Migranten in Spanien bekommen Aufenthaltsgenehmigung: Warum die Unternehmer auf Mallorca die Maßnahme unterstützen
Zwar kritisieren die Arbeitgeberverbände die Art und Weise, wie die Maßnahme zustande gekommen ist. Die Folgen aber seien durchweg positiv

Bauarbeiter an der Playa de Palma (Symbolbild). / Nele Bendgens
Die Ankündigung der spanischen Regierung, mehr als eine halbe Million Migranten mit Aufenthaltspapieren zu versorgen, kommt bei den Unternehmern auf Mallorca und den Nachbarinseln gut an. Auf den Balearen könnten mindestens 10.800 Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Zwar kritisieren die Arbeitgeberverbände, dass die Regierung die Entscheidung per Dekret getroffen hat, anstatt sie vom Parlament verabschieden zu lassen. Dennoch begrüßen unter anderem der Dachverband der balearischen Unternehmerverbände Caeb, der Einzelhandelsverband Pimem und der Hoteliersverband FEHM die Maßnahme, die "wirtschaftlichen Realismus“ widerspiegele. Aus Unternehmenssicht „ermöglicht dies ihre Anstellung und damit, dem Arbeitskräftebedarf zu begegnen, der in den meisten Sektoren des balearischen Wirtschaftsgefüges knapp ist“, hieß es etwa vonseiten der Caeb.
Den Arbeitskräftemangel bekämpfen
Pimem ließ verlauten, dass „kleine und kleinste Unternehmen seit Jahren mit strukturellen Schwierigkeiten kämpfen, Stellen in Schlüsselsektoren zu besetzen“. Dieser Arbeitskräftemangel sei nicht konjunkturell und beeinträchtige die Tätigkeit, das Wachstum und in manchen Fällen die Tragfähigkeit vollkommen solider Unternehmen. "Tausende Menschen in einer irregulären Situation zu belassen, nützt niemandem: weder den Arbeitnehmenden noch den Unternehmen noch dem öffentlichen System."
Diese Position der Unternehmer steht im Kontrast zur Bewertung von Ministerpräsidentin Marga Prohens, die von einer "unverantwortlichen massenhaften Regularisierung“ spricht, die die irreguläre Einreise „belohne“ und „den Schleppermafias Auftrieb gebe, die von der Verzweiflung“ der Migrantinnen und Migranten profitierten. Auch der Generaldirektor für Migration, Manuel Pavón, lehnt "eine indiskriminierte und massive Regularisierung" ab, die im Fall der Balearen zu einem Zeitpunkt komme, an dem man „eine humanitäre Krise ohnegleichen“ erlebe.
Lob vom Ärzteverband
Lob kam derweil von anderen Organisationen. Der Ärzteverband Médicos del Mundo erklärte, die Maßnahme werde „seit Langem“ von der Zivilgesellschaft und sozialen Organisationen gefordert, „mit potenziell direktem und strukturellem Einfluss auf den Zugang zu grundlegenden Rechten, einschließlich des Rechts auf Gesundheit“.
Der Sozialverband Xarxa per la Inclusió Social a les Illes Balears hält die Maßnahme ebenfalls für entscheidend, um Rechte zu garantieren, Armut zu bekämpfen und eine stärker zusammenhaltende Gesellschaft voranzubringen. Zugleich weist der Verband die Kritik der Prohens-Regierung zurück. Die Menschen, die ihre Situation regularisieren können, lebten bereits auf den Balearen. Deshalb sei es falsch, dass es zu einem „Sogeffekt“ komme, dass Mafias profitierten, öffentliche Dienste überlastet würden oder dass sich die Spannungen in der Wohnkrise verschärften. Stattdessen würden die öffentlichen Einnahmen über Steuern und Sozialbeiträge steigen würden.
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