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Erste Maschine aus Abu Dhabi landet auf Mallorca: So will Etihad die Palma-Verbindung ausbauen

Etihad setzt auf Luxus und Komfort auf der neuen Strecke nach Palma und plant eine aggressive Wachstumsstrategie für die kommenden Jahre

Der erste Flieger von Etihad ist auf Mallorca gelandet.

Der erste Flieger von Etihad ist auf Mallorca gelandet. / Etihad

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Mallorca wird wieder ein kleines Stückchen mehr zur Luxusinsel. Am Freitag (12.6.) um 7.58 Uhr – und damit 17 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit – ist der erste Airbus A 321LR von Etihad aus Abu Dhabi auf dem Flughafen von Son Sant Joan gelandet. An Bord befanden sich 160 Passagiere, der Flieger war damit komplett ausgebucht. Erste Prognosen der Airline deuten darauf hin, dass die Nachfrage in den kommenden drei Monaten, in denen die Verbindung aktiv ist, ähnlich hoch sein dürfte.

Kollektives Schulterklopfen gab es dann am Nachmittag in einer ersten Presserunde, in der die Verantwortlichen von Etihad im Nivia Boutique-Hotel im Zentrum von Palma die Aussichten für die kommenden Monate vor den Medienvertretern skizzierten. Mit Palma setzt Etihad inzwischen bereits auf die vierte spanische Destination, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten angeflogen wird.

Mit diesem Airbus A 321LR fliegt Etihad die Route zwischen Abu Dhabi und Palma.

Mit diesem Airbus A 321LR fliegt Etihad die Route zwischen Abu Dhabi und Palma. / Etihad

Weitere Verbindungen nach Spanien angedacht

Bisher ging es nach Madrid, Barcelona und Málaga. Und wenn es nach Arik De, dem Marketing-Chef der Fluggesellschaft geht, soll damit nicht Schluss sein. Man denke schon aktiv über weitere Verbindungen etwa nach Bilbao, Santiago de Compostela oder Valencia nach.

Etihad will in den kommenden Jahren eine aggressive Wachstumsstrategie fahren und dabei voll auf das Produkt Luxus setzen. Dass die Verantwortlichen der Airline sich ihres Status sehr wohl bewusst sind, wurde immer wieder deutlich bei kleinen Spitzen auf andere Airlines, etwa Vueling.

Preise beginnen bei etwa 800 Euro

Die spanische Airline nutze den selben Flugzeugtyp wie Etihad nun auf der Mallorca-Verbindung. „Aber die Maschinen ähneln sich nur von außen. In der Kabine liegen Welten dazwischen“, sagte Arik De und verwies auf die insgesamt 16 First- und Business-Class-Sitze, die eher Hotelzimmern denn Flugzeugsitzen entsprächen. „Die Passagiere können eine Tür hinter sich zuziehen und den Sitz komplett umlegen und zum Bett umfunktionieren.“

Daneben gibt es in jedem Airbus A321LR 144 Economy-Class-Sitze, auf denen man im Vergleich zu herkömmlichen Airlines ebenfalls ein bisschen mehr Beinfreiheit hat. Die Preise für die Economy Class bewegt sich für die Flüge zwischen Palma und Abu Dhabi um die 800 Euro, Business Class und First Class schlagen mit rund 2.500 respektive 3.500 Euro zu Buche.

Bei einer Party am Freitagabend (12.6.) im Palau March feierte Etihad die neue Verbindung.

Bei einer Party am Freitagabend (12.6.) im Palau March feierte Etihad die neue Verbindung. / Johannes Krayer

Erstaunlich viele Mallorquiner unter den ersten Gästen

Erstaunt waren Arik De und seine Mitstreiter bei der Pressekonferenz, Frank Meyer aus der Schweiz, der für die Digitalstrategie verantwortlich ist sowie der Kapitän Juan José Tuccio, der auf Mallorca aufgewachsen ist und das operative Geschäft leitet, über die hohe Nachfrage an der Flugverbindung auf der Seite der Mallorquiner. „Das war eigentlich gar nicht unser primäres Ziel, aber in den ersten Fliegern kommen mehr als die Hälfte der Passagiere von Mallorca“, sagte De.

