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"Dafür entschuldigen wir uns": Sparkassen-Finanzgruppe zieht umstrittenes Plakat am Flughafen von Mallorca zurück

Der Spruch "Was auf Malle passiert, wird auf Malle beglichen" hatte auf der Insel zu einer Welle der Empörung geführt. Der balearische Tourismusminister lobt den Rückzieher als "gesunden Menschenverstand"

Das umstrittene Sparkassen-Plakat am Flughafen von Mallorca.

Das umstrittene Sparkassen-Plakat am Flughafen von Mallorca. / Miquel A. Borràs/Efe

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Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Die Empörung auf Mallorca hat Wirkung gezeigt: Die Sparkassen-Finanzgruppe zieht das umstrittene Banner am Flughafen Mallorca zurück. "Die Beauftragung dazu ist bereits erfolgt", heißt es in einer Mail des Firmensprechers Stefan Marotzke an die Mallorca Zeitung. Auf der Werbung für das Bezahlsystem Wero am Parkhaus des Airports war zu lesen: "Was auf Malle passiert, wird auf Malle beglichen." Sowohl die teils dann auch noch falsch übersetzte Anspielung auf den Ausspruch "Was auf Las Vegas geschieht ..." als auch der Begriff "Malle" waren auf der Insel praktisch einhellig als respektlos empfunden worden.

"Beabsichtigte Botschaft nicht gelungen"

"Wir nehmen diese Kritik auch deswegen sehr ernst, weil sich die Sparkassen-Finanzgruppe grundsätzlich für mehr Gemeinsamkeit in Europa einsetzt", heißt es in der Mail an die Mallorca Zeitung. "Für uns ist das gemeinsame Bezahlsystem Wero ein wichtiges Element einer stärkeren europäischen Souveränität und Gemeinsamkeit. Wir bedauern es daher sehr, wenn uns die beabsichtigte Botschaft nicht gelungen ist und auf Mallorca als nicht respektvoll wahrgenommen wird. Tatsächlich werden humoristische Nuancen sehr sprachspezifisch gedeutet und können deshalb nicht beabsichtigte Wahrnehmungen auslösen. Dafür entschuldigen wir uns."

Die Sparkassen-Finanzgruppe, die zunächst abwartend auf die Proteste reagiert hatte, kommt damit einer Forderung der Balearen-Regierung nach. Der Flughafen-Betreiber Aena hatte sich hingegen geweigert, das Banner abzuhängen. "Wir folgen der Einschätzung der balearischen Regionalregierung und werden die kritischen Werbeprodukte korrigieren. Das große Werbeplakat am Flughafen Palma de Mallorca wird, so schnell das technisch umsetzbar ist, abgehängt", hieß es nun bei der Finanzgruppe.

Von dem balearischen Tourismusminister Jaume Bauzá gab es davon am Montag (1.6.) Lob auf X: Die Entscheidung der Sparkasse-Gruppe sei "eine Lektion", von der sich Aena eine Scheibe abschneiden könne. Das Finanzunternehmen "habe die Beschwerden der Einwohner gehört, das Unbehagen verstanden und das Plakat entfernt". Das sei "gesunder Menschenverstand", der mit der "Arroganz" des Flughafenbetreibers kontrastiere. In einem an Bauzá gerichteten Brief hatte sich auch der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Ulrich Reuters, entschuldigt.

"Den Heimatflughafen überhaupt verlassen?"

Die Werbung war von der Agentur Jung von Matt Sports entworfen worden. Sie teilte auf der Plattform Linkedin ein Foto des Banners und schrieb dazu: „Kenne deine Zielgruppe. Unsere neueste Wero-Kampagne für die Sparkasse ist jetzt am Flughafen Palma de Mallorca zu sehen. Deutsche Urlauber, die an einem ihrer liebsten Ziele ankommen, haben sich wahrscheinlich gefragt, ob sie überhaupt ihren Heimatflughafen verlassen haben.“ Dass auch Einheimische sich auf ihrem eigenen Flughafen wie in Deutschland fühlen - auch das dürfte zu der Empörung beigetragen haben.

Entsprechend harsch fiel die Kritik aus. Von der konservativen Landesregierung bis hin zur linksökologischen Regionalpartei Més verurteilten Politiker das Plakat. Auch die Kommentare in den Zeitungen und bei Social Media fielen fast einstimmig erbost aus. Und ein Jura-Professor an der Balearen-Universität bereitete bereits eine Klage vor.

Wegen der großen Aufmerksamkeit, die dieser Kampagne und somit auch der Sparkassen-Finanzgruppe und dem neuen Bezahlsystem zuteil wurde, dürften Werbefachleute dennoch von einem Erfolg reden. Dem Verhältnis zwischen Mallorquinern und Deutschen aber dürfte das eine Bärendienst erwiesen haben, wie der Unternehmer und MZ-Kolumnist Lutz Minkner in einem Kommentar formulierte.

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