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Warum Mallorcas neues Flugkontrollzentrum eine gute Nachricht für die Anwohner am Airport ist

Der Flugverkehr auf Mallorca soll modernisiert werden. Dafür entsteht ein neues Kontrollzentrum auf dem Flugplatz Son Bonet in Marratxí. Profitieren könnten davon die Anwohner in Flughafennähe

So soll das neue Flugverkehrskontrollzentrum am Flugplatz Son Bonet einmal aussehen.  | FOTO: ENAIRE

So soll das neue Flugverkehrskontrollzentrum am Flugplatz Son Bonet einmal aussehen. | FOTO: ENAIRE

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Miguel Vicens

Miguel Vicens

Mallorca bekommt ein neues Flugverkehrskontrollzentrum. Die derzeitigen Installationen sollen vom jetzigen Standort am Flughafen Son Sant Joan zum Flugplatz Son Bonet in Marratxí verlegt werden. Das entschied der Ministerrat der spanischen Regierung am Dienstag (12.5.). Auch der Sitz der Regionaldirektion für Flugsicherung der Balearen soll am neuen Standort untergebracht werden. Das Verkehrsministerium wird das Projekt nun über die staatliche Flugsicherung Enaire ausschreiben. Die Maßnahme umfasst eine Investition von 81,4 Millionen Euro und hat eine Ausführungsfrist von 32 Monaten.

Durch den Umzug nach Son Bonet soll dort Platz für die von Aena geplanten Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen am Flughafen Palma geschaffen werden. Der heutige Tower soll künftig vor allem für die Kontrolle der Start- und Landebahnen genutzt werden. Mit dem neuen Standort will Enaire die Flugnavigationsinfrastruktur auf den Balearen modernisieren und ausbauen. Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz fortschrittlicher Technik sowie ein räumlich getrenntes Notfallzentrum. Ziel sei es, die Sicherheit und Effizienz des Systems zu erhöhen, das den Flugverkehr von und zu den Inseln steuert.

Satellitentechnologie

So wird die neue Technologie den Übergang von einer Luftnavigation, die derzeit auf bodengestützten Funkhilfen beruht, hin zu einer vollständig satellitengestützten Technologie ermöglichen. Diese wird als PBN (Performance-Based Navigation) bezeichnet und erlaubt es den Flugzeugen, präzisere und effizientere Routen zu fliegen, wodurch Lärm und Emissionen reduziert werden sollen, da die Flugverfahren deutlich flexibler gestaltet werden können.

Das neue System, das bislang nur in einer sehr frühen Phase am Flughafen Palma installiert wurde, zielt nicht nur auf die Modernisierung der Technologie ab, sondern wirkt sich auch direkt auf den Betrieb und die Umgebung des Flughafens aus und erfüllt dabei europäische Standards.

Insbesondere zielt die Neugestaltung des Luftraums darauf ab, die Lärmbelastung in den Stadtteilen von Palma zu verringern, die unter der „Lärmspur“ des Flughafens lagen. Beispielsweise in Sant Jordi und Son Ferriol, den kritischsten Bereichen aufgrund der Nähe zu den Pisten, sollen die Flugzeuge künftig länger in größerer Höhe fliegen und den sogenannten kontinuierlichen Sinkflug nutzen, um abrupte Lärmspitzen durch Beschleunigung oder Bremsen der Triebwerke in niedriger Höhe zu vermeiden.

Eigenständiges Grundstück

Gebaut wird auf einem eigenständigen Grundstück innerhalb des Flugplatzes Son Bonet. Dadurch sollen die Arbeiten nach Angaben der spanischen Regierung ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs möglich sein. Der Übergang vom alten zum neuen Standort solle „sicher, effizient und geplant“ erfolgen.

Das Verkehrsministerium verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts. Die Investition werde Unternehmen und Beschäftigung auf den Balearen stärken, wo der Flugverkehr eine zentrale Rolle für die Wirtschaft spiele. Enaire hatte nach eigenen Angaben mehrere Standorte geprüft und sich schließlich für Son Bonet entschieden. Der bisherige Standort am Flughafen Palma sei wegen begrenzter Flächen und schwieriger Zugangsmöglichkeiten auf lange Sicht weniger geeignet gewesen.

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