Dauerbrenner Robinson Club auf Mallorca: "Die Kurzfristigkeit der Buchungen ist wieder sehr auffällig", sagt die Clubdirektorin
Der Club in der Cala Serena schließt seit einigen Jahren im Winter nicht mehr. Trotzdem spürt man auch an Mallorcas Ostküste den Saisonstart, erklärt Clubdirektorin Tina Grünold

Der Robinson Club in der Cala Serena. / Robinson
Frau Grünold, wie ist die Stimmung zu Beginn der Mallorca-Saison?
Bei uns gibt es ja keinen klassischen Saisonstart, weil wir seit 2003 das ganze Jahr über geöffnet haben. Wir hatten ein tolles Weihnachten und Silvester. Das Haus, das jetzt ins 51. Jahr geht, war zu diesem Zeitpunkt ausgebucht. Was uns sehr freut: Unser Weihnachtsmarkt und die deutschen Spezialitäten kommen auch bei den spanischen Gästen sehr gut an. Von 600 Gästen waren zu dieser Zeit ungefähr 200 Spanier.
Wer kommt im Winter vor allem zu Ihnen?
Der Winter ist eine sehr beliebte Jahreszeit für die, die die Ruhe und Weitläufigkeit der Insel schätzen. Wir haben viele Sportler, speziell auch Golfer. Von November bis März ist der Golf-Shuttle an alle Plätze im Südosten mit im Preis inbegriffen. Auch Tennisspieler und Radsportler sind viele da. Und auch das Geschäft mit Gruppen läuft gut. Viele kommen im Winter und Frühjahr für Gruppenevents und Teambuilding.

Tina Grünold ist Clubdirektorin im ROBINSON CALA SERENA. / privat
Spüren Sie trotzdem, dass die Saison auf der Insel wieder losgeht?
Ja, das schon. Aber wir haben in den vergangenen Jahren auch gemerkt, wie sich der Tourismus verschiebt und mehr und mehr über das Jahr verteilt. Die absolute Nebensaison und die absolute Hochsaison gibt es nicht mehr. In diesem Winter haben wir die Tatsache gespürt, dass wir im mediterranen Raum mehr Regen hatten als in den vergangenen Jahren. Das kann man seitens der Gäste ja verstehen.
Wie spontan buchen die Menschen zurzeit?
Wir sind uns bewusst, dass wir uns in einer sicheren und wunderschönen Destination befinden, die man flexibel von Deutschland aus erreicht. Wahrscheinlich ist auch auch deshalb die Kurzfristigkeit der Buchungen sehr auffällig. Früher war der deutsche Gast derjenige, der strukturiert lange im Vorfeld seine Urlaube gebucht hat. Dann kam die Pandemie, da war plötzlich alles anders. Wir merken jetzt, dass die Kunden wieder mehr darauf achten, Frühbucherrabatte mitzunehmen. Allerdings gibt es heute die Mischung aus denen, die Wert auf diese Rabatte legen und denen, die sehr kurzfristig buchen.
Gibt es in diesem Jahr Neuerungen im Club?
Wir machen jedes Jahr etwas neu. Dieses Jahr zu Ostern können wir mit einem weiteren Gästeblock mit renovierten Zimmern aufwarten.

Der obere Pool des ROBINSON CLUB CALA SERENA. / Robinson
Würden Sie den Robinson Cala Serena als typischen Club bezeichnen?
Bei uns gibt es eine gesunde Mischung aus Stammgästen und von Jahr zu Jahr mehr Leuten, die noch nie im Club oder zumindest noch nie bei uns waren. Cala Serena, mein zwölfter Club, in dem ich arbeite, ist kein sehr typischer Club. Andere Clubs sind homogener als unserer. Die öffnen nur in der Saison oder richten sich explizit an Familien oder ausschließlich Erwachsene. Das Publikum ist dort immer ähnlich. Bei uns ist das anders, wir haben ein Winter- und ein Sommerpublikum. Wir haben jeden Tag An- und Abreisen, nicht nur dreimal in der Woche. Und wir richten uns gleichzeitig an Paare, Familien, Singles und Gruppen. 50 Prozent der Reisenden buchen individuell bei uns unabhängig vom Reiseveranstalter. Dieses ganz typische Club-Ambiente ist daher bei uns gar nicht möglich.
Woher kommen Ihre Gäste hauptsächlich?
Der Fokus liegt ganz klar auf deutschsprachigen Gästen. Spanier sind nur über die Weihnachtsfeiertage da. Was etwas mehr wird, sind Schweden, Norweger und Dänen. Und wir hatten vergangenes Jahr auch eine Handvoll US-Amerikaner. Ich war freudig überrascht, dass sie aus Florida nach Mallorca gereist sind.

Der Eingangsbereich des Clubs in der Cala Serena. / Robinson
Merken Sie bereits Verschiebungen wegen des Krieges im Nahen Osten?
Zunächst einmal: Hoffentlich ist dieser Krieg bald vorbei, er ist eine Katastrophe. Buchungsentwicklungen haben meist viele verschiedene Gründe und lassen sich nicht auf einzelne Faktoren reduzieren. Was ich aber sagen kann: Der April und der Mai entwickeln sich für uns erfreulich. Die Nachfrage zieht aktuell spürbar an. Mallorca vereint einfach vieles, was die Gäste schätzen: die Nähe, das verlässliche Klima und die hohe Qualität, die wir hier bieten.
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