Die wenigsten allerdings bleiben für einen Urlaub in den Emiraten. Abu Dhabi gilt inzwischen als wichtiger Hub, um von dort aus in den Südosten Asiens oder nach Australien weiterzufliegen. „Die meistgebuchten Ziele von Mallorca aus sind mit Abstand Thailand, dann Abu Dhabi, die Malediven, Bali und Japan“, resümierte Arik De. Überhaupt laufe die Verbindung deutlich besser an als von Etihad vermutet. Die Auslastung liege derzeit bei rund 85 Prozent, angepeilt waren fürs Erste etwa 70 Prozent.

2027 bereits fünf wöchentliche Verbindungen?

Deshalb stellte De bereits in Aussicht, dass die Frequenzen – derzeit drei pro Woche – wahrscheinlich bereits in der kommenden Saison ausgebaut werden könnten. Vier bis fünf Mal pro Wochen zwischen Palma und Abu Dhabi sei dann vorstellbar. Und auch die Saison, derzeit nur bis Mitte September geplant, soll bereits 2027 verlängert werden.

Der Krieg im Nahen Osten oder eine mögliche Treibstoffknappheit spielen für Etihad derzeit keine Rolle. „Die ersten drei Wochen nach Kriegsbeginn waren zugegebenermaßen kompliziert, aber seither hat sich alles wieder komplett normal eingependelt. Wir fliegen zurzeit sogar 15 Prozent mehr als zur selben Zeit im Vorjahr“, sagte Arik De. Man mache sich über fehlendes Kerosin im Vorfeld keine Gedanken. „Und wenn es wirklich fehlen sollte, dann hat die Welt größere Probleme als dass man nicht mehr fliegen kann.“

Aggressive Wachstumspolitik

Etihad kann momentan vor lauter Kraft kaum laufen. Innerhalb von vier Jahren will die Airline ihren Flugzeugbestand von derzeit 130 auf dann 250 Maschinen fast verdoppeln. Und die Flieger wollen natürlich eingesetzt werden. Deshalb gab es kurz nach der Palma-Eröffnung einen weiteren Launch mit einer Route zwischen Luxemburg und Abu Dhabi.

Flamenco statt dem mallorquinischen Ball de Bot gab es bei der Etihad-Party.

Flamenco statt dem mallorquinischen Ball de Bot gab es bei der Etihad-Party. / Johannes Krayer

Dass mit dieser deutlichen Vermehrung von Flugstrecken nicht unbedingt etwas für den Klimaschutz getan wird, darüber scheint man sich nicht wirklich bewusst zu sein. Die Devise lautet: Wachstum vor allem anderen. Auch dass 160 Sitzplätze im Vergleich zu 220 weniger nachhaltig sein könnten, sieht man bei Etihad nicht. Man bringe ja genau die Qualitätsurlauber auf die Insel, die die Politik auf Mallorca so gerne hätte.

Nagelneue Maschinen

Und außerdem sei die Flotte von Etihad eine der modernsten der

Welt. „Die Maschinen, die zwischen Palma und Abu Dhabi eingesetzt werden, sind sechs Monate alt. Unsere ältesten Maschinen haben gerade einmal acht Jahre auf dem Buckel“, sagte Airk De. Und verbrauchten rund 20 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbar alte Flugzeuge anderer Airlines. Man investiere viel in Effizienz, wie man etwa noch weniger Kerosin verbrauchen könnte.

Bedenken, dass die luxusverwöhnten Mallorca-Besucher aus dem Mittleren Osten möglicherweise auf der Insel keine geeignete Infrastruktur vorfinden könnten, wischte Juan José Tuccio vom Tisch. „Das Jumeirah, das Four Seasons Formentor oder das neue Mandarin Oriental Hotel Punta Negra erfüllen die Ansprüche voll und ganz.“

Schüchterner Protest

Einen schüchternen Störfaktor gab es dann doch am Flughafen Palma zur Begrüßung der Maschine aus Abu Dhabi. Drei Aktivisten protestierten gegen die Ankunft mit ironisch gemeinten Schildchen wie „Welcome Dubai“ oder „Hoffentlich respektiert ihr unsere Insel mehr als eure Frauen“.

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