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Einen Monat vor Saisonbeginn: Massenentlassungen beim Mietwagenanbieter Ok Mobility auf Mallorca angekündigt

Das Unternehmen machte mit einigen Geschäften Verluste und will sich nun neu aufstellen

Entlassungswelle bei Ok Mobility.

Entlassungswelle bei Ok Mobility. / Bendgens

Das kommt zu einem überraschenden Zeitpunkt: Einen Monat vor Ostern, was praktisch den Saisonbeginn auf Mallorca darstellt, hat der große Mietwagenanbieter Ok Mobility eine Massenentlassung angekündigt und dafür das formal notwendige ERE-Verfahren (Expediente de Regulación de Empleo) eingeleitet. Das bestätigte das Unternehmen gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

Firmenchef Othman Ktiri ließ die Belegschaft im Firmensitz in Palmas Gewerbegebiet Son Castelló versammeln und teilte den Mitarbeitern die schlechten Nachrichten mit. Weltweit hat das Unternehmen an die 800 Angestellte, auf Mallorca arbeitet gut ein Viertel. Ok Mobility plant, sieben Prozent des Teams zu entlassen.

Büro in Deutschland geschlossen

Dieser Schritt erfolgt nach der Pleite in Deutschland, wo der Mietwagenanbieter kürzlich das Geschäft aufgab. Statt einem globalen Wachstum wolle das Unternehmen künftig auf Franchise-Nehmer setzen, heißt es. Besonders der Süden Europas stehe im Fokus.

Erfolgreich, aber nicht unumstritten: OK Mobility-Chef Othman Ktiri.

Ok Mobility-Chef Othman Ktiri. / Manu Mielniezuk

In den vergangenen Jahren war Ok Mobility trotz großer Verluste immer weiter expandiert. Über einen Geschäftspartner stieg das Unternehmen im vergangenen Sommer in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. 2024 schrieb die Firma 29 Millionen Euro Verlust, was 32 Prozent mehr als im Vorjahr waren.

Das konnte durch den Umsatz in Höhe von 550 Millionen Euro nicht aufgefangen werden. Ktiri macht dabei das schlecht laufende Geschäft in Deutschland und den Verkauf von ausrangierten Mietwagen verantwortlich. Ok Mobility hatte die Autos wegen der Mikrochipkrise teurer gekauft, was die Einnahmen beim Verkauf der Gebrauchtwagen sinken ließ. Nach Informationen des "Diario de Mallorca" soll Ok Mobility sogar in Zahlungsrückstand bei einigen Lieferanten sein.

Gerne großzügige Weihnachtsgeschenke verteilt

Ok Mobility gehört zu den größten, günstigsten, aber auch umstrittensten Mietwagenanbietern auf Mallorca. In der Vergangenheit spielte sich Ktiri gerne als der große Gönner auf. Bei Firmenfeiern zu Weihnachten verschenkte er eine Million Euro an die Belegschaft, um gute Geschäftsjahre zu feiern. Nun gibt es Abfindungen statt Geschenke.

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