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„Uneingeschränktes All-inclusive" in Cala Ratjada: Werbung für entfesselte Abifahrten sorgt für Ärger

Nach der Empörung um ein Hotel-Banner sorgt in Cala Ratjada schon der nächste Fall für Unmut: Ein Werbekatalog stellt den Ort als neuen Hotspot für junge Leute dar – inklusive "verrückten" Partys, Konzerten und Freizeitangeboten.

Mit solchen Fotos wirbt die Reiseagentur für den Party-Urlaub in Cala Ratjada.

Mit solchen Fotos wirbt die Reiseagentur für den Party-Urlaub in Cala Ratjada. / Reiseagentur

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Wenige Tage nachdem ein Hotel in Cala Ratjada durch ein Banner mit der Aufschrift "Lo que pasa en Mallorca, se queda en Mallorca" (Was auf Mallorca passiert, bleibt auf Mallorca) für Empörung gesorgt hatte, beschäftigt ein weiterer Aufreger den Urlaubsort im Nordosten Mallorcas. Diesmal sorgt der Werbekatalog einer Reiseagentur für Unmut, die Cala Ratjada als Ziel für Abifahrten „ohne Einschränkungen“ bewirbt.

Das Zielpublikum sind spanische Schüler, die gerade ihre Zulassungsprüfungen für die Universität abgeschlossen haben und nun auf der Suche nach Spaß sind. „Jedes Jahr im Juni verwandelt sich die Insel in einen Traumort, an dem man mit Freunden Spaß haben, ununterbrochen tanzen und ein unvergessliches Erlebnis haben kann“, heißt es im Werbekatalog.

"Die verrücktesten Partys"

Die Freizeitangebote seien „krass“, Mallorca wird als Belohnung nach einem anstrengenden Schuljahr verkauft, mit „Sonnenuntergängen wie im Film“, den „verrücktesten Partys“ und Tausenden Gleichaltrigen mit „demselben Vibe“. Die Agentur bezeichnet sich selbst als Schöpfer des ersten „Travel-Fests“ auf Mallorca.

Das gesamte Reiseprogramm sei „ein einziges Festival mit verschiedenen Bühnen“. Weiter heißt es in dem Katalog, in den Diskotheken würden Volljährige und Minderjährige „nicht getrennt“, es gebe „null Kriminalität“ und die Schüler bräuchten keine Busse, um feiern zu gehen, weil sie zu Fuß hin- und zurücklaufen könnten.

Bei der zuständigen Bürgermeisterin von Capdepera, Núria García, kommen diese Botschaften alles andere als gut an. „Im vergangenen Jahr hatten wir bereits Gruppen mit Abschlussfahrten, und es gab Ärger“, sagt sie. Besonders kritisch sieht das Rathaus den Abschnitt, der sich ausdrücklich Cala Ratjada widmet. Dort bezeichnet die Agentur den Ort als „den neuen Hotspot für junge Leute“.

Die Werbung hebt zudem hervor, dass Cala Ratjada „nicht unter das Anti-Exzess-Gesetz“ fällt. Deshalb könne man dort „echtes All-inclusive“ anbieten. Das 2020 verabschiedete Gesetz sieht Einschränkungen in klassischen Partyurlauber-Destinationen wie der Playa de Palma und Magaluf vor.

Komplettpaket mit 24-Stunden-Betreuung

Das Angebot beschränkt sich nicht auf Unterkunft und Partynächte. Laut Katalog beginnt die organisierte Reise bereits vor der Ankunft auf Mallorca. Vorgesehen sind unter anderem eine Pre-Party im Hafen von Valencia, eine Willkommensparty auf der Fähre, ein privater Transfer zum Hotel, fünf Übernachtungen in Mehrbettzimmern, Konzerte von Künstlern und DJs, Poolpartys, der Eintritt in einen Wasserpark und Diskogutscheine. Zusätzlich werden Aktivitäten wie Boat-Party, Jetski, Buggyfahren, Paintball oder Delfinbeobachtung angeboten. Auch bekannte Strände wie Es Trenc, Cala Mondragó und Cala Agulla werden als Ausflugsziele angepriesen.

Die Agentur wirbt zudem mit 24-Stunden-Betreuung, einer Notfall-Telefonnummer, Reiseversicherung, unbegrenzten Möglichkeiten zur Selbstfinanzierung sowie speziellen Rücktrittsversicherungen. Eine davon läuft unter dem Schlagwort „Bad Students“ und richtet sich an Schüler, die die Prüfungen nicht bestanden haben.

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