Preiserhöhungen wegen Nahostkrieg: Mallorca blickt nervös auf Ostern
Der Krieg in Nahost macht auch auf Mallorca Privatpersonen und Unternehmern Sorgen. Die Transporteure und die Baubranche ächzen unter den Preiserhöhungen. Und dann sind da plötzlich ganz neue Sicherheitsbedenken

Teure Notwendigkeit: ein Lkw vor einer Fähre am Hafen von Palma. / FOTO: BERNARDO ARZAYUS
Der Krieg in Nahost zieht sich in die Länge, und die Folgen für Unternehmen und Privatpersonen treten immer deutlicher zutage. Eine kleine Erleichterung brachte ein am Freitag (20.3.) verabschiedetes Dekret der Zentralregierung, das eine Reduzierung der Umsatzsteuer auf Kraftstoffe, Strom und Gas von 21 auf zehn Prozent beinhaltet. Auf rund fünf Milliarden Euro bezifferte Ministerpräsident Pedro Sánchez den Wert der Maßnahme. Rund 70 Millionen Euro davon dürften laut Modellrechnungen auf Mallorca und den Nachbarinseln ankommen.
Während sich schon am Wochenende einige Autofahrer an den Tankstellen erfreut über den merklich niedrigeren Literpreis freuten, ist der Frust bei den Transporteuren groß. Die Maßnahmen seien völlig unzureichend, hieß es von Branchenvertretern. Verbandschef Ezequiel Horrach erklärte, die meisten Unternehmer seien am Limit. Die Branche brauche direkte Subventionen. Immerhin: Nach einem Treffen der Transporteure mit Ministerpräsidentin Marga Prohens kündigte diese am Mittwoch (25.3.) an, sie werde noch vor der Osterwoche ein eigenes Maßnahmenpaket auf den Weg bringen. Details nannte die Regierungschefin allerdings nicht.
Die Zeit drängt: Anfang der Woche hatten die Transporteure angekündigt, in den Streik zu treten, wenn es keine Lösungen gibt. Dies könnte zu Beginn der Urlaubersaison zu Ostern zu Problemen führen. Zur Beruhigung ließ der Verband der Vertriebsunternehmen verlauten, dass die Lager der Geschäfte und Hotels voll seien und man fünf Tage ohne Lieferungen vom Festland auskommen könnte.
Bau von Sozialwohnungen ungewiss
Auch andere Branchen stöhnen. Der Verband der Bauunternehmen stellt infrage, ob der für dieses Jahr vorgesehene Baustart von 1.231 geplanten Sozialwohnungen angesichts der hohen Transport- und Kraftstoffkosten noch realistisch ist. Der Verband fordert eine Zusatzklausel in den Verträgen, die bei Bedarf eine Anpassung der Preise ermöglicht. Die Balearen-Regierung steht angesichts der Wohnungskrise unter Druck, den Bau der angekündigten Wohnungen vor den Wahlen 2027 begonnen zu haben.
Auch Sicherheitsbedenken machen die Runde. Die Ankündigung des Iran, dass man US-amerikanische und israelische Touristen an ihren Urlaubsorten attackieren würde, hat für Aufsehen gesorgt. Die Zahl der US-Urlauber ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zudem sind einige Hotelketten aus den USA und Israel auf der Insel aktiv.
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