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Luxushotel Steigenberger auf Mallorca soll iranischem Tycoon gehören – Finanzierte er die Revolutionsgarden?

Eine Recherche der "Financial Times" zeigt, dass der Bankier Ali Ansari in den zurückliegenden Jahren ein weitreichendes Immobilienportfolio in Europa angelegt hat

Das Steigenberger Golf & Spa Resort Camp de Mar auf einem Archivbild.

Das Steigenberger Golf & Spa Resort Camp de Mar auf einem Archivbild. / dorint.com

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Das Steigenberger Hotel in Camp de Mar auf Mallorca soll einem iranischen Milliardär gehören, der wegen mutmaßlicher Finanzierung der Islamischen Revolutionsgarde mit Sanktionen belegt wurde. Das berichtet die "Financial Times". Demnach soll Ali Ansari, dessen Familie die gescheiterte iranische Kreditbank Ayandeh Bank gegründet hatte, über ein Unternehmensgeflecht mit Offshore-Firmen ein weit verzweigtes Immobilienportfolio in Europa aufgebaut haben.

Der Niedergang der Bank im Oktober 2025 gilt als wesentlicher Auslöser für die Proteste, die in den vergangenen Wochen vom Regime brutal niedergeschlagen wurden. Die Bank hatte Schulden im Wert von rund fünf Milliarden US-Dollar angehäuft und meldete Konkurs an. In der Folge und auch aufgrund eines gescheiterten Rettungsversuchs durch die Regierung stieg die Inflation an, was bei den Bürgern des autoritär geführten Landes zu immer mehr Wut führte.

Großbritannien hatte gegen Ali Ansari Sanktionen verhängt, weil er angeblich „feindselige Aktivitäten“ der Revolutionsgarde finanziert habe. Die britischen Behörden bezeichneten Ansari als „korrupten iranischen Banker und Geschäftsmann“ und froren ein Londoner Immobilienportfolio im Wert von mehr als 150 Millionen Pfund ein. Wie nun die Recherche der "Financial Times" zeigt, ist das Immobilienvermögen des Bankiers deutlich größer. Basierend auf Kaufpreisen und Bewertungen in Unternehmensbilanzen soll es sich auf rund 400 Millionen Euro belaufen.

Keine Sanktionen in der EU

Illegal ist dies prinzipiell nicht: Die EU hat keine Sanktionen gegen Ansari verhängt. Laut "Financial Times" beweise der Fall jedoch, wie es iranischen Tycoons gelingt, lukrative Vermögenswerte in Europa anzuhäufen – trotz der Bemühungen, sie aus den westlichen Wirtschaftskreisläufen auszuschließen.

Im Fall des Steigenberger Hotels wurde dieses im Jahr 2017 an das Unternehmen ZIBA Leisure Ltd. veräußert. Wie die MZ damals berichtete, wurde der Kauf im Rahmen eines Share Deals vollzogen. Mehr als 90 Prozent der rund 160 Gesellschafter des ehemaligen Dr. Ebertz und Partner Fonds hatten ihre Anteile direkt an den Käufer übertragen.

Laut "Financial Times" soll die ZIBA Leisure Ltd. mittlerweile in die auf der Karibikinsel St. Kitts and Nevis beheimateten Gesellschaft Smart Global Ltd. aufgegangen. Diese hält das renommierte 164-Zimmer-Luxushotel mit Golfplatz über die Gesellschaften Hotel Camp de Mar Germany und deren Tochterunternehmen Royal Hotel Camp de Mar Spain. Der Wert des Hotels wird laut der britischen Zeitung auf 22 Millionen Euro beziffert.

Hotels und Einkaufszentren in Deutschland und Österreich

In Deutschland gehören Smart Global Ltd. zwei Hotels: das Hilton Frankfurt City Centre und das Hilton Frankfurt Gravenbruch. Beide werden von ihren niederländischen und deutschen Holdinggesellschaften jeweils mit rund 80 Millionen Euro bewertet. Zudem besitzt das Unternehmen das Einkaufszentrum Bero Oberhausen. Außerdem hält es eine Beteiligung an einem Luxus-Skiresort in den österreichischen Alpen, dem Schlosshotel Kitzbühel. Britische Unterlagen, auf die die "Financial Times" Zugriff hatte, weisen Ali Ansari als Ultimate Beneficial Owner von Smart Global Ltd. aus.

Inwieweit diese Immobilien jetzt beschlagnahmt werden könnten, ist nicht klar. Die EU arbeitet derzeit an neuen Sanktionen gegen den Iran, möglicherweise könnte ein Embargo gegen den Tycoon beschlossen werden. Der Iraner bestreitet die Vorwürfe, die von den USA als Terrorgruppe deklarierte Organisation unterstützt zu haben. Über seinen britischen Anwalt Roger Gherson ließ er verlauten: „Unser Mandant bestreitet entschieden, jemals eine finanzielle Beziehung zur Islamischen Revolutionsgarde im Iran gehabt zu haben.“

Ansari beabsichtige, die Entscheidung der britischen Regierung, ihn zu sanktionieren, anzufechten, fügte Gherson hinzu. „Unter diesen Umständen, in denen ein Rechtsstreit zu erwarten ist, gibt es keinen weiteren Kommentar.“

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