäufe, aber vor allem in den ersten zwei Wochen.

Viele Händler rechnen damit, schon ab Februar rasch auf Frühjahrskollektionen umzuschwenken. Große Ketten planen deshalb, direkt mit kräftigen Abschlägen (oft 30 bis 50 Prozent) einzusteigen, um durch die "Rebajas" ihre Winterware schnell abzubauen.

Die Bilanz von 2025

Die Weihnachtsverkäufe wurden laut der Pimeco-Chefin durch das winterliche Wetter befeuert. Der Umsatz bei Mode und Accessoires sei besser als erwartet gewesen. Ihre Kollegin verweist indes darauf, dass der Lebensmittelhandel trotz einer wachsenden Tendenz zum Kauf von Eigenmarken Stärke gezeigt habe. Beide sprechen jedoch von einem Jahr 2025 mit einer insgesamt rückläufigen Tendenz für den traditionellen Einzelhandel. Hierbei spiele auch die Ausbreitung des Online-Handels eine Rolle.

Start ins Jahr 2026

Der Beginn von 2026 ist zwar durch den Winterschlussverkauf geprägt, aber die Branchenvertreterinnen betonen, dass er einen Großteil seiner umsatzsteigernden Wirkung verloren hat. Mittlerweile hätten sich die Rabatte auf das ganze Jahr ausgeweitet. Hinzugekommen sind auch Aktionen wie der Black Friday.

Aus diesem Grund wird mit "guten" ersten Tagen des Schlussverkaufs gerechnet, aber auch damit, dass der Konsum nach Ablauf der ersten zwei Wochen abflauen wird. Die Regale werden sich dann wohl rasch mit der neuen Mode für das Frühjahr füllen.

Weniger Kaufkraft bei Residenten und Urlaubern

Zwei Aspekte in Bezug auf die Kaufkraft machen dem Sektor besondere Sorgen. Einerseits zwinge die Verteuerung des Wohnraums die Einheimischen zum Sparen bei den Einkäufen. Das sei besonders im Bereich Mode zu spüren.

Bei den Urlaubern wiederum wird befürchtet, dass der Anstieg der Hotel-, Restaurant- und Flugpreise den Spielraum für zusätzliche Ausgaben verringert. Der Handel bittet das Gastgewerbe, die Preise zu mäßigen, damit die Urlauber die Freude am Einkaufsbummel nicht verlieren. Selbst die großen Handelsunternehmen appellieren an den Hotelsektor der Insel.

Die Verbände appellieren an den Hotelsektor, die Preise zu mäßigen, um die Kaufkraft der Urlauber zu erhalten.

Die Verbände appellieren an den Hotelsektor, die Preise zu mäßigen, um die Kaufkraft der Urlauber zu erhalten. / Manu Mielniezuk

Schließung traditioneller Geschäfte

Sowohl Afedeco als auch Pimeco prognostizieren, dass auch das Jahr 2026 durch die Schließung traditioneller Geschäfte geprägt sein wird. Viele Geschäfte hätten Probleme, Nachfolger zu finden. Hinzu kämen die gestiegenen Kosten, insbesondere für die Mieten im Zentrum von Palma.

Die Branchenverbände werfen der Politik mangelnden Weitblick vor, da sie aus ihrer Sicht den Zugang zu den Geschäften erleichtern müsste. So könne der Bau neuer Parkhäuser etwa die schwierige Parksituation verbessern. Zwar sei die konservative Regierung in dieser Hinsicht dialogbereiter als die Sozialisten in der vergangenen Legislaturperiode, sagt Carolina Domingo. Die Maßnahmen seien aber längst noch nicht ausreichend. /bro/swr

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