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Sommer-Flugplan, Iran-Krieg und Kundenzufriedenheit: Das sagt die Ryanair-Sprecherin in Spanien zum Mallorca-Urlaub 2026

Die irische Airline setzt auf die Balearen als Ziel, auch wenn das Wachstum aufgrund von Platzmangel begrenzt ist. Für 2026 in Palma erwartet die Fluggesellschaft einen Anstieg der Passagierzahlen um etwa drei Prozent

Alejandra Ruiz ist die Sprecherin von Ryanair in Spanien.

Alejandra Ruiz ist die Sprecherin von Ryanair in Spanien. / B.RAMON

Die irische Billigfluglinie Ryanair hält an ihrem klaren Bekenntnis zu Mallorca und den Nachbarinseln fest, in dem weiteres Wachstum immer stärker von der Kapazität der Flughäfen und der allgemeinen Entwicklung der Branche begrenzt wird. Mit Palma als einem ihrer wichtigsten Standorte in Spanien blickt die Airline auf das Jahr 2026 mit einem moderaten Zuwachs bei Strecken, Frequenzen und Passagierzahlen – und beobachtet zugleich aufmerksam externe Faktoren wie die durch den Iran-Konflikt ausgelöste Volatilität beim Treibstoffpreis und die Sperrung der Straße von Hormus. Die Sprecherin von Ryanair in Spanien, Alejandra Ruiz, nimmt zu den Fragen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" Stellung.

Wie fällt die Gesamtbilanz des Unternehmens für 2025 auf den Balearen aus?

Insgesamt sind die Balearen ein Ziel, wo Ryanair weiterhin wachsen kann, wenn auch mit geringerem Spielraum – vor allem aus Platzgründen. In Palma bauen wir unsere Kapazität weiterhin leicht aus. Die Saison verlief gut. Im Winter versucht die Airline an Urlaubszielen, möglichst viele Strecken ganzjährig zu bedienen, statt sie nur saisonal anzubieten. Dafür muss allerdings auch das Angebot des Reiseziels mitziehen. Wir sind sehr zufrieden damit, wie der Betrieb auf den Balearen gelaufen ist. Im Winter fliegen wir nur Palma und Ibiza an; Menorca ist ein saisonales Ziel, dort fliegen wir nur im Sommer. Solange das touristische Angebot weiter mitzieht und wächst, um Besucher anzulocken, können auch wir mit mehr Kapazität reagieren.

Welche Prognosen haben Sie für die Saison 2026?

In Palma bedienen wir in diesem Sommer 79 Strecken. Drei davon sind neu: Friedrichshafen mit drei wöchentlichen Frequenzen, Danzig mit zwei wöchentlichen Frequenzen und Malta, ebenfalls mit zwei wöchentlichen Verbindungen. Malta wurde erstmals im Winter aufgenommen und wird nun erstmals auch im Sommer bedient. Das entspricht 715 wöchentlichen Frequenzen – ein leichter Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den Sitzplätzen ist das Plus sehr moderat, etwas mehr als ein Prozent. Wir operieren weiterhin mit 16 am Flughafen stationierten Flugzeugen, was eine wichtige Quelle direkter Beschäftigung ist. Wenn Flugzeuge hier über Nacht stationiert sind, bedeutet das einen stärkeren Betrieb und mehr Arbeitsplätze. Bei den Passagieren rechnen wir mit diesem Angebot für 2026 – einschließlich der vorangegangenen Wintersaison und der laufenden Sommersaison – mit rund 8,5 Millionen Fluggästen in Palma, was einem Zuwachs von etwa drei Prozent entspricht.

Welche Auswirkungen hat der Krieg mit Iran auf das Unternehmen? Werden die Ticketpreise steigen?

Es gibt viel Volatilität, und die Lage ist sehr unsicher. Was die Kosten betrifft, wird uns das kurz- und mittelfristig nicht treffen, weil wir beim Treibstoff bis März nächsten Jahres zu 80 Prozent abgesichert sind – zu 67 Dollar pro Barrel. Das schützt uns recht gut vor Schwankungen. Worauf wir im Moment schauen, ist eine mögliche Treibstoffknappheit, falls die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet wird. Bei den Tarifen erwarten wir grundsätzlich keine starken Anstiege im Vergleich zu April, Mai und Juni des vergangenen Jahres. Weil wir bei den Kosten stärker abgesichert sind, hatten wir ohnehin eine Erhöhung zwischen drei und vier Prozent einkalkuliert. Sollte es zu einer Knappheit kommen, ist davon auszugehen, dass die gesamte Branche die Preise anheben wird.

Symbolfoto einer Ryanair-Maschine

Eine Ryanair-Maschine hebt ab. / Ryanair

Ziehen Sie in Betracht, Verbindungen zu streichen oder Flüge zu reduzieren, falls die Preise drastisch steigen?

Im Moment nicht wegen des Preises, sondern wegen möglicher Knappheit. Der Preis bereitet uns derzeit keine Sorgen, wohl aber die Frage, ob überhaupt genügend Treibstoff verfügbar ist. Wenn wir nicht genug haben, um zu fliegen, dann müssten wir den Betrieb überprüfen.

Über welche Treibstoffreserven verfügt Spanien derzeit? Und Son Sant Joan?

In Spanien gibt es bislang kein Problem, weil 80 Prozent des von uns genutzten Treibstoffs hier raffiniert werden. Unsere Lieferanten sagen uns, dass wir bis zum Ende des Sommers ruhig bleiben können. Spanien ist in einer guten Versorgungslage.

Wird die Airline Notfallpläne aktivieren, um den Treibstoffverbrauch bei möglicher Knappheit zu optimieren?

Im Moment gibt es dazu nichts Neues. Aberdie Fluglinienvereinigung "Airlines for Europe" fordert in Brüssel bereits Koordination, einen Notfallplan und zudem Flexibilität bei bestimmten Vorschriften.

Wäre Mallorca im Fall operativer Kürzungen ein prioritäres Ziel?

Das würde von der Treibstoffverfügbarkeit an jedem einzelnen Flughafen abhängen.

Wie werden sich die 2025 angekündigten Kürzungen von mehr als einer Million Sitzplätzen auf die Balearen auswirken?

Von Menorca aus entfällt die Strecke nach Santiago de Compostela. In Palma entfallen Teneriffa Nord, Gran Canaria, Santiago, Valladolid und Jerez. Die andere Seite dieser Kürzungen ist jedoch, dass das Problem der Wettbewerbsfähigkeit wegen der Gebühren nicht an den Flughäfen der Balearen liegt, sondern an anderen Zielen, wo wir seit langem darauf hinweisen, dass die Gebühren zu hoch sind. Dort müssen wir die Nachfrage mit niedrigeren Preisen stimulieren, und deshalb vertreten wir die Auffassung, dass diese Gebühren gesenkt werden sollten, damit die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen europäischen Ländern nicht verloren geht. Auf den Balearen setzen wir weiter auf das Reiseziel, weil die Nachfrage dort robust und stabil ist.

Halten Sie an Ihrer Ablehnung der Gebührenerhöhung vom spanischen Flughafenbetreiber Aena fest?

Ja. Es ist ein Investitionsvolumen von 13 Milliarden Euro vorgesehen, von denen fast 10 Milliarden auf den regulierten Bereich entfallen, also auf die Gebühren der Fluggesellschaften. Wir werden Verbesserungen an Flughäfen und Infrastrukturen immer unterstützen, wenn sie Kapazität oder Effizienz erhöhen. Aber im Konsultationsverfahren zum DORA III wurde auf die Airlines nicht gehört. Unser Fazit ist, dass viel mehr ausgegeben wird als nötig, dass die Investitionen überdimensioniert sind und dass Aena in erster Linie „Premium“-Flughäfen schaffen will, anstatt Flughäfen, die tatsächlich Kosten senken, Verbindungen fördern und Wachstum für die Airlines ermöglichen.

Wie bewerten Sie die Erweiterung des Flughafens Palma, die Aena derzeit umsetzt?

Wir bewerten einzelne Eingriffe innerhalb der Flughäfen nicht so sehr, weil das ein sehr technisches Feld ist. Was wir sagen, ist: Wir unterstützen immer Verbesserungen, die Kapazität oder Effizienz erhöhen, aber keine überdimensionierten Investitionen, die später auf die Gebühren umgelegt werden.

Man gewinnt den Eindruck, dass es große Schwierigkeiten gibt, dass Fluggesellschaften und Aena gemeinsame Positionen finden.

Das liegt daran, dass Aena nicht verhandeln muss. Es ist der einzige Flughafenbetreiber in Spanien und steht mit niemandem im Wettbewerb. Deshalb ist das für Aena nicht nötig.

Welche wirtschaftliche Bedeutung haben die Balearen für Ryanair? Wie viel erwirtschaften Flüge auf die Inseln?

So detaillierte Zahlen kann ich Ihnen nicht nennen. Aber ich kann sagen, dass Palma für Ryanair in Spanien ein sehr wichtiger Flughafen ist. Er liegt beim Passagieraufkommen an vierter Stelle – hinter Barcelona, Málaga und Alicante – und sehr dicht an diesen drei. Von den 62,5 Millionen Passagieren, die wir in Spanien befördern, entfallen 8,5 Millionen auf unseren viertgrößten Flughafen. Das zeigt seine strategische Bedeutung – auch wirtschaftlich. Es ist ein Flughafen mit sehr starker Nachfrage, auf dem wir trotz des Gebührenumfelds weiter wachsen können.

Welche Quellmärkte fliegen mit Ryanair hauptsächlich nach Mallorca?

In Palma ist vor allem der deutsche Markt sehr stark konsolidiert und der wichtigste, gefolgt von Spanien und dem Vereinigten Königreich. Das sind mit großem Abstand die drei wichtigsten Märkte. Auf Ibiza sind es Spanien, Italien und Großbritannien, und auf Menorca Spanien, Italien und Frankreich.

