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ÖI-Embargo gegen Kuba: So leiden Mallorcas Hotelketten Meliá und Iberostar unter den US-Sanktionen

Beide Hotelketten sind von der vorübergehenden Zusammenlegung von Unterkünften betroffen, um den Energieverbrauch zu senken. So sieht es der Notfallplan von Präsident Miguel Díaz-Canel vor

Kuba leidet unter dem Öl-Embargo der USA. Und die mallorquinischen Hotelketten Meliá und Iberostar müssen Notfallpläne entwickeln.

Kuba leidet unter dem Öl-Embargo der USA. Und die mallorquinischen Hotelketten Meliá und Iberostar müssen Notfallpläne entwickeln. / Ernesto Mastrascusa/Efe

Schwierige Zeiten für Kuba: Das Land leidet unter einer dramatischen Wirtschaftskrise, seit die US-Regierung unter Donald Trump das Embargo gegen den Inselstaat verschärft hat und kaum noch Erdöl ins Land lässt. Der daraus resultierende Treibstoffmangel hat inzwischen gravierende Folgen für die Tourismusindustrie des Landes. Die Behörden sind dazu gezwungen, Hotels zu schließen und die Urlauber in weniger Unterkünften zu sammeln – eine Maßnahme, die Teil eines von Präsident Miguel Díaz-Canel verordneten Notplans ist, um den Energieverbrauch des Tourismussektors zu senken. Das Vorhaben, Hotels zeitweise zusammenzulegen, betrifft unmittelbar die beiden größten Hotelketten des Landes: Meliá und Iberostar, beides Unternehmen von Mallorca.

Nach Angaben von Meliá wurde bereits „eine operative Anpassung“ vorgenommen, mit der „temporären Zusammenlegung von drei Hotels“. Welche Häuser genau betroffen sind, blieb offen. Meliá ist seit 1989 in Kuba präsent, betreibt 35 Hotels und hält damit rund ein Drittel der landesweiten Hotelkapazität. Iberostar, mit fast zwanzig Anlagen, äußerte sich bislang nicht zu den Auswirkungen der Krise.

Flugverkehr mit drastischen Einschränkungen

Meliá betont, dass die kubanischen Behörden eine ausreichende Treibstoffversorgung für den Hotelbetrieb zugesichert hätten: „Unsere Hotels verfügen über Vorräte, um den Betrieb aufrechtzuerhalten“, heißt es aus der Firmenzentrale. Die Teams vor Ort seien darauf konzentriert, die Gäste „ruhig und professionell“ zu betreuen. Bereits im vergangenen Jahr hatten Meliá und Iberostar – mit Unterstützung der kubanischen Regierung – eigene Importgesellschaften gegründet, um Lieferengpässe besser zu bewältigen.

Das Hotel Meliá Internacional Varadero, eines von elf Meliá-Hotels in dieser Stadt.

Das Hotel Meliá Internacional Varadero, eines von elf Meliá-Hotels in dieser Stadt. / Meliá

Auch der Flugverkehr ist betroffen, internationale Fluggesellschaften sind inzwischen ohne Kerosin: Iberia und Air Europa müssen ihre Maschinen auf dem Weg von Havanna nach Madrid nun in Santo Domingo (Dominikanische Republik) zwischenlanden, um zu tanken. Die Änderungen gelten mindestens bis Freitag (13.2.) und führen zu Flugverspätungen. Air Europa – mit Sitz in Llucmajor – bestätigte, dass ihre Verbindungen am 10., 11. und 12. Februar planmäßig, aber mit Tankstopp, durchgeführt werden. Iberia bietet den Passagieren mit bereits gekauften Tickets kostenfreie Umbuchungen an.

Tourismus in Kuba ist eingebrochen

Die aktuelle Energiekrise hat sich seit der US-Militärintervention in Venezuela am 3. Januar weiter verschärft, weil Kuba infolge des Embargos kein Öl mehr aus seinem wichtigsten Partnerland erhält. Hinzu kommt die Drohung der US-Regierung, Länder mit Zöllen zu belegen, die weiterhin Öl nach Kuba liefern.

Das alles trifft die Insel in einer Phase dramatischer wirtschaftlicher Schwäche: Der Tourismus, wichtigste Einnahmequelle des Landes, ist stark eingebrochen. 2018 kamen noch 4,7 Millionen Besucher, doch nach der Pandemie und aufgrund der US-Sanktionen sank die Zahl rapide – 2025 zählte Kuba nur noch 1,8 Millionen Urlauber. /jk

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