Mallorca, aber bitte diskret: Warum Unternehmer 100.000 Euro pro Woche für Ferienimmobilien zahlen
Die Nachfrage nach Ultra-Luxus-Immobilien auf Mallorca steigt weiter, wobei wöchentliche Mietpreise von bis zu 100.000 Euro keine Seltenheit sind

Beliebt im Luxussegment: Port d'Andratx. / Manu Mielniezuk
Wer auf Mallorca eine Villa oder Finca im obersten Luxussegment mieten will, muss tief in die Tasche greifen: Mehr als 80.000 Euro pro Woche sind nach Angaben von Luxusmaklern auf der Insel keine Ausnahme mehr. Besonders gefragt sind der Südwesten, der Norden sowie die Serra de Tramuntana. Zugleich steigen die Preise in diesem Segment weiter deutlich.
Daniel Arenas, Präsident des balearischen Verbandes nationaler und internationaler Immobilienunternehmen ABINI, spricht von einer starken Nachfrage nach solchen Ferienimmobilien. In vielen Fällen lägen die Wochenpreise bei rund 40.000 Euro. Bei besonders exklusiven Objekten könnten sie jedoch auch die Marke von 100.000 Euro überschreiten – vor allem, wenn zusätzliche Dienstleistungen wie ein Privatkoch oder die Nutzung eines Privatflugzeugs hinzukommen.
Es gibt eine Grenze
Ganz grenzenlos ist der Markt allerdings nicht. Aus der Branche heißt es, bei Summen von über 100.000 Euro pro Woche werde es deutlich schwieriger, Mieter zu finden. Manche Eigentümer müssten zunächst „ein Jahr lang auf die Nase fallen“, bevor sie bereit seien, ihre Preisvorstellungen auf ein realistischeres Niveau zu senken.
Die Preise für Luxus-Ferienvermietungen auf Mallorca gehören nach Einschätzung der Immobilienbranche zu den höchsten in Spanien. Zwar gebe es in Marbella einzelne Anwesen, für die noch höhere Summen verlangt würden. Dabei handle es sich jedoch häufig um deutlich größere Immobilien. Gemessen am Preis pro Quadratmeter lägen die Balearen daher weit vorn.
Wandel bei den Eigentümern
Auffällig ist aus Sicht der Makler auch ein Wandel bei den Eigentümern. Vor 20 Jahren sei es kaum vorstellbar gewesen, dass Besitzer solcher Ultra-Premium-Immobilien ihre Häuser an Feriengäste vermieten. Heute sei es dagegen üblich, solche Residenzen einige Monate im Jahr anzubieten. Die Einnahmen dienten vor allem dazu, die laufenden Kosten der Immobilien auszugleichen.
Den Vorwurf, dieser Markt verschärfe die Wohnungsnot auf Mallorca, weisen die Luxusmakler zurück. Es handle sich um ein anderes Segment. Die betreffenden Villen lägen meist in Gebieten, die in der kommunalen Planung ohnehin auch für hochwertige Einfamilienhäuser vorgesehen seien. Typisch seien große Grundstücke, mehrere Schlafzimmer und Bäder sowie Ausstattungen wie Pools.
Oberste Priorität: Privatsphäre
Besonders begehrt sind Immobilien in erster Meereslinie mit direktem Blick aufs Wasser. Alternativ suchen die Kunden große Fincas im Inselinneren, die viel Grundstück und ein hohes Maß an Privatsphäre bieten. Gerade diese Diskretion gilt als entscheidender Faktor für viele Mieter. Auch darin unterscheidet sich Mallorca nach Einschätzung der Branche von Ibiza. Während dort häufiger prominente Sport- oder Musikstars mit hoher öffentlicher Sichtbarkeit als Kunden auftreten, seien es auf Mallorca eher Unternehmer, die ihren Aufenthalt möglichst unauffällig verbringen wollten.
Die hohen Mietpreise vergleichen Makler auch mit dem Hotelmarkt. Eine Suite in einem Fünf-Sterne-Grand-Luxe-Hotel könne mehr als 1.000 Euro pro Nacht kosten. Wer eine Villa mit mehreren Personen nutze, komme trotz hoher Gesamtsumme pro Kopf auf einen vergleichbaren Betrag – bei deutlich mehr Privatsphäre.
Jenseits der Immobilienportale
Ein großer Teil dieses Marktes findet allerdings abseits öffentlich zugänglicher Immobilienportale statt. Viele der teuersten Objekte erscheinen nicht einmal auf Webseiten, die auf hochpreisige Immobilien spezialisiert sind. Sie sind nur einem kleinen Kreis bekannt.
Die auf den bekannten Portalen sichtbaren Häuser gehörten nach Angaben der Branche häufig eher zum gehobenen Segment und lägen oft bei rund 10.000 Euro pro Woche. Damit seien sie weit entfernt von jenen Immobilien, die in den vergangenen Wochen auf Mallorca für mehr als 80.000 Euro vermietet worden seien. Üblicher seien im Ultra-Premium-Bereich Wochenpreise zwischen 40.000 und 50.000 Euro.
Die Kundschaft greift dabei häufig auf sogenannte Urlaubsmanager zurück. Sie kennen nicht nur die entsprechenden Immobilien, sondern organisieren auch zusätzliche Dienstleistungen wie Privatflugzeuge oder Boote. /pss
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