Wie geht das Unternehmen mit der Geldstrafe von mehr als 100 Millionen Euro um, die das Verbraucherschutzministerium wegen Zuschlägen für Handgepäck verhängt hat?

Wir sind weiterhin überzeugt, dass unsere Gepäckpolitik vollkommen legal ist und den Vorschriften der Europäischen Union vollständig entspricht – konkret der Verordnung 1008/2008, die es Airlines erlaubt, Zusatzleistungen wie Kabinengepäck gesondert zu bepreisen. Deshalb glauben wir nicht, dass diese Geldstrafe Bestand haben wird. Im Moment sind die Sanktionen ausgesetzt, bis das Verfahren weitergeht. Wir sind der Ansicht, dass diese Entbündelung der Preise dem Verbraucher sehr hilft, insbesondere bei Billigfluggesellschaften, weil sie es ermöglicht, weiterhin niedrige Tarife anzubieten. So können preisempfindlichere Passagiere günstigere Tarife nutzen, weil sie nicht für einen Koffer zahlen, den andere mitnehmen möchten. Andernfalls müssten wir die Preise für alle anheben.

Der spanische Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy bei der Pressekonferenz, in der er die Millionenstrafe ankündigte.

Der spanische Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy bei der Pressekonferenz, in der er die Millionenstrafe ankündigte. / Eduardo Parra/EP

Wird Ryanair seine Politik beim Handgepäck beibehalten? Erwarten Sie Änderungen bei den erlaubten Maßen oder bei zusätzlichen Gebühren?

Nein. Im Gegenteil, wir haben im vergangenen Jahr sogar die Maße des kostenlosen Gepäckstücks, das unter den Vordersitz passt, erhöht. Bei Ryanair sind das 40 x 30 x 20 Zentimeter, während der europäische Referenzwert bei 40 x 30 x 15 liegt. Unsere Maße sind also sogar etwas großzügiger. Änderungen sind nicht geplant.

Glauben Sie, dass die Gebühren für Handgepäck das Vertrauen der Passagiere in die Airline beeinträchtigen?

Wir glauben vielmehr, dass das Verbraucherschutzministerium ein Narrativ über Billigfluggesellschaften erzeugt, das so nicht stimmt – und das kann dem Ansehen des Sektors schaden.

Wie geht Ryanair mit Streiks der Handling-Unternehmen um? War Palma davon betroffen?

Vor Kurzem gab es während der Osterwoche Streiks, aber sie betrafen andere Unternehmen. Wir arbeiten mit Azul Handling, und der Betrieb läuft sehr gut.

Vor wenigen Wochen wurde in Palma ein Mitarbeiter der Airline von einem Passagier angegriffen und verlor mehrere Zähne. Wie geht das Unternehmen mit solchen Situationen um? Worin sehen Sie den Grund für die zunehmende Aggressivität mancher Passagiere?

Problematische Passagiere sind eine sehr kleine Minderheit, aber sie verursachen Folgen. Bei uns gilt Nulltoleranz: Geldstrafen, Gerichtsverfahren und Flugverbote. In vielen Fällen spielt Alkohol eine Rolle, der vor dem Boarding konsumiert wird. Deshalb fordern wir, den Verkauf von Alkohol an Flughäfen einzuschränken.

Glauben Sie, dass Ihr Geschäftsmodell die Überfüllung der Inseln begünstigt? Fühlen Sie sich in der Debatte über die touristische Überlastung der Inseln an den Pranger gestellt?

Nein, wir fühlen uns nicht an den Pranger gestellt. Ryanair leistet einen großen Beitrag zum Tourismus und zur Wirtschaft. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns in diese Debatte einzuschalten – das ist Sache der Regierungen. Wir reagieren dort, wo Nachfrage besteht.

Auf den Balearen gibt es wegen der Insellage und des Rabatts von 75 Prozent weiterhin Passagiere, die den Airlines vorwerfen, die Preise wegen dieser Subvention anzuheben. Was sagt Ryanair dazu?

Ryanair wird immer die niedrigsten Tarife des Marktes anbieten. Es gibt keinen direkten Zusammenhang mit dieser Vergünstigung. Wo es allerdings Spannungen gibt, ist bei der Erstattung an die Airlines – dort kommt es zu erheblichen Verzögerungen seitens der Regierung.

Eine von der Verbraucherschutzorganisation FACUA organisierte Umfrage stuft Ryanair zusammen mit Endesa als das schlechteste Unternehmen des Jahres 2025 für Verbraucher ein. Wie bewerten Sie das?

Wir würden gerne die Stichprobe dieser Umfrage sehen. Die 62,5 Millionen Passagiere, die wir in Spanien befördern, belegen, dass wir ein Produkt haben, das den Menschen gefällt, und dass wir weiter wachsen. Wir machen uns gerne auch einmal über uns selbst lustig und haben viele der üblichen Kritikpunkte von Passagieren in unsere eigene Kommunikation integriert, besonders in den sozialen Netzwerken. In unseren internen Umfragen erreichen wir eine Kundenzufriedenheit von 89 Prozent.

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