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"Wenig christlich": Mallorcas Bischof kritisiert, dass Migranten abgelehnt und Millionen Urlauber empfangen werden

Besonders hart geht der Chef der Diözese mit den Konservativen und den Rechtsextremen ins Gericht

Mallorcas Bischof Sebastià Taltavull.

Mallorcas Bischof Sebastià Taltavull. / DM

Sergi Ill/Efe

Klare Worte von Mallorcas Bischof Sebastià Taltavull. Der oberste Kirchenherr der Insel erklärte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Efe, er bedaure, dass die Aufnahme von Bootsmigranten abgelehnt werde, während jedes Jahr Millionen von Urlaubern empfangen würden. „Es hat mich immer abgestoßen, dass es Christen mit einer solchen Haltung gibt, die sich gegen die Ärmsten und Bedürftigsten stellen“, erklärte er.

Jeder arme und bedürftige Mensch habe mehr als genug Gründe, von Anfang an aufgenommen zu werden, so Taltavull. Dies sei ein Auftrag Jesu selbst: „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“, betonte der Leiter der Diözese unter Berufung auf das Evangelium.

Scharfe Kritik an PP und Vox

Besonders streng ging Taltavull mit den Konservativen (PP) und Rechtsextremen (Vox) ins Gericht. Der Bischof kritisierte, dass es in Calvià ein leerstehendes Kloster gebe, das man den Migranten zur Verfügung stellen könne. Dass dies nicht passiere, lege an der Ablehnung durch das Rathaus, das von einer rechten Koalition regiert wird. Diese Haltung bezeichnete er als „wenig christlich und wenig menschlich“. Zu sagen, man könne diese Menschen nicht aufnehmen, weil sie Kriminelle seien, sei ein Werturteil, das nicht der Realität entspreche.

Auf die Frage, ob ihn der Versuch einiger politischer Gruppierungen beunruhige, den Katholizismus für sich zu vereinnahmen, antwortete er mit Ja, da „keine Partei sich einen religiösen Glauben zuschreiben kann“. Er warnte, dass die Vereinnahmung eines Glaubens zu einer Situation wie im Iran führen könne, wo es eine „theokratische Regierung“ gebe, die „im Namen Gottes ausgrenzt und tötet“.

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