Luxus, Stau und volle Stege: Palma Boat Show zeigt, wie groß der Yacht-Hunger auf Mallorca ist
Die MZ hat eine erste Runde über das Gelände der Boat Show gedreht. Dabei gibt es in der nahen Umgebung bekannte Superyachten zu entdecken. Nur der Platz ist knapp
Luxusyachten, Gedränge und große Geschäfte; So war der Auftakt der Palma International Boat Show / Nele Bendgens
Stop and go. Bereits am Mittwochmittag (29.4.), nur wenige Stunden nach der Eröffnung, ist es rappelvoll bei der Palma International Boat Show. Die Menschenmassen zwängen sich über die engen Stege im Hafenbecken. Draußen an den Parkhäusern staut sich eine lange Autoschlange. Deutsch und Englisch sind die dominierenden Sprachen auf dem Messegelände an der alten Mole. Immer wieder ziehen sich die Besucher begeistert die Schuhe aus und hüpfen auf die teuren Yachten, die mit durchschnittlichem Geldbeutel kaum erschwinglich sind.

Ganz schön viel los zum Auftakt
„Wir sind seit knapp zehn Jahren Aussteller bei der Boat Show“, sagt Phil Cardoso von „Boote Polch“. Das Unternehmen hat sich derzeit auf Tender spezialisiert, die Beiboote der großen Yachten. Besonders bei den Privatkunden sei noch Luft nach oben. „Man merkt es an der Stimmung der Leute durch die Inflation und die politische Lage. Wobei der Saisonbeginn traditionell in unserem Gewerbe eher schwach läuft.“

Ganz schön viel los zum Auftakt
Charter-Anbieter erwarten großen Ansturm
Anders sieht es in den Sommermonaten aus, in denen die Charter-Anbieter einen Ansturm erwarten. „Tagestouren sind dann nur noch schwierig zu bekommen“, sagt Cardoso, der das firmeneigene Club-Modell bewirbt. Für einen Jahresbeitrag in Höhe von 7.350 bis 34.900 Euro – je nach Bootsgröße – gibt es ein Abo, mit dem die Yachten so oft wie es beliebt, geliehen werden können. Auch in der Hochsaison.

Ganz schön viel los zum Auftakt
Inwiefern die gestiegenen Benzinpreise die Branche beeinflussen, lasse sich bislang schwer abschätzen, sagt Cristina Sastre von Sa Calma Boats. Der Charteranbieter setzt bei der Boat Show auf einen zweistöckigen Katamaran. „Das ist eine Weltneuheit.“ Zwei Rutschen und Stand-up-Paddle-Bretter sind beim Ausflug inklusive. Das Boot kann man komplett oder mit einzelnen Bereichen reservieren. „Noch vor der ersten Fahrt erreichen uns Buchungen“, sagt Sastre und schließt darauf auf eine hohe Nachfrage. „Die Benzinkosten gleichen wir mit höheren Preisen aus. Es ist ein Spagat. Wir müssen schauen, wie viel die Kunden zu zahlen bereit sind.“
Einst größte Yacht der Welt vor Anker
Über den Bootsshuttle geht es zur Außenstelle Marina Port. Die achtminütige Fahrt führt an der „Limitless“ vorbei. Die einst größte Yacht der Welt liegt gerade im Hafen von Palma vor Anker. Zufällig? An dem zweiten Stützpunkt der Boat Show sind die riesigen Segelyachten zu sehen. „Palma hat sich in diesem Segment den Namen gemacht, der beste Ausstellungshafen im ganzen Mittelmeer zu sein“, sagt Aksel Andresen vom Zulieferungsunternehmen Reckmann. „Weder Genua noch Monaco können mit der Anzahl mithalten.“ Er bestätigt, was Boat-Show-Organisator Chema Sans im MZ-Interview sagt: Katamarane sind der Trend. „Die Fläche ist vergleichbar mit einer Motoryacht und das Gefühl das gleiche. Letztlich bleibt es aber Segeln“, beschreibt Andresen die Vorteile.
Noch bis Samstag können Sie sich selbst davon ein Bild machen.

Ganz schön viel los zum Auftakt
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