Vor Anti-Massentourismus-Demo auf Mallorca: Veranstalter rufen zu "gewaltfreien Aktionen" gegen touristische Betriebe auf
Zu den vorgeschlagenen Aktionen gehören das Besprühen der Fassaden der betroffenen Betriebe, das Blockieren von Schlössern von Airbnb-Wohnungen oder das Anbringen von Plakaten für die Demonstration

Demonstranten ziehen bei einer Kundgebung gegen den Tourismus an Urlaubern vorbei. / Manu Mielniezuk
Die Organisatoren der geplanten Demonstration gegen den Massentourismus am 26. Juli in Palma heizen die Stimmung an. In einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Dokument ruft die Bürgerinitiative "Menys turisme, més vida" (Weniner Tourismus, mehr Leben) zu "gewaltfreien direkten Aktionen" gegen touristische Betriebe auf. Das „Handbuch für Aktionen gegen die Touristifizierung“ regt Aktionen gegen Ziele wie Ferienwohnungen, Immobilienbüros oder Geschäfte an, die für Gentrifizierung verantwortlich gemacht werden.
Das Dokument gliedert diese Aktionen in drei Phasen. Die erste besteht darin, das Ziel zu identifizieren. Die zweite, als Vorbereitung bezeichnete Phase empfiehlt, die eigene Identität zu verbergen, eine mögliche Polizeipräsenz oder Überwachungskameras zu prüfen und Kleidung zu tragen, die die Identifizierung der Beteiligten erschwert. Bei der letzten Phase gehe es um die Ausführung der Aktion.
Zu den vorgeschlagenen Aktionen gehören das Besprühen der Fassaden der betroffenen Betriebe, das Blockieren von Schlössern von Airbnb-Wohnungen oder das Anbringen von Plakaten für die Demonstration. Das Dokument ruft zudem dazu auf, die Aktionen zu filmen und die Aufnahmen über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Der Text schließt mit einer Erklärung, in der das Kollektiv festhält: „Wir rechtfertigen und verteidigen gewaltfreie direkte Aktionen gegen ein System, das uns erdrückt.“
Demonstration am 26. Juli
Die Demonstration startet am 26. Juli um 19 Uhr auf der Plaça d’Espanya unter dem Motto „Mallorca al límit!“ („Mallorca am Limit!“). Bereits in den vergangenen Jahren hatte "Menys turisme, més vida" zu Demonstrationen gegen den Tourismus aufgerufen. Während die Beteiligung im vergangenen Jahr eher schwach ausfiel, gelang es den Veranstaltern im Juli 2024 Zentausende Menschen auf die Straße zu locken. Die Veranstalter sprachen damals von 50.000 Teilnehmern, die Polizei von 20.000.
Auch damals kam es vereinzelt zu Aktionen gegen Geschäfte. So wurden etwa die Fassaden von Immobilienunternehmen besprüht. Dies wurde damals scharf von der Landesregierung und Lobbyorganisationen wie dem Hoteliersverband verurteilt. Inwieweit der sich jetzige Aufruf der Organisatoren, gewaltfrei gegen touristische Betriebe vorzugehen, positiv auf die Teilnahmezahlen und die allgemeine Stimmung hinsichtlich der Demo auswirken wird, bleibt abzuwarten.
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