Radfahren auf Mallorca: „Es sind deutlich mehr große Gruppen unterwegs“
Der 71-jährige Rainer Dorau kommt seit 28 Jahren nach Mallorca zum Radfahren. Er stellt fest, dass es voller wird, ohne dass ihn das bisher aber stört

Rainer Dorau stammt aus der Nähe von Hannover. / privat
Rainer Dorau (71) stammt aus der Nähe von Hannover. Er reist seit 1998 regelmäßig nach Mallorca zum Rennradfahren an, seit 2005 mindestens einmal im Jahr.
Sie kommen schon seit fast 30 Jahren auf die Insel zum Radfahren. Was hat sich in dieser Zeit verändert?
Es gibt inzwischen wirklich ein paar Ballungsstrecken, auf denen man auf Gruppen stößt. Es sind deutlich mehr große Gruppen unterwegs, die zu zehnt oder zu zwanzigst im Pulk fahren. Die scheinen immer dieselben Strecken zu fahren. Ich fahre häufig im Inselinneren durch die Weinberge oder über kleine Straßen. Aber auf der Küstenstrecke über Valldemossa, Deià, Lluc, Pollença, da fahren alle. Und es ballt sich im Norden rund um Port d’Alcúdia und Can Picafort sowie an der Playa de Palma. Dort starten die Radfahrer alle am Morgen. Hinzu kommt: Viele Leute fahren die Strecken ab, die auf den Landkarten der Rennrad-Anbieter verzeichnet sind.
Wie hat Corona zu dem Boom beigetragen?
Der Radsport an sich ist seit Corona wesentlich stärker geworden. Die Menschen haben gemerkt, dass sie das alleine oder mit dem Partner betreiben können, ohne lange etwas arrangieren zu müssen. Das war der perfekte Sport für die Corona-Zeit. Man konnte sich auch bestens fern von Keimen halten. Seitdem fällt mir ganz stark auf, dass Frauen mit dem Rennrad unterwegs sind. Vor Corona ist mir kaum eine Frau aufgefallen. In diesem Jahr sind mir sehr viele Frauengruppen begegnet.
Sind es inzwischen zu viele Radfahrer für Ihren Geschmack?
Noch kommt die Infrastruktur nicht an ihre Grenzen. Klar, die beliebten Pässe bei Orient etwa sind voll. Und auch die Plätze in Bunyola, Alaró oder Sóller. Da waren 50 bis 100 Radfahrer gleichzeitig auf dem Platz. Aber das ist mir nicht unangenehm aufgefallen.
Sind die Radurlauber schon gegenseitig genervt von der schieren Masse?
Es entsteht ja keine Enge durch die Radsportler. In den Orten ist immer noch Platz. Die Bedienungen stöhnen, aber die Bars verdienen ja gutes Geld. Das machen die wohl ganz gerne. Ich habe auch noch nicht mitbekommen, dass sich Radfahrer gegenseitig in die Quere gekommen sind.
Sie fahren auch an anderen Orten auf der Welt, wie etwa in Südostasien. Ist Mallorca das Traumziel schlechthin?
Radinfrastruktur gibt es in Südostasien nicht. Daher gibt es dort auch noch kaum Rennradfahrer. Ganz langsam entsteht dort zwar inzwischen etwas. Mallorca ist aber schon ein Bestfall. Die Fahrradwege oder kleinen vies de serveis sind sagenhaft, auch wenn sie nicht primär für Rennradfahrer gedacht sind.
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