Jetzt nicht mehr in deutscher Hand: Dieses Unternehmen will nun das Luxushotel-Projekt im ehemaligen Casino von Calvià umsetzen
Die Immobiliengesellschaft Blasson verhandelt derzeit mit internationalen Marken wie One&Only, Six Senses, Rosewood oder Banyan Tree, die sich künftig um den Betrieb der Luxuseinrichtung kümmern sollen

Das alte Casino liegt seit vielen Jahren brach. / Juan Luis Iglesias
Zuletzt wollte es ein Deutscher betreiben, nun hat es eine Immobiliengesellschaft übernommen, der auf Mallorca auch das Mandarin Hotel Punta Negra gehört: Das auf dem Gelände des ehemaligen Casinos von Mallorca in der Nobelsiedlung Sol de Mallorca (Calvià) geplante Luxushotelprojekt inklusive Beachclub wird letztlich die Immobiliengesellschaft Blasson Property umsetzen. Das berichtet die Wirtschaftszeitung „Expansión“. Rund 175 Millionen Euro sollen in das Projekt fließen.
Nach den Informationen der Zeitung hat nun Blasson die Grundstücke, die sich bislang in den Händen einer deutschen Gruppe befanden, für mehr als 40 Millionen Euro gekauft. Der Rest der Investition soll in den Aufbau der Luxusunterkunft und in die Wiederherstellung des ergänzenden Angebots des Komplexes fließen.
100 Zimmer für Gäste
In dem neuen Luxushotel, das eines der gehobensten auf der Insel sein soll, sollen 100 Zimmer eingerichtet werden. Neben der Wiedereröffnung des einstigen Beachclubs ist auf einem Grundstück neben dem ehemaligen Casino zudem ein Wellness- und Gesundheitszentrum geplant. Auch die einstige Seilbahn auf soll wieder in Betrieb genommen werden.
Blasson Property führt derzeit Gespräche mit verschiedenen internationalen Hotelketten, die das Hotel künftig leiten sollen, darunter One&Only, Six Senses, Rosewood und Banyan Tree. Alle sind im internationalen Luxussegment tätig.
Sofern die vorgesehenen Fristen eingehalten werden, könnten die Sanierungs- und Bauarbeiten im nächsten Jahr beginnen. Die Eröffnung des neuen Hotels ist laut der Wirtschaftszeitung dann für Zeitraum zwischen 2029 oder 2030 vorgesehen.

Das alte Casino in Sol de Mallorca ist in einem bemitleidenswerten Zustand. / Juan Luis Iglesias
Glanz und Niedergang
Das Casino Mallorca wurde in den 1970er Jahren eröffnet und nutzte den Tourismusboom auf der Insel sowie vor allem den neuen rechtlichen Rahmen nach dem Ende des Franquismus. 1977, in einer Phase der Öffnung, wurde das erste Glücksspielgesetz verabschiedet, das Casinos, Bingosäle und Lotterien legalisierte. Damals war das Casino einer der wenigen in Mallorca zugelassenen Spielorte und zog wohlhabende Urlauber an.
Im Laufe der Jahre festigte sich das Casino als Veranstaltungsort für alle Arten von Großereignissen, von Preisgala-Abenden bis hin zu Veranstaltungen politischer Parteien, sowohl von links als auch von rechts. In den 1980er Jahren trat dort etwa Boxlegende Muhammad Ali zu einem Schaukampf an.
Doch die neuen Zeiten, geprägt vom Aufkommen von Online-Wetten, dem Erscheinen zahlreicher Spielhallen und der Entfernung zu Palma, wirkten sich letztlich gegen das Haus aus, bis es 2011 endgültig geschlossen und in das Einkaufszentrum Porto Pi verlegt wurde. Seither befindet sich das Casino in einem völlig verwahrlosten Zustand zwischen Graffiti und Schmutz. /sw
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