Ökonomen warnen: Klimawandel stellt extreme Bedrohung für den Tourismus auf Mallorca dar
Bei einer von der spanischen Zentralbank organisierten Konferenz sprachen Finanzexperten über die Zukunft des Tourismus

Wenn das Pariser Abkommen nicht eingehalten wird, könntedie touristische Nachfrage im Sommer um bis zu 60 Prozent sinken, warnen Ökonomen. / Foto: Bendgens
Der Klimawandel stellt eine extreme Bedrohung für den Tourismus auf Mallorca und den Nachbarinseln dar. Diese düstere Prognose ist eine der zentralen Erkenntnisse einer Konferenz, die vergangene Woche von der spanischen Zentralbank Banco de España in Palma veranstaltet wurde. Bei dem Event sprachen verschiedene Ökonomen zur Zukunft des Tourismus.
Soledad Núñez Ramos, Vizegouverneurin der Banco de España, erklärte in ihrer Eröffnungsrede, das Klima nicht länger nur „Kulisse“, sondern ein entscheidender Faktor, der Investitionsentscheidungen beeinflusse. Der Klimawandel führe zu Veränderungen bei Preisen von Gütern und Dienstleistungen, bei Energiekosten oder bei den Präferenzen von Besucherinnen und Besuchern und „kann im Laufe der Zeit Investitionsströme verändern und den Wert von Vermögenswerten beeinträchtigen“.
In der Hinsicht seien die Balearen besonders verwundbar. Das Archipel mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern empfängt jährlich rund 20 Millionen Urlauber. Fast 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hängen mit den Ausgaben des internationalen Tourismus zusammen.
Rückgang der Nachfrage um bis zu 60 Prozent
Julián Cubero, Ökonom und Leiter des Clusters „Ökonomie des Klimawandels“ bei BBVA Research, skizziert die erwarteten Szenarien bis 2100 angesichts steigender Temperaturen. Würde das Pariser Abkommen zur Emissionsreduktion eingehalten, hätte das keine Auswirkungen auf die touristische Nachfrage, prognostizierte er. "Wenn wir aber nichts einhalten und die Emissionen weiter beschleunigen, gäbe es einen Rückgang von sieben Prozent mit starken saisonalen Verschiebungen." Die Nachfrage nach Übernachtungen auf den Balearen würde im Vergleich zum heutigen Niveau um 30 Prozent sinken – im Sommer sogar um bis zu 60 Prozent –, während die Buchungen im Frühling und Herbst zunehmen würden.

Soledad Núñez, Vizegouverneurin der spanischen Zentralbank bei ihrem Vortrag. / B. Ramon
Angesichts dieser Perspektive empfahl Cubero, die Nachfrage stärker über das Jahr zu verteilen und das Hotelangebot anzupassen. Urlauber solle man nicht nur mit Sonne anziehen. Zudem müsse in die Hotelanlagen investiert werden, um sie widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen.
Tourismus vor einem strukturellen Wandel
Vizegouverneurin Núñez erklärte derweil, dass sich das Finanzsystem auf verschiedene Szenarien vorbereiten müsse. „Die klimatische Entwicklung kann die Bewertung touristischer Vermögenswerte verändern." Gerade in Regionen wie den Balearen, die vom Tourismus abhängig sein, müssten sich auf die sich wandelnde Bedingungen anpassen. Der Tourismus, der sich „immer wieder neu erfinden konnte“, stehe nun vor „einem strukturellen Wandel“.
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