Mallorca sagt dem Massentourismus den Kampf an: Palma will neue Ferienunterkünfte komplett verbieten
Der Bürgermeister von Palma zieht die Reißleine: Künftig sollen keine neuen Lizenzen für Ferienvermietungen vergeben werden

Ein Mehrfamilienhaus in Palma, in dem wohl illegale Ferienvermietung betrieben wird. / B. Ramon
Der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, hat für die kommende Plenarsitzung im Februar die Abstimmung über ein vollständiges Verbot neuer Ferienvermietungen geplant. Wie bereits im Oktober angekündigt wird die Stadtverwaltung dazu den Flächennutzungsplan ändern und so künftig alle neuen Lizenzen für touristische Vermietung im gesamten Stadtgebiet ausschließen.
Aktuell gibt es in Palma 639 registrierte Ferienunterkünfte in Einfamilienhäusern. In Wohnungen ist die Ferienvermietung bereits verboten, dennoch gibt es eine hohe Zahl illegaler Angebote. Die bestehenden Lizenzen behalten ihre Gültigkeit, werden aber nicht ersetzt, wenn sie auslaufen. Die neue Regelung soll in allen Stadtteilen und für alle Formen des touristischen Wohnens gelten.
Martínez braucht Unterstützung der Opposition
Die konservative Volkspartei (PP), die derzeit ohne Mehrheit regiert, rechnet mit Unterstützung anderer Parteien. Bereits zu Beginn der Legislaturperiode hatte der Bürgermeister signalisiert, keine neuen Ferienunterkünfte mehr zuzulassen. Die Stadtregierung unterstützte in der Vergangenheit auch Initiativen der Opposition, etwa von der linksregionalen Ökopartei Més per Palma oder Podemos, die eine Ausweitung der Verbote forderten.
Mit der Maßnahme will Palma der legalen Ferienvermietung klare Grenzen setzen. Das Problem der illegalen Vermietung – insbesondere in Mehrfamilienhäusern – bleibt jedoch bestehen. Laut Martínez waren im Juli 2025 rund 15.000 illegale Angebote online. Ein Bericht des Branchenverbands Exceltur belegte im Oktober einen Rückgang von 17,4 Prozent in Palma, deutlich mehr als im spanienweiten Schnitt.
Unterstützung der Ortspolizei und Inspektoren
Die Stadt verweist auf verstärkte Kontrollen durch das Bauamt und die Ortspolizei. Zudem unterstützt der Inselrat mit Inspektoren der „Oficina de Atención Integral a la Vivienda y Antiocupación“, einer Stelle für Wohnraumschutz und Maßnahmen gegen Hausbesetzungen.
Zudem hat Palma mehrere Ferienvermietungen identifiziert, die zwar im Register des Inselrats geführt werden, aber offenbar nicht den nötigen Voraussetzungen für eine sogenannte „declaración responsable“ (verantwortliche Eigenerklärung zur Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit) entsprechen. Die Prüfung dieser Fälle liege jedoch beim Inselrat.
Das Vermietungsverbot ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets gegen den Massentourismus. So untersagte die Stadt in dieser Legislaturperiode auch neue Jugendherbergen, forderte ein Verbot von Partyschiffen („party boats“) am Passeig Marítim und legte eine Obergrenze für touristische Gruppen mit Stadtführer im Zentrum von Palma fest. /slr
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