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Kampagne auch in Deutschland: Diese Maßnahmen gegen Exzess-Tourismus in Cala Ratjada plant das Rathaus

Die linksgrüne Regierung im Rathaus will rigoros gegen Exzess-Tourismus im beliebten Küstenort vorgehen - und hat jetzt konkrete Pläne angekündigt

Archivbild des Naturstrands Cala Agulla bei Cala Ratjada

Archivbild des Naturstrands Cala Agulla bei Cala Ratjada / Miquel A. Dora

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Eine Werbekampagne gegen Exzess-Tourismus - und zwar direkt in Deutschland. Das ist eines der Vorhaben, das die Vertreter der linksgrünen Regierungspartei Més im Rathaus von Capdepera planen. So will man Reisende von einem Besuch im beliebten Küstenort Cala Ratjada abhalten, wenn sie die geltenden Regeln und die Umgebung nicht respektieren wollen.

Die Initiative will die Partei in den Runden Tisch „Mesa para la transformación del modelo turístico y contra el turismo de excesos“ einbringen. Dieses im Juni gegründete Gremium befasst sich mit der Umgestaltung des Tourismusmodells und dem Kampf gegen den Exzesstourismus. Més will nach eigenen Angaben an der Ursache des Problems ansetzen. Besucher, die sich respektlos verhalten, sollen gar nicht erst nach Cala Ratjada kommen. Besonders betroffen seien Naturräume wie die beliebte Badebucht von Cala Agulla.

Més stellt in Capdepera derzeit die Bürgermeisterin. Die Partei regiert auf Grundlage eines Pakts mit der konservativen Partido Popular. Der Exzesstourismus sei in Cala Ratjada seit Jahrzehnten präsent, heißt es von der Partei. Das Problem dürfe nicht weiter kleingeredet werden, auch wenn es sich auf bestimmte Wochen im Jahr konzentriere: auf die in Deutschland langen Wochenenden über Fronleichnam, Christi Himmelfahrt und Pfingsten, wenn viele Abi- und Sportabschlussfahrten stattfinden, sowie Anfang September, wenn es viele Kegelklubs in den Ort zieht.

Partei verweist auf erste Maßnahmen

Més verweist auf erste Schritte, die das Rathaus bereits eingeleitet habe. So habe die Gemeinde ein Hotel und ein Reiseunternehmen aufgefordert, Werbung zurückzuziehen. Diese habe nach Angaben der Partei Botschaften enthalten, die Exzesse förderten oder sexistische Inhalte verbreiteten. Die Maßnahmen seien sofort umgesetzt worden. „Solange wir das Bürgermeisteramt innehaben, lassen wir nichts durchgehen“, erklärte die ökosouveränistische Partei.

Nach Angaben von Més gibt es bereits Zusagen aus der Hotelbranche und dem Nachtleben. Diese sollen gegen Urlauber vorgehen, die sich nicht an Regeln halten. Dazu könne auch gehören, solche Gäste aus Betrieben zu verweisen. Zudem sollen Kampagnen verhindert werden, die Cala Ratjada mit dieser Form des Tourismus verbinden.

Geplant sind auch Info-Maßnahmen für Besucher. Zu bestimmten Zeiten sollen etwa Flugblätter verteilt werden. Sie sollen an die geltenden Vorschriften erinnern und die Naturräume der Gemeinde stärker in den Mittelpunkt rücken.

Rathaus fordert mehr Guardia Civil

Més per Capdepera betont zugleich, dass zusätzliche Sicherheitskräfte allein nicht ausreichen. Die Lösung liege darin, das Tourismusmodell zu verändern. Die Gemeinde müsse verhindern, dass Besucher kommen, die das Zusammenleben, die Umwelt und die Gemeindeverordnungen nicht respektieren.

Auch bei einem Treffen mit dem Regierungsdelegierten Alfonso Rodríguez und einem leitenden Leutnant der Guardia Civil sprach die Bürgermeisterin von Capdepera, Núria Garcia, die Thematik an. Bei dem Treffen ging es um die Sicherheitslage in der Gemeinde. Besprochen wurden unter anderem vorbeugende Kontrollen, betrügerischer Verkauf, Verkehrskontrollen und weitere Maßnahmen, die das Wohlbefinden und die Ruhe der Bürger sichern sollen.

Nach Angaben der Beteiligten kommen 28 neue Beamte in die Kaserne der Guardia Civil in Artà. Das bedeutet eine Verstärkung für die Region. Die Gemeinde Capdepera bat darum, einen Teil dieser Kräfte auch im Gemeindegebiet Capdepera einzusetzen. So soll die Polizeipräsenz erhöht und die Reaktionsfähigkeit verbessert werden. /somo

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