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Mehr Mitbestimmung beim Flughafen Mallorca: Aena-Chef knallt der Balearen-Regierung erneut die Tür zu

Das Unternehmen, an dem der Staat 51 Prozent hält, verteidigt sein zentralisiertes Modell und weist die Forderungen der Balearen nach mehr Einfluss zurück

Der Flughafen Mallorca.

Der Flughafen Mallorca. / DM

Erneute Abfuhr für die Balearen-Regierung: Der Präsident und CEO des spanischen Flughafenbetreibers Aena, Maurici Lucena, hat die Tür für mehr Mitbestimmung der öffentlichen Verwaltung bei den Flughäfen einmal mehr zugeschlagen – eine seit Jahren erhobene Forderung der Balearen, die bislang von allen Parteien mit Ausnahme von Vox vertreten wurde.

Anlässlich der Vorstellung des Entwurfs für das neue Flughafen-Strategiepapier DORA 2027–2031 erklärte der Katalane am Mittwoch (18.2.), er sei „überzeugt“, dass das derzeitige, zentralisierte Modell des teilstaatlichen Unternehmens gut funktioniere. DORA umfasst unter anderem die Investitionen in dem Fünf-Jahres-Zeitraum sowie die Absicht, die Flughafengebühren pro Passagier um durchschnittlich 43 Cent im Jahr anzuheben.

Fast alle Parteien fordern mehr Mitbestimmung

Sowohl die Regierung unter Francina Armengol als auch das aktuelle Kabinett von Marga Prohens haben sich für mehr Mitbestimmung und eine gemeinsame Verwaltung von Aena ausgesprochen, um bei Entscheidungen über die Flughäfen auf den Balearen mitreden zu können – ohne dass es bislang Fortschritte gegeben hätte.

Im September 2025 verabschiedete das Parlament eine breit unterstützte, von der Volkspartei PP eingebrachte nicht bindende Initiative, die von der Zentralregierung und Aena mehr Mitbestimmung sowie weitere Maßnahmen verlangte. Sie wurde von allen Parteien außer Vox getragen.

Investitionen von 13 Milliarden Euro

In der Fragerunde bei der Pressekonferenz verteidigte Lucena – angesprochen auf die Übertragung von Flughafenzuständigkeiten an die baskische Regierung – die Struktur von Aena und berief sich dabei sogar auf die spanische Verfassung. Er verwies zudem auf die Eigentümerstruktur des Unternehmens: 49 Prozent befinden sich in privater Hand, 51 Prozent sind öffentlich.

Aena könne, so Lucena, das „ambitionierte Projekt“ zur Transformation der spanischen Flughäfen mit Investitionen von insgesamt 13 Milliarden Euro für das gesamte Netz nur deshalb vorlegen, weil man vom eigenen Modell überzeugt sei. Damit wies er die balearische Forderung – ebenso wie die anderer Regionen – faktisch zurück.

Im November 2025, als Aena-Vizepräsident Javier Marín die Ausbauarbeiten am Flughafen Son Sant Joan besuchte, vermied es die balearische Landesregierung, das Thema einer größeren Mitbestimmung öffentlich anzusprechen.

Strategiepapier soll Ende September verabschiedet werden

Der endgültige Plan DORA 2027–2031, den der Verwaltungsrat von Aena am Montag gebilligt hat, durchläuft nun das weitere Verfahren. Wie Lucena erläuterte, wird das Dokument an die Generaldirektion für Zivilluftfahrt sowie an die Wettbewerbskommission CNMC übermittelt.

Zudem sollen die Flughafen-Koordinationsausschüsse der autonomen Gemeinschaften einberufen werden. Diese Gremien haben jedoch lediglich beratenden Charakter – die Balearen können an den Plänen von Aena für die kommenden fünf Jahre damit nichts ändern. Abschließend muss der Ministerrat das endgültige Dokument spätestens bis zum 30. September dieses Jahres verabschieden.

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