Piratentaxis, fliegende Händler, Ferienvermietung: Regierung auf Mallorca sagt Schattenwirtschaft den Kampf an
"Null Toleranz" - so lautet das Motte eines neuen Runden Tisches, der dem Schwarzgewerbe mehr Kontrollen und härtere Sanktionen einbringen soll

Zwei Beamte der Ortspolizei von Palma kontrollieren im Frühjahr 2025 ein mutmaßlich illegales Transportunternehmen / Rathaus Palma
Die balearische Landesregierung will härter gegen die Schattenwirtschaft auf den Inseln vorgehen. Wie Ministerpräsidentin Marga Prohens am Montag (9.3.) ankündigte, wolle man eine "institutionelle Offensive" starten, um Phänomene wie den Straßenverkauf von Fälschungen, Barbiergeschäfte ohne Lizenz, illegale Personenbeförderung oder illegale Werkstätten in ihre Schranken zu weisen. Auch die illegale Ferienvermietung soll weiter im Fokus der Inspektoren stehen.
"Null Toleranz"
Konkret wolle man den Informationsaustausch der jeweiligen Behörden durch einen neu gegründeten Runden Tisch verbessern, verstärkt Kontrollen koordinieren und konkrete Maßnahmen entwickeln, um den unlauteren Wettbewerb einzudämmen, den zahlreiche Branchen beklagen, so Prohens. „Die Straflosigkeit derjenigen, die Dinge falsch machen, muss ein Ende haben. Null Toleranz gegenüber Schwarzgewerbe und illegalen Angeboten", so die Konservative weiter.
Wie ein erstes Treffen des Runden Tisches ergeben habe, seien zahlreiche Sektoren der balearischen Wirtschaft betroffen, so Prohens weiter. „Unsere Transportunternehmer, unsere Taxifahrer oder die regulierten Transportdienste dürfen nicht dem unlauteren Wettbewerb durch illegale Beförderung ausgesetzt sein; unsere Händler dürfen nicht mit den fliegenden Händlern konkurrieren müssen; und Industriebranchen wie Werkstätten oder Installateure dürfen nicht mit illegalen Betrieben in Konkurrenz treten müssen“, erklärte sie.
Geschäfte ohne Lizenzen
Einer der Bereiche, die die Regierung besonders beunruhigen, ist das Wachstum von Geschäften, die ohne Lizenz oder mit Arbeitnehmern in irregulären Verhältnissen arbeiten, insbesondere im Einzelhandel. Die Generaldirektion für Unternehmen, Selbstständige und Handel hat in verschiedenen Gemeinden Fälle festgestellt, in denen Betriebe eröffnet wurden, die die verwaltungsrechtlichen oder arbeitsrechtlichen Vorschriften nicht einhalten. Zu den genannten Branchen gehört die der Barbiere und Friseure. Hier beklagen Berufsverbände die Zunahme von Geschäften, die sich ihren steuerlichen oder arbeitsrechtlichen Pflichten entziehen.
Ein weiterer von der Regierung identifizierter Schwerpunkt ist die illegale Personenbeförderung, insbesondere an den Flughäfen der Inseln. Eine spezielle Kommission soll dieses Problem künftig analysieren und Kontrollpläne entwerfen.
Fliegende Händler und illegale Bootsvermieter
Der illegale Straßenverkauf, auf Spanisch bekannt als „top manta“ (in Anlehnung an die Decken (mantas), auf denen die fliegenden Händler oft ihre Ware feilbieten), ist ein weiterer Bereich, den der neue Runde Tisch angehen will. Die Regionalregierung versichert, dass der Einzelhandel diese Praxis seit Jahren anprangert, da sie als unlauterer Wettbewerb für Geschäfte angesehen wird, die mit Lizenz arbeiten und ihren steuerlichen Verpflichtungen nachkommen.
Ebenfalls auf dem Kiker hat der Runde Tisch das Schwarzgewerbe in Industriezweigen. Illegale Kfz-Werkstätten und nicht qualifizierte Techniker in Bereichen wie Elektroinstallationen oder Klimatechnik könnten sogar die Sicherheit der Kunden gefährden, wenn die Arbeiten mangelhaft ausgeführt werden.
Im Nautiksektor hingegen sei vermehrt die illegale Vermietung von Booten und anderen touristischen Dienstleistungen auf dem Meer beobachtet worden. Auch hier gehe es nicht nur um unlauteren Wettbewerb, sondern um Sicherheitsmängel, so Prohens.
Kampf gegen illegale Ferienvermietung geht weiter
Derweil gehe der Kampf gegen illegale Ferienvermietung weiter. Im vergangenen Jahr gelang es der öffentlichen Verwaltung eigenen Angaben zufolge, mehr als 30.000 illegale Schlafplätze auf den Balearen zu Beseitigen. Die Regionalregierung hat darüber hinaus 25 Millionen Euro für Inselräte und Rathäuser bereitgestellt, um die Kontroll- und Inspektionsteams zu verstärken, und das Sanktionssystem auf Geldbußen von bis zu 500.000 Euro verschärft. /somo
- Mit Til Schweiger, Jan Josef Liefer, Anna Loos, Herbert Knaup und Ellen von Unwerth: Großer Bahnhof bei den Jacobys auf Mallorca
- Temperatursturz, Warnstufen und dann kommt der Frühling auf Mallorca zurück
- Streiks bei Lufthansa und Eurowings: Ist Ihr Mallorca-Flug betroffen?
- Erste Folge von 'Zwischen Meer und Maloche': So viel hat Mallorca-Gastronomin Krümel als Ablösesumme für das 'Schatzi' gezahlt
- Nach Teileinsturz des Speisesaals: Hotel auf Mallorca muss erst einmal schließen
- Wetter auf Mallorca: Der Frühling nimmt schon wieder an Fahrt auf
- Regen, Kälte und Sturm: Wie lange das schlechte Wetter auf Mallorca anhalten soll
- Pottwal, Buckelwal und Co.: Diese Walarten tummeln sich im Meer rund um Mallorca