Neuer Ärger um deutschen Weihnachtsmarkt in Palma: Firmen warten seit Monaten auf ihr Geld
Mehrere lokale Unternehmen hatten Waren für den „Christmas Market“ in Sa Feixina geliefert. Bezahlt wurden sie laut „Diario de Mallorca“ bis heute nicht – nun steht sogar der Gang vor Gericht im Raum

Redaktion DM
Fast vier Monate sind vergangen, seit der umstrittene deutsche Weihnachtsmarkt im Parc de Sa Feixina in Palma die Pforten dicht gemacht hat, doch die Polemik ist noch immer nicht beendet. Grund dafür ist, dass die österreichischen Organisatoren bei mehreren lokalen Unternehmen Schulden angehäuft haben. Die Unternehmer hatten ihnen Waren geliefert, die auf dem Markt verkauft wurden.
Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, wurden diese bis heute nicht bezahlt. Demnach fordern die mallorquinischen Firmen seit Monaten die ausstehenden Zahlungen ein. Die Organisation hat sich – stets per E-Mail – verpflichtet, ihre Schulden zu begleichen. Passiert ist allerdings nichts.
Von Beginn an umstritten
Der "Christmas Market" in Sa Feixina war von Beginn an umstritten. Viele Anwohner kritisierten, dass ein öffentlicher Raum genutzt werde, um vor allem Produkte deutscher Herkunft zu vermarkten – was dann auch geschah. Ursprünglich war sogar nicht vorgesehen, der Öffentlichkeit auch nur ein einziges lokales Produkt anzubieten.
Nach den Beschwerden änderte die Organisation jedoch ihre Strategie und setzte sich mit mehreren Unternehmern der Insel in Verbindung, die Lebensmittelprodukte anbieten. Die meisten Unternehmer vereinbarten, diese Produkte zu liefern und die Rechnung erst nach dem Abbau des Marktes bezahlt zu bekommen. Die Organisation musste also kein Geld vorstrecken und durfte den Einkauf dieser Produkte über die Einnahmen finanzieren, die sie durch den Verkauf an den eigenen Ständen des Marktes von Sa Feixina erzielen würde. Eine solche Vereinbarung ist im Handel üblich.
Verkauf schwach ausgefallen
Nach dem Ende der Weihnachtszeit stellte sich heraus, dass der Verkauf dieser lokalen Produkte sehr schwach ausgefallen war. Auf dem Markt wurden vor allem Waren deutscher Herkunft verkauft, sowohl Lebensmittel als auch Dekorationsartikel, da diese den Großteil der Stände einnahmen.
Als der „Christmas Market“ abgebaut wurde, gab die Organisation den jeweiligen Unternehmen die nicht verkauften lokalen Waren zurück, wie einige Betroffene bestätigt haben. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Schuld jedoch nicht beglichen. Der Kontakt zwischen der Organisation und den Unternehmen läuft über eine E-Mail-Adresse. Auch eine Telefonnummer wurde bereitgestellt, doch Anrufe werden nur selten beantwortet. Wenn jemand abhebt, lautet die Antwort stets gleich: Man werde bezahlen, was man schulde – allerdings ohne zu sagen, wann.
Auch auf die E-Mails, in denen die Unternehmen daran erinnern, dass Waren geliefert wurden, viel Zeit vergangen ist und noch immer nicht bezahlt wurde, wird nicht immer geantwortet. In den Antworten, die erfolgen, betont die Organisation ebenfalls ihre Absicht zu zahlen. Allerdings vermuten die Betroffenen, dass es sich dabei um Ausreden handelt: Hätte man wirklich den Wunsch, die Schulden zu begleichen, wäre dies längst geschehen und man hätte nicht fast vier Monate verstreichen lassen.
Gang vor Gericht nicht ausgeschlossen
Vorerst wollen die betroffenen Unternehmen weiter darauf bestehen, ihre Forderungen einzutreiben. Sie schließen jedoch nicht aus, den Zahlungsausfall vor Gericht geltend zu machen, sollte die Organisation bei ihrer Haltung bleiben. Klar ist für sie auch: Sollte dieser Weihnachtsmarkt in diesem Jahr erneut organisiert werden und sollte die Organisation wieder Interesse daran zeigen, lokale Produkte zum Verkauf zu erwerben, werden sie es sich zweimal überlegen, bevor sie erneut Ware liefern.
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