US-Sanktionen gegen Kuba zwingen Mallorcas Hotelriesen Meliá und Iberostar zu Rückzug
Beide Hotelketten ziehen die Konsequenzen aus der US-Politik und beenden die Zusammenarbeit mit dem kubanischen Wirtschaftskonglomerat Gaesa bei 15 Hotels

Eines der von Meliá betriebenen Hotels auf Kuba. / DM
Die angespannte Lage in Kuba hat inzwischen direkte Auswirkungen auf mehrere Hotelketten von Mallorca: Meliá hat angekündigt, den Betrieb in 15 der 34 Hotels des Unternehmens im Karibikstaat einzustellen.
Die Entscheidung der größten Hotelkette Spaniens wurde einen Tag nach der Ankündigung von Iberostar bekannt, sich teilweise aus Kuba zurückzuziehen – und nur zwei Tage vor dem 5. Juni, dem Stichtag, bis zu dem ausländischen Unternehmen ihre Beziehungen zur sogenannten Gaesa beenden müssen. Gaesa ist das militärische Wirtschaftskonglomerat der kubanischen Regierung, das die Verwaltung des US-Präsidenten Donald Trump ins Zentrum eines neuen Sanktionspakets gestellt hat. Gaesa kontrolliert mindestens 40 Prozent des kubanischen Bruttoinlandsprodukts.

Kuba leidet bereits seit Monaten unter dem Öl-Embargo der USA. / Ernesto Mastrascusa/Efe
Die Hotels gehören Gaesa
Meliá teilte seinen Rückzug aus den 15 Hotels in Kuba in einer an die spanische Börsenaufsicht CNMV übermittelten Erklärung mit. Alle Häuser werden von Meliá betrieben, gehören jedoch Gaesa.
„Diese Entscheidung, die der Eigentümerseite bereits am 26. Mai angekündigt und heute bestätigt wurde, ist aus einem tiefen unternehmerischen Verantwortungsbewusstsein heraus getroffen worden. Sie ist Folge einer Kombination nachträglich eingetretener Umstände, die außerhalb der Steuerungs- und Handlungsmöglichkeiten von Ilha Bela (der Gesellschaft von Meliá, die die Häuser betrieb, Anm. d. Red.) liegen und die operative Tätigkeit, die Rechtssicherheit und die Sicherheit bei der Erbringung der genannten Dienstleistungen für diese Hotels erheblich beeinträchtigt haben“, fügte die Hotelkette hinzu.
Seit Monaten Probleme mit der Stromversorgung
Kuba ist einer der wichtigsten Märkte für Meliá. Das Unternehmen ist dort seit 1990 aktiv und verfügt auf der Insel über 34 Hotels mit 14.053 Zimmern. Bereits in den vergangenen Monaten hatte sich die Kette gezwungen gesehen, einige dieser Häuser wegen „Problemen mit der Stromversorgung und eines Rückgangs der touristischen Nachfrage“ vorübergehend zu schließen.
Hinzu kommt nun die Drohung der US-Regierung. Nach Angaben des Unternehmens waren die meisten der Hotels, von denen man sich nun trennt, „bereits geschlossen und nicht mehr in Betrieb“. Man wolle demnächst Lieferanten wie Kunden transparent über die Folgen dieser Entscheidung informieren.
19 Hotels gehören weiter zu Meliá
Der Rückzug der Escarrer-Gruppe aus diesen 15 Hotels bedeutet allerdings keinen vollständigen Abschied von Kuba. Die Kette wird die verbleibenden 19 Hotels, die nicht Gaesa gehören, weiter betreiben. Die Strategie besteht also darin, auf Kuba präsent zu bleiben, ohne sich Sanktionen oder Rechtsstreitigkeiten auszusetzen.

Eines der Iberostar-Hotels auf Kuba. / Foto: DM
Es ist dieselbe Linie, die bereits vor zwei Tagen Iberostar angekündigt hatte: Die zweitgrößte spanische Hotelkette auf Kuba mit 20 Häusern trennt sich von zwölf Hotels, die sie über Gaesa auf der Insel betrieben hat, und bleibt nur in jenen Häusern aktiv, deren staatlicher Partner anderen, nicht mit dem Militär verbundenen Tourismusgruppen angehört. Auch Meliá erklärte, die Entwicklung der Lage auf Kuba weiterhin aufmerksam zu verfolgen, um die eigene Präsenz auf der Insel fortlaufend neu zu bewerten.
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