Warum Mallorca immer voller wird – und es nicht nur an den Urlaubern liegt
Die Einwohnerzahl der Balearen überschreitet die Grenze von 1,2 Millionen. Knapp die Hälfte sind nicht auf der Insel geboren. Wohnkosten und Umweltschutz sind die größten Herausforderungen

Immer enger wird es auf den Inseln, hier im Carrer Jaume II in der Altstadt von Palma. / Manu Mielniezuk
Die Bevölkerung auf Mallorca und den Nachbarinseln ist 2025 weiter gestiegen. Inzwischen leben 1.249.844 Menschen auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera - damit ist die Zahl der Einwohner um 1,5 Prozent gewachsen. Das geht aus dem Jahresbericht des Wirtschafts- und Sozialrats der Balearen hervor.
Nur 51 Prozent der Bewohner sind auf den Inseln geboren, 29 Prozent stammen aus dem Ausland und 20 Prozent aus anderen spanischen Regionen. Unter den ausländischen Einwohnern stellen Menschen aus Kolumbien, Marokko, Argentinien und Deutschland die größten Gruppen.
Bei der Vorstellung des Berichts betonte Direktor Jaume Rosselló, dass das Bevölkerungswachstum „weiterhin konstant“ sei. Zugleich erinnerte er daran, dass der Druck auf die Inseln in den Sommermonaten deutlich zunehme. Im August liege die Zahl der tatsächlich auf den Inseln weilenden Bevölkerung fast 60 Prozent über der amtlich registrierten Einwohnerzahl und überschreite damit knapp die Marke von zwei Millionen Menschen.
Regierung: Urlauber nicht verantwortlich für Überfüllung
Auch der Vize-Ministerpräsident und Sprecher der Balearen-Regierung, Toni Costa, ging am Donnerstag (9.7.) bei der Präsentation der neuesten Konjunkturanalyse für die Inseln auf die neuesten Einwohnerzahlen ein und nahm die Urlauber bei der Frage, wer für die Überfüllung auf den Balearen verantwortlich ist, ausdrücklich in Schutz. "Wenn die Daten mehr Menschen auf den Inseln feststellen, dann kommt das nicht vom Fremdenverkehr, sondern vom Bevölkerungswachstum", sagte Costa.
Zwar steige auch die Zahl der Urlauber auf den Inseln, aber nicht die Zahl der Übernachtungen, die laut Costa stabil seien oder gar leicht rückläufig. Der Grund für die hohe Attraktivität der Balearen für Neuankömmlinge liege in der florierenden Wirtschaft. So gebe es derzeit 588.000 sozialversicherungspflichtig Angestellte, rund 17.000 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Und die Voraussagen gehen so weiter: Bis 2040 werden für die Balearen rund 200.000 neue Einwohner prognostiziert.
Sehr hohe Wohnkosten
Das bringt Herausforderungen mit sich. Als allererstes auf dem Wohnungsmarkt, den der Bericht als eines der größten Probleme nennt. Die Balearen weisen nach wie vor den höchsten Preis für Bauland in ganz Spanien auf: Im Durchschnitt kostet der Quadratmeter 401,30 Euro, also mehr als doppelt so viel wie im landesweiten Mittel von 173,60 Euro. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg von 10,36 Prozent.

Mietpreise auf Mallorca: Für die Einheimischen kaum noch zu zahlen. / DM
Auch bei den Mietpreisen liegen die Balearen landesweit an der Spitze. Seit 2015 seien die Mieten um 3,2 Prozent gestiegen, womit die Inseln laut Bericht die Region mit der stärksten Verteuerung des Wohnens sei. Zudem werden 23 Prozent aller Immobilienkäufe von ausländischen Käufern getätigt – ebenfalls mehr als in jeder anderen autonomen Gemeinschaft Spaniens.
Treibhausgase gehen zurück
Der Bericht enthält allerdings auch positive Aspekte. Die Treibhausgasemissionen zeigen im Vergleich zu 1990 weiterhin einen rückläufigen Trend, was auf eine schrittweise Modernisierung der Wirtschaft auf den Balearen hindeute. Auch der Ungleichheitsindex gehe weiter zurück, was auf eine ausgewogenere Verteilung der Einkommen als in früheren Jahren schließen lasse. Im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen erreiche das balearische Gesundheitswesen Werte nahe dem spanischen Durchschnitt und verzeichne sowohl in der Erstversorgung als auch in den Krankenhäusern eine hohe Zufriedenheit unter den Nutzern.
Trotz dieser Fortschritte warnte Rosselló, dass die Umweltindikatoren „keine klare Verbesserung“ zeigten. Vor allem Luftqualität, Biodiversität und Wasserverbrauch blieben problematisch und machten deutlich, dass auf den Inseln weiterhin große Herausforderungen zu bewältigen seien, um eine nachhaltige Entwicklung zu sichern
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