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Wirbel um deutsche Sparkassen-Werbung am Flughafen Mallorca: Balearen-Regierung fordert "unverzügliche" Entfernung des Banners

Tourismusminister Jaume Bauzà kritisiert das Banner scharf als schädlich für das Image und das Tourismusmodell der Insel

Das Sparkassen-Banner am Flughafen Mallorca.

Das Sparkassen-Banner am Flughafen Mallorca. / GOIB

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Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Das großformatige Werbebanner einer deutschen Sparkasse-Gruppe am Flughafen Mallorca schlägt weiter Wellen. Am Donnerstag (28.5.) hat die Balearen-Regierung den Flughafenbetreiber Aena offiziell dazu aufgefordert, das Plakat "unverzüglich zu entfernen".

Tourismusminister Jaume Bauzà habe seinen Ärger in einem Brief an den Präsidenten von Aena, Maurici Lucena, und den Direktor des Flughafens Mallorca, Tomás Melgar, kundgetan, heißt es in einer Pressemitteilung. In dem Schreiben bezeichne Bauzà es als „absolut inakzeptabel“, dass eine strategische Infrastruktur und das wichtigste Eingangstor zur Insel Botschaften verbreitet, die zutiefst schädliche Stereotype für das Image und das Tourismusmodell der Insel beinhalten.

Anstrengungen, unzivilisiertes Verhalten zu beseitigen

Mallorca unternehme seit Jahren erhebliche politische, soziale und wirtschaftliche Anstrengungen , um unzivilisiertes Verhalten zu beseitigen, das dem internationalen Ruf, dem Zusammenleben und der Qualität des Reiseziels schade. Dieses Engagement zeige sich unter anderem in Benimmregeln, Sensibilisierungskampagnen sowie verstärkten Kontrollen, so die Pressemitteilung.

Jaume Bauzà bei der Pressekonferenz.

Tourismusminister Jaume Bauzà. / Screenshot

Deshalb sei es „besonders unverständlich“, dass ein von Aena verwalteter Bereich eine solche Kampagne zulasse, die genau das verharmlose und verstärke, was man auf Mallorca zu beseitigen versuche. „Mallorca kann und darf nicht als ein Reiseziel beworben werden, das mit Kontrollverlust, Exzess oder einer Verschlechterung des Zusammenlebens verbunden wird."

Darum gehts

Das Banner einer deutschen Sparkasse-Gruppe ziert derzeit einen Teil der Fassade des Parkhausgebäudes an Palmas Flughafen. "Was auf Malle passiert, wird auf Malle beglichen", steht dort auf Deutsch. Der Slogan bezieht sich auf die Echtzeit-Zahlungslösung Wero, mit der sich Nutzer der Sparkasse in Sekundenschnelle Geld von Handy zu Handy senden können, ähnlich wie bei dem US-amerikanischen Anbieter PayPal oder dem spanischen System Bizum.

Die Werbung sorgte in der mallorquinischen Politik – von der Regierung bis zur Opposition – für Unmut. Wohl auch, weil viele den zweideutigen Spruch nicht mit der Begleichung von kleineren Geldschulden in Verbindung bringen dürften, sondern ihn vor allem als Aufruf interpretieren, Mallorca als rechtsfreies Gebiet zu betrachten, in dem Deutsche machen dürfen, was sie wollen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. In Abwandlung einer geläufigen spanischen Redewendung wäre die Übersetzung dann "Lo que sucede en la isla, se queda en la isla" (Was auf Mallorca geschieht, bleibt auf der Insel).

Dass die Balearen-Regierung nun gegen den Flughafenbetreiber Aena schießt, mag auch daran liegen, dass die Politik seit längerem eine Mitsprache am Airport verlangt. Das börsennotierte Unternehmen versucht, dies um jeden Preis zu verhindern.

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