Klimawandel in Cala Millor auf Mallorca: Strandpromenade muss weichen, um den Strand zu retten
Das LifeAdapt-Programm mit einem Budget von rund 2,3 Millionen Euro plant die Nachbildung von Dünen und die Bepflanzung von Grünflächen. Bei einer Ortsbegehung haben die Verantwortlichen das Projekt erklärt

Noch ist der Strand von Cala Millor breit und gut geeignet zum Herumtoben. Das könnte sich allerdings ändern. / Johannes Krayer
Wie soll Cala Millor im Osten von Mallorca dem Klimawandel und dem damit verbundenen Schwund des großen Sandstrandes entgegentreten? Diese Frage wird in dem Küstenort bereits seit 2023 erörtert, als das Programm LifeAdapt der Europäischen Union seinen Anfang nahm.
Beteiligt sind daran unter anderem Wissenschaftler von der Balearen-Universität, die Bürger und Urlauber des Ortes, die Hoteliersvereinigung Cala Millor und die regionale Politik. Nun gibt es die ersten Ergebnisse. Und klar ist: An der Strandpromenade von Cala Millor wird sich einiges ändern müssen, wenn der Ort schwerwiegende Konsequenzen verhindern will.
Stürme und ansteigender Meeresspiegel die Herausforderungen
Die Verantwortlichen präsentierten am Donnerstag (20.3.) das Resultat von nahezu drei Jahren Forschung und Konzeption. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Das Meer wird sich in den kommenden Jahrzehnten weiter in Richtung des Ortes vordringen, sei es durch häufigere und folgenschwerere Stürme oder durch den Anstieg des Meeresspiegels. Dementsprechend muss die Bebauung an der Küste nach hinten verlegt werden, sofern häufige Überschwemmungen verhindert werden sollen.

Kaum noch Sand gibt es im südlichen Teil des Strandes von Cala Millor. / Johannes Krayer
Wie der Architekt Jordi Miró vom Studio Landlab erklärte, muss auf jeden Fall die Mauer entfernt werden, die momentan den Strand von der Promenade trennt. Damit hat der Strand die Möglichkeit, sich landeinwärts auszudehnen. Gleichzeitig wird die Promenade mit dem Radweg, die derzeit unmittelbar am Meer entlangführt, ebenfalls mehrere Meter nach hinten verlegt und verläuft dann im südlichen Teil des Ortes direkt vor den Hotels.
Derzeit gibt es dort eine weitläufige Anlage aus Rasenflächen, Wegen und Plätzen, die allerdings nicht zum Verweilen einlädt, kaum Schatten bietet und deshalb in den Sommermonaten kaum zu nutzen ist. Künftig sollen hier Bäume und andere Vegetation gepflanzt werden.
Vor der Besiedelung gab es vier Meter hohe Dünen
Vor der Besiedelung gab es in diesem Teil von Cala Millor bis zu vier Meter hohe Dünen, hatte der Professor für Geodynamik, Lluís Gómez-Pujol von der UIB erklärt. Aus diesen speiste sich der Strand. In den Plänen von Landlab soll diese Landschaft simuliert werden, allerdings ohne die meterhohen Sandaufschüttungen.
Im nördlichen Teil des Urlaubsortes, wo jetzt bereits ein Bootssteg ins Meer ragt, ist ein deutlich längerer Wellenbrecher geplant. Dieser soll verhindern, dass der Sand bei Stürmen aus dem Südosten nach Norden abgetragen wird. Bei einer Ortsbegehung führten Miró und Gómez-Pujol den Medienvertretern vor Augen, in welchem Zustand sich der Strand von Cala Millor nach den Winterstürmen befindet. Im südlichen, zu Sant Llorenç des Cardassar gehörigen Teil des Ortes, ist der Sand über weite Strecken des Strandes komplett abgetragen, der blanke Fels liegt frei.
Das Programm LifeAdapt Cala Millor läuft insgesamt knapp vier Jahre und endet damit im Jahr 2027. Bis dahin muss das komplette Projekt vorliegen. Cala Millor ist also gut in der Zeit. Insgesamt beläuft sich das Budget auf rund 2,3 Millionen Euro, 60 Prozent davon übernimmt die Europäische Union. 23 Institutionen und Behörden auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene sind beteiligt.
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