Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Mallorca-Urlaub in Zeiten des Treibstoffmangels: Darum rät Easyjet jetzt zum schnellen Ticketkauf

Easyjet sieht Spanien in der Treibstoffkrise leicht im Vorteil: Die Abhängigkeit vom Nahen Osten ist vergleichsweise gering, die Versorgung zum Saisonstart auf Mallorca gilt kurzfristig als gesichert

Ein Easyjet-Flieger beim Start.

Ein Easyjet-Flieger beim Start. / DM

Die durch den Krieg im Iran ausgelöste Treibstoffkrise und die Schließung der Straße von Hormus zwingen viele Fluggesellschaften zu kurzfristigen Planungen – und das mitten zum Start der Tourismussaison. Die britische Billigairline EasyJet kann nach Angaben seines Südeuropa-Chefs Javier Gándara Preisstabilität und konstante Auslastung derzeit nur für die kommenden vier Wochen zusichern. Vorhersagen zur Marktentwicklung und zur Verfügbarkeit von Treibstoff seien derzeit „schwierig“.

Die stark schwankenden Preise für Rohöl und Flugkerosin sorgen in der Branche für Unruhe. EasyJet hat nach eigenen Angaben 70 Prozent seines Kerosinbedarfs für die kommenden sechs Monate zu einem Festpreis von rund 700 Dollar pro Tonne abgesichert. Zugleich liegt der Preis für Flugtreibstoff inzwischen bei 1.500 Dollar und damit doppelt so hoch wie vor der Pandemie.

In diesem Sommer werde EasyJet nur bei den nicht abgesicherten 30 Prozent direkt von der Entwicklung betroffen sein, sagte Gándara. Dadurch solle sich der Kostenanstieg begrenzen lassen. Zugleich schloss er steigende Ticketpreise in den kommenden Monaten nicht aus. Stärker betroffen könnte die Airline im Winter sein, wenn sie erneut Flugkerosin am Markt einkaufen muss – vorausgesetzt, der Konflikt dauert an und die Meerenge bleibt geschlossen.

Spanien steht besser da als andere Länder

Auch die Treibstoffreserven beobachtet das Unternehmen nach eigenen Angaben täglich in direktem Kontakt mit Lieferanten und Flughäfen. Kurzfristig sei die Versorgung gesichert. In Spanien sei die Lage etwas besser, räumte Gándara ein. Sollten aber andere europäische Länder betroffen sein, werde sich das auch auf Spanien auswirken. Nach Unternehmensangaben stammen in Spanien nur elf Prozent des Rohöls aus dem Nahen Osten, mehr als 80 Prozent des Flugtreibstoffs werden im Land selbst raffiniert. Das sorgt laut dem Bericht für eine angespannte Ruhe in der Branche – zumindest zum Auftakt der Saison.

Als entscheidend für mögliche Preissteigerungen nannte Gándara zudem das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Spanien und Mallorca seien „sichere Ziele und Rückzugsorte“ und könnten deshalb von einer vorübergehenden Verlagerung des Reiseverkehrs infolge der internationalen Spannungen profitieren. Andererseits könnten die durch den Iran-Konflikt ausgelösten Preissteigerungen, die auch die Passagiere belasten, die Nachfrage dämpfen.

"Stillstand" bei den Reservierungen

Mit Blick auf das Buchungsverhalten sprach Gándara von einem „Stillstand“ bei den Reservierungen. Viele Reisende warteten derzeit ab, wie sich die Lage bis zum Sommer entwickle. EasyJet plant für diese Saison auf Mallorca drei Millionen Sitzplätze. Je nach Entwicklung des Marktes könne das Angebot in den kommenden Wochen angepasst werden.

Mallorca sei mit 35 Strecken ein sehr gut angebundenes Ziel für Easyjet, sagte Gándara. Anpassungen müssten aber geprüft werden. Dabei gehe es womöglich weniger um Kapazität oder Frequenzen als um die Auslastung der Flugzeuge, die etwas voller oder leerer ausfallen könnte. EasyJet hofft nach eigenen Angaben, in dieser Saison weder Flüge noch Buchungen streichen zu müssen. Eine Erhöhung der Preise bereits gekaufter Tickets schließt die Airline aus – anders als andere Fluggesellschaften wie Volotea.

Das Unternehmen empfiehlt seinen Kunden, Tickets möglichst früh zu kaufen, weil sie dann am günstigsten seien. Zugleich räumt EasyJet ein, dass manche Reisende noch nicht wissen, ob sie sich in diesem Jahr überhaupt Urlaub leisten können.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents