Flughafenbetreiber Aena will Passagiergebühren erhöhen: Steigen jetzt die Preise für Mallorca-Flüge?
Aena plant, die Abgaben für Fluggesellschaften an spanischen Flughäfen von 2027 bis 2031 um 3,8 Prozent zu erhöhen. Die Airlines fordern stattdessen eine Senkung und warnen vor teureren Tickets

Aena will die Passagiergebühren erhöhen, die Airlines laufen Sturm dagegen. / B. RAMON
Die Margen der Fluggesellschaften sind im Normalfall gering. Bei einem Mallorca-Flug für 25 Euro muss die Airline draufzahlen. Wohl auch vor diesem Hintergrund ist die Aufregung um eine geplante Erhöhung der Passagiergebühren an den spanischen Flughäfen derzeit groß.
Der Flughafenbetreiber Aena hat angekündigt, im Rahmen seiner langfristigen Planungen für die Jahre 2027 bis 2031 die Gebühren pro Passagier für die Fluggesellschaften an den spanischen Flughäfen um 3,8 Prozent zu erhöhen. Schließlich investiere man innerhalb des besagten Zeitraums 13 Milliarden Euro in die Verbesserung der spanischen Airports.
3,8 Prozent oder 43 Cent pro Passagier
Eine Erhöhung der Gebühren um 3,8 Prozent entspreche im Durchschnitt einem Betrag von 43 Cent pro Fluggast im Jahr, so Aena-Präsident und CEO Maurici Lucena am Mittwoch (18.2.) bei der Vorstellung des Strategiepapiers DORA. Bei diesem Auftritt erteilte Lucena auch der von der Balearen-Regierung geforderten größeren Mitbestimmung bei der Verwaltung der Flughäfen auf den Inseln eine Absage.
Derzeit betragen die Gebühren pro Passagier an den spanischen Flughäfen 11,02 Euro. Aena hatte die Abgabe 2026 um 6,44 Prozent erhöht.
Nur einen Tag nach Lucenas Ankündigung gehen die spanischen Fluggesellschaften auf die Barrikaden gegen die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Erhöhung der Passagiergebühren. Diese werden von Aena kassiert, um damit die Bereitstellung und den Unterhalt der Gebäude und Dienstleistungen an den Flughäfen zu bezahlen, wie etwa die Terminals, die Start- und Landebahnen, die Fluggastbrücken oder auch Ausgaben für die Sicherheitsdienste.
Airlines fordern Senkung von 4,9 Prozent
Der Präsident der Vereinigung der spanischen Fluggesellschaften ALA, Javier Gándara, forderte am Donnerstag (19.2.) bei einer Pressekonferenz, Aena müsse den Vorschlag nachbessern: Man sei nicht der Meinung, „dass die Nutzer höhere Tarife zahlen sollten“, um fliegen zu können.
ALA rechnet damit, dass die Fluggesellschaften durch die von Aena geplante Erhöhung der Flughafengebühren im Zeitraum 2027 bis 2031 insgesamt rund 800 Millionen Euro zusätzlich für Flughafenleistungen zahlen müssten. Die Airlines verlangen statt der Erhöhung eine Senkung um 4,9 Prozent. Andernfalls, so die Warnung, würden sich Flüge verteuern.
Zu konservative Annahmen bei Verkehrsprognose
Aena-Chef Maurici Lucena hält dagegen, die Erhöhung werde sich nicht auf die Flugpreise auswirken. Die Airlines setzen nun darauf, dass die Generaldirektion für Zivilluftfahrt als Regulierer sowie die Wettbewerbsbehörde CNMC die geplante Tariferhöhung korrigieren.
Javier Gándara bemühte sich zugleich zu betonen, dass die Fluggesellschaften die von Aena geplanten Investitionen nicht infrage stellen wollen. „In keinem Fall treten wir dafür ein, die Investitionen zu opfern“, sagte der ALA-Präsident. Die Kritik richte sich vielmehr gegen die aus Sicht der Airlines zu konservativen Annahmen bei der Verkehrsprognose.
Risiko: "Fliegen ist nicht mehr erschwinglich"
Nach Darstellung von ALA habe die Differenz zwischen den Prognosen von Aena und der tatsächlichen Entwicklung der Passagierzahlen dazu geführt, dass Airlines und Fluggäste „zusammen“ bereits 1,32 Milliarden Euro zu viel gezahlt hätten – im Zeitraum 2017 bis 2025. Für 2027 bis 2031 kämen nach ALA-Berechnung weitere 800 Millionen Euro hinzu. „Das Risiko ist, dass Fliegen nicht mehr erschwinglich ist“, warnte Gándara. Es sei „nicht normal“, dass Aena Jahr für Jahr die Zahl der Reisenden systematisch Jahr für Jahr unterschätze.
ALA verweist auf eigene Verkehrsprognosen, die nach eigenen Angaben unter anderem von der Beratungsfirma Steer gestützt werden. Demnach könnte der Luftverkehr zwischen 2027 und 2031 im Schnitt um 3,6 Prozent pro Jahr wachsen und 2031 bei 401 Millionen Passagieren liegen.
Aena kalkuliert für 2031 dagegen mit 347 Millionen und einem Wachstum von nur 1,3 Prozent. Gándara argumentierte, es werde letztlich „besser“ laufen, als Aena selbst annehme. Zur Untermauerung nannte er zudem Einschätzungen von Analystenhäusern wie Barclays, BNP Paribas oder ODDO.
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