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"Mehr Qualität, weniger Menge": Luxus-Lobbyverband auf Mallorca jubelt über Eröffnung des Mandarin Oriental Punta Negra

Die Fokussierung auf „stillen Luxus“ passe zur angestrebten Identität der Insel, sagt der Verbandspräsident von Essentially Mallorca

Neue Form des Luxus: das Mandarin Oriental Hotel in Punta Negra

Neue Form des Luxus: das Mandarin Oriental Hotel in Punta Negra / Nele Bendgens

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Dass in dem neuen Luxushotel Mandarin Oriental Punta Negra auf Mallorca viele Suiten größer sind als ein beträchtlicher Teil der Wohnungen auf der Insel für eine vierköpfige Familie und die Kosten für eine Woche Urlaub auch die jährlichen Einnahmen vieler Familien auf der Insel übersteigen, wird man wohl in einer zunehmend auseinanderdriftenden Welt hinnehmen müssen.

Das Mandarin Oriental mit seinem Betreuungsschlüssel von nahezu eins zu eins im Verhältnis von Angestellten zu Gästen schafft immerhin Arbeitsplätze. Mehr als 400 Männer und Frauen arbeiten hier in der Hochsaison.

Der Lobbyverband für Luxusgüter Essentially Mallorca jubelt über die Eröffnung des neuen Hauses. Im Gespräch mit der MZ sagt ihr Präsident Jesús Cuartero, dass das Fünf-Sterne-Hotel in die Richtung passe, die Mallorca einschlagen wolle. „Mehr Qualität, weniger Menge. Mallorca hat damit Zugriff auf einen Markt, der vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.“ Der „stille Luxus“, den das Mandarin Oriental ausstrahle, sei das, was Mallorca definiere, so Cuartero. „Hier geht es nicht darum, zur Schau zu stellen, was man hat.“

Ausbau des Luxusmarktes funktioniert

Der Ausbau des Luxusmarktes funktioniere seit einigen Jahren recht gut in Zusammenarbeit mit der Politik. Die Direktflüge mit den USA, Kanada und seit Freitag (12.6.) auch mit Abu Dhabi sind laut Cuartero das Ergebnis der Bemühungen der Institutionen, für die Insel auch auf anderen Kontinenten zu werben.

Und da könne Mallorca auch mit anderen Reizen als nur mit schönen Hotels aufwarten, sagt der Präsident von Essentially Mallorca. „Die Gäste kommen, um die Insel auszuprobieren und Erlebnisse zu haben. Sie wollen die Serra de Tramuntana sehen, die Altstadt von Palma, sie wollen ein Weingut besuchen oder bei einer Olivenölverkostung dabei sein.“

Luxus- und Familienurlaub gleichzeitig denkbar

Und schließlich geht es um das alte Dilemma: Finden normale Familien auf Mallorca noch ihren Platz, können sie sich die Insel für ihren Sommerurlaub noch leisten? Cuartero sagt zwar, dass Luxusurlaub und solcher für Normalsterbliche sich nicht ausschließen und gleichzeitig denkbar seien. Aber er gibt auch zu bedenken, dass Mallorca inzwischen nicht mehr mit denselben Destinationen in Konkurrenz stehe wie vor 20 Jahren.

Er nennt keine Namen, aber man kann davon ausgehen, dass es beispielsweise um die Türkei, Tunesien oder auch Bulgarien geht. Dort liegen die Preise inzwischen deutlich unter denen, die im Durchschnitt auf Mallorca aufgerufen werden. Zur Freude der einen, zum Leid der anderen.

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