Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Hoffnung für Wohnmobil-Fans: Gibt es bald einen neuen Camping-Hotspot in Cala Ratjada?

Am Wochenende testeten Dutzende Camper einen öffentlichen Parkplatz - und zogen eine positive Bilanz

Dutzende Camping-Fans durften am Wochenende ausnahmsweise auf dem Gravera-Parkplatz in Cala Ratjada urlauben.

Dutzende Camping-Fans durften am Wochenende ausnahmsweise auf dem Gravera-Parkplatz in Cala Ratjada urlauben. / Sophie Mono

Sophie Mono

Sophie Mono

Aufmerksamen Spaziergängern in Cala Ratjada hat sich am Wochenende (25./26.4.) ein ungewohntes Bild geboten: Auf der großen Stellfläche hinter dem Gravera-Spielplatz, die das zuständige Rathaus von Capdepera im vergangenen Sommer als Alternative zum geschlossenen Dünenparkplatz an der Cala Agulla für Badegäste eröffnet hat, herrschte nicht wie sonst gähnende Leere - um tatsächlich für die breite Masse der Strandgänger attraktiv zu sein, ist der Parkplatz für viele nämlich einfach zu weit vom beliebten Naturstrand entfernt. Stattdessen parkten hier über das Wochenende Dutzende von Wohnmobilen und Camping-Vans. Hat sich hier die Camper-Szene, die ebenfalls von der Schließung des Dünenparkplatzes betroffen ist, einen neuen Treffpunkt gesucht?

Erstmal nur eine Ausnahme

Nicht ganz, oder besser: erstmal nicht auf Dauer. "Es handelte sich um ein punktuelles Event, das eine Wohnmobilvereinigung mit dem Rathaus abgesprochen hat", berichtet Verkehrs- und Umweltdezernent Manuel Filgueiras auf MZ-Anfrage. Die Camper hätten sich im Vorfeld mehrfach mit der Gemeindeverwaltung zusammengesetzt und um die Erlaubnis gebeten, ein Camping-Wochenende auf dem Gravera-Parkplatz organisieren zu dürfen. "Sie haben den Platz als Stellfläche genutzt und dann im Ort Urlaub gemacht. Sie sind durch die Läden geschlendert und haben den Ort belebt. Statt in Hotels haben sie in ihren Wohnmoblien geschlafen. Sie waren sehr zufrieden und wir auch, es gab keine Probleme", bewertet der Ratsherr weiter.

Dass von nun an ständig Camper auf der weitläufigen Fläche Urlaub machen, sei aber - zumindest mittelfristig - nicht vorgesehen. "Wir werden die Erfahrung nun bewerten", so Filgueiras. Ob künftig dort Installationen wie Stromanschlüsse oder Behälter zur Entleerung der Camping-Toiletten eingerichtet werden, stehe zur Zeit nicht konkret zur Debatte. Und in Zukunft? "Wir werden sehen." Zunächst einmal solle der öffentliche Raum - neben seiner Funktion als Parkplatz - weiter als Ort für vielseitige Events herhalten, etwa für Konzerte oder Zirkusvorführungen. Sicherlich könnten aber ähnliche Camping-Treffen mit vorheriger Genehmigung noch einmal stattfinden.

Nachts geschlossen

Findet gerade keine Veranstaltung auf dem Parkplatz statt, ist dieser täglich von 7 bis 22 Uhr geöffnet und kostenlos als Stellfläche für Fahrzeuge aller Art nutzbar. Nachts allerdings wird das umzäunte Gelände geschlossen. Dort zu übernachten ist also im Normalfall nicht erlaubt. Für das Event am vergangenen Wochenende hätten die Camper extra ausnahmsweise einen Schlüssel bekommen, so Filgueiras. Normalerweise plädiere man aber für eine nächtliche Schließung, um Vandalismus oder nächtliche Besäufnisse von Jugendlichen zu verhindern.

Hier gibt es Alternativen

Camping-Fans müssen also erst einmal mit den zwei anderen Stellplätzen vorlieb nehmen, die im vergangenen Jahr auf Mallorca eingerichtet worden sind: Da ist zum einen der Stellplatz im Küstenort Son Serra de Marina, von dem aus man zumindest von weitem das Meer sehen kann. Auch Stromanschlüsse stehen dort für die Nutzer zur Verfügung, zudem wird der Bereich nachts videoüberwacht, um die Sichherheit der zahlenden Kunden und ihrer Fahrzeuge zu gewährleisten. Deutlich weniger beliebt scheint der Wohnmobil-Stellplatz im Mallorca-Dorf Muro zu sein. Wie Anwohner bei einer MZ-Reportage im vergangenen Oktober verrieten, werde die Stellfläche in einem recht unattraktiven Außenbereich des Orts kaum von Campern genutzt.

Dass es so wenig Installationen für Camper auf der Insel gibt, liegt nicht etwa an geringer Nachfrage - im Gegenteil. Camping-Vereinigungen bemängeln seit Jahren die unzureichende Infrastruktur und sehen die Schuld vor allem bei der einflussreichen Hotellobby, die dieser Art von Tourismus skeptisch gegenüber steht. Zahlreiche Camper von außerhalb suchen daher auch auf privaten Grundstücken auf der Insel Inhaber, die sie zumindest für ein paar Tage dulden. Die Schließung des Dünen-Parkplatzes an der Cala Agulla im vergangenen Jahr, auf dem die Wohnmobil-Fans zwar keine Infrastruktur zur Verfügung hatten, aber zumindest gegen Aufpreis übernachten durften, hat den Unmut der Camper weiter gesteigert.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents