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Wagt niemand den Aussteiger-Traum? Mallorcas spektakulärste Gästeunterkunft sucht noch immer nach neuem Betreiber

Eigentlich sollte der Wechsel des Betreibers am Castell d'Alaró reibungslos laufen. Doch nach dem Abschied des langjährigen Herbergsvaters ist die Suche nach einem Nachfolger noch immer erfolglos. Im Mai sind die Unterkunft und das Ausflugslokal daher nur punktuell geöffnet

Die Wanderherberge am Castell d'Alaró wartet weiter auf einen neuen Betreiber

Die Wanderherberge am Castell d'Alaró wartet weiter auf einen neuen Betreiber / Ajuntament d'Alaró

Eigentlich hätte es ein fließender Übergang werden sollen, als Natxo Bou am 12. März 2026 seinen letzten Arbeitstag als Betreiber der Wanderherberge am Castell d'Alaró antrat. Nach rund 20 Jahren Schuften in 822 Metern Höhe wollte der gelernte Sprachwissenschaftler einen neuen Lebensabschnitt beginnen, wie er in einem MZ-Interview im Februar berichtete. Gerne hätte er einen Nachfolger noch ein wenig eingearbeitet. Doch gut anderthalb Monate nach Bous Ausstiegstermin ist noch immer niemand gefunden, der den außergewöhnlichen Job fernab der Zivilisation übernehmen will und gleichzeitig den strengen Anforderungen der Pachtbedingungen entspricht.

Übergangslösung im Mai

Wie der Stiftungsrat des Castell d'Alaró vergangene Woche mitteilte, habe man im ersten Verfahren zur Vergabe der neuen Konzessions niemanden gefunden, der sich als Betreiber eigne. Man hoffe jedoch, dass bis zum 1. Juni ein neuer Betreiber gefunden werden könne, der alle Auflagen erfüllt.

Bis dahin sei ein "Kontinuitätsplan" aktiviert worden, um die Instandhaltung des historischen Ortes und zumindest einen Teil der wesentlichen Dienstleistungen zu gewährleisten. Dies übernehme aktuell übergangsweise eine Stiftung, die auf die Verwaltung von Freizeit- und Erholungsräumen spezialisiert ist. All die Arbeit, die Bou mit seinem Team leistete, wird aber nicht abgedeckt.

So wird die Herberge an den Wochenenden im Mai jeweils von freitags bis sonntags den Restaurant- und Übernachtungsbetrieb wie gewohnt anbieten. Unter der Woche hingegen wird es keinen Publikumsservice geben. Die Pflege der Einrichtungen und der Tiere werde aber jederzeit sichergestellt, betonten die Verantwortlichen der Stiftung. Man wolle den Mai zudem dazu nutzen, Überprüfungs-, Wartungs- und Vorbereitungsarbeiten an den Einrichtungen durchzuführen, damit der neue Konzessionär die Tätigkeit mit allen Garantien und mit einem vollständigen Service so bald wie möglich aufnehmen könne.

"Kaum Zeit für andere Dinge"

Der Bürgermeister von Alaró, Llorenç Perelló, hob hervor, dass die Stadtverwaltung und die Fundació Es Castell erhebliche Anstrengungen unternehmen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass das Castell weiterhin ein wichtiger Bezugspunkt für die Gemeinde sowie für Besucherinnen und Besucher bleibt. Zugleich erklärte er, die Verzögerung bei der Vergabe sei auf Umstände zurückzuführen, die außerhalb des Einflussbereichs des Rathauses und des Stiftungsrats liegen.

Dass es nicht eben leicht ist, einen geeigneten Betreiber zu finden, ist nicht überraschend. Der Job als Herbergsleiter ist hart - obwohl er auf dem ersten Blick wie der perfekte Aussteigertraum wirken könnte. Mit motorisierten Fahrzeugen kann man die Einrichtung nicht erreichen, stattdessen werden Materialien und Lebensmittel mehrmals pro Woche mit Packeseln nach oben gebracht. Der Betreiber, der auch selbst dort oben wohnen muss, ist zudem für sämtliche Instandhaltungsarbeiten zuständig und muss die vorgegebenen Öffnungszeiten der Herberge und des Lokals abdecken. "So gut mir die Arbeit auch gefällt: Sie lässt einem kaum Zeit für andere Dinge", berichtete der ehemalige Wirt Natxo Bou der MZ, der gleichzeitig auch von seinen Erfahrungen schwärmte. Bleibt abzuwarten, ob jemand andere seinen Enthusiasmus teilen kann.

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