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Nach radikalem Aktionshandbuch: Strafanzeige gegen Veranstalter der Großdemos zu den Auswirkungen des Massentourismus

Nach der Veröffentlichung eines Handbuchs für Aktionen gegen Ferienwohnungen, Immobilienbüros und Geschäfte geraten Mallorca-Aktivisten juristisch unter Druck

Schon in den letzten Sommern gingen Zehntausende bei den Demos auf die Straße

Schon in den letzten Sommern gingen Zehntausende bei den Demos auf die Straße / Manu Mielniezuk / Sophie

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Eine Anwaltskanzlei aus Palma hat am Mittwoch (8.7.) eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Bürgerbewegungen “Menys Turisme, Més Vida” und "Arran" gestellt. Darin wirft sie den Aktivisten mutmaßliche Sachbeschädigung, Störung der öffentlichen Ordnung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. "Menys Turisme, Més Vida" ist die Bürgerplattform, die in den vergangenen zwei Sommern die Groß-Demos gegen die Auswirkungen des Massentourismus auf Mallorca organisiert hat, an denen zehntausende Menschen teilnahmen. Auch für den 26. Juli 2026 ist eine Demo geplant, zu der rund 30.000 Teilnehmer erwartet werden.

Handbuch sorgt für Ärger

Anlass für die Strafanzeige ist das „Handbuch für Aktionen gegen die Touristifizierung“, das die Aktivisten vor wenigen Tagen veröffentlicht und in den sozialen Netzwerken verbreitet haben. Dieses regt die Bevölkerung zu Aktionen gegen Ziele wie Ferienwohnungen, Immobilienbüros oder Geschäfte an, die für Gentrifizierung verantwortlich gemacht werden.

Zu den vorgeschlagenen Aktionen gehören das Besprühen der Fassaden der betroffenen Betriebe, das Blockieren von Schlössern von Airbnb-Wohnungen durch Silikon oder das Anbringen von Plakaten für die Demonstration. Das Dokument ruft zudem dazu auf, die Aktionen zu filmen und die Aufnahmen über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Der Text schließt mit einer Erklärung, in der das Kollektiv festhält: „Wir rechtfertigen und verteidigen gewaltfreie direkte Aktionen gegen ein System, das uns erdrückt.“

Der Anzeigensteller dagegen sieht in dem Handbuch eine Anstiftung zum Vandalismus gegen rechtmäßige Unternehmen und verurteilte dieses zutiefst. Auch würde dadurch Hass gegen die Firmen geschürt. Die Anzeige richtet sich auch direkt gegen den Hauptsprecher der Bürgerplattform, Dani Comas.

Auch die balearische Landesregierung kritisierte das Handbuch scharf. Vize-Ministerpräsident Antoni Costa bezeichnete das Schreiben als "inakzeptabel" und forderte die Verantwortlichen auf, es zurückzuziehen.

"Aggressivität des Systems"

Derweil rechtfertigen die Aktivisten ihr Handbuch weiter und bekräftigten, dass gezielte Aktionen nötig sein. Die Gesellschaft müsse zusammenstehen und sich bewusst machen, „wie viel Gewalt und Aggressivität dieses System ausübt“. Zugleich stellten sie klar, dass das Aktionshandbuch nichts mit der Demonstration vom 26. Juli zu tun habe.

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