Eurowings-Chef: "Ausreichend" Kerosin vorhanden für noch einmal mehr Mallorca-Urlauber
Die Insel verzeichnet im Sommer ein Buchungsplus von neun Prozent im Sommer im Vergleich zum Vorjahr

Eurowings legt noch einmal mehr Flüge nach Mallorca auf. / Eurowings
Von wegen Kerosinkrise. Zumindest auf Mallorca ist von der angespannten Lage im Nahen Osten nichts zu spüren. Die Fluggesellschaft Eurowings hat am Dienstag (2.6.) betont, dass die Versorgung mit Jet-Treibstoff über den Sommer gesichert ist - und dass vor allem die Ziele im westlichen Mittelmeerraum von der Unsicherheit andernorts profitieren.
Mallorca sei in der Urlaubssaison noch gefragter als im Vorjahr, hieß es bei einer Pressekonferenz anlässlich der ersten 100 Tage, die der neue CEO der Airline, Max Kownatzki, nun im Dienst ist. Kownatzki sprach von einem Buchungsplus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr für den Zeitraum zwischen Juni und Oktober. "Wir haben im Unterschied zu Corona diesmal keine Nachfragekrise", erklärte Kownatzki.
Mallorca-Verbindungen "massiv aufgestockt"
Auf MZ-Nachfrage sagte der CEO, dass die Mallorca-Verbindungen noch einmal "massiv aufgestockt" worden seien. Vor einigen Wochen noch seien die Buchungen für Palma 22 Prozent im Minus gewesen, doch die Tendenz habe sich komplett gewandelt. Die Buchungen verteilten sich gerade um aus Regionen, "die näher am Konfliktherd sind", erläuterte Kownatzki.

Der neue Eurowings-CEO Max Kownatzki. / Oliver Roesler/Euwowings
In einer Pressemitteilung, die Eurowings im Anschluss verschickte, heißt es zu Mallorca: "Die Insel gilt vielen Urlaubern offenbar als verlässlicher Rückzugsort, der die seit Jahren ohnehin starke Nachfrage weiter befeuert. Zahlreiche Touristen, die sonst zu Zielen in den Nahen Osten reisen, weichen aktuell auf Mallorca aus."
Kerosinversorgung ist gewährleistet
Sorgen um die Kerosinversorgung wischte Kownatzki vom Tisch. Die Botschaft von Eurowings lautet: "Die Treibstoffversorgung ist an allen europäischen Basen gewährleistet." Man stehe im ständigen Austausch mit der Politik und bekomme die Botschaft, dass die Kerosinvorräte "ausreichend" seien. Darüber hinaus sei Eurowings aber weiterhin auf der Suche nach Alternativen, falls es doch zu Engpässen kommen sollte.
Ein Teil der Strategie hängt dabei mit der Verwendung von US-amerikanischem Kerosin zusammen, für das allerdings derzeit noch die Zertifizierung in Europa fehle. Daran werde derzeit gearbeitet, so Kownatzki. Der Jet-Treibstoff aus den Staaten habe einen geringfügig anderen Gefrierpunkt, der bei Flügen über Sibirien zum Problem werden könne. "Auf einem Mallorca-Flug ist das aber unerheblich", sagte Kownatzki.

Die Ticketpreise auf Mallorca-Flügen haben leicht zugelegt. / Eurowings
Stark gestiegene Kosten, leicht steigende Preise
Die Krise hinterlasse allerdings Spuren im Hinblick auf deutlich gestiegene Kosten für die Airline. Und nur rund die Hälfte davon könne an die Kunden weitergegeben werden, erklärte Kownatzki, der mit einem dreistelligen Millionenbetrag an zusätzlichen Kosten für Eurowings rechnet. "Speziell auf beliebten Strecken wie nach Spanien konnten wir deshalb die Preise um rund drei Prozent anheben."
Es seien aufgrund der langfristigen Hedging-Strategie der Airlines im Sommer keine weiteren deutlichen Preissteigerungen zu erwarten, erklärte der CEO, der ebenso wie sein Vorgänger Jens Bischof Druck auf die Bundesregierung machte. Die Steuern und Gebühren in Deutschland hätten sich seit 2019 etwa aufgrund von EU-Vorgaben oder Standortkosten mehr als verdoppelt. Da sei die Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrssteuer "nur ein Tropfen auf den heißen Stein". Es müsse mehr von der Politik kommen.